Birden im Paradies

Die Idee, nach Waigeo zu fahren um ein bisschen zu Schnorcheln, den unglaublichen Wilson’s Bird of Paradie nochmal besser zu sehen und nebenbei noch 7-8 Lifer einzusammeln war ganz offensichtlich ein Volltreffer. Ich wohne sehr nett über dem Meer in einer Holzhütte mit Palmdach auf Pfählen.

Die ganz linke ist meine. Vorgestern nacht bei einem Sturm hat sie ordentlich gewackelt, aber die Veranda mit Hängematte ist supergemütlich. Die Unterkunft kostet 21 € pro Nacht, da sind aber ein einfaches Frühstück, Kaffee, Tee und Trinkwasser und zwei superleckere Hauptmahlzeiten (wenn man Fisch und Tofu mag) mit enthalten.

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Und gefährliche Einheimische laufen unter der Hütte mit Stöcken bewaffnet am Strand entlang.

Das Schnorcheln geht 100 m vor dem Strand los und ist hervorragend. Vor allem die intakten, lebenden und unglaublich bunten Korallen sind nach den doch sehr ausgebleichten Riffen in Kuba im letzten Winter eine Offenbarung. Direkt hier sind zwar kaum größerre Fische, aber der schier unglaubliche Artenreichtum ist dafür umso bemerkenswerter. Und da es kaum Strömung gibt, kann man ewig über einer kleinen Abbruchkante schweben und dem bunten Treiben zuschauen.

Die Homestay ist bei Birdern beliebt, weil sie direkt am Start der einzigen Straße in den Wald von der Südküste aus geht. Die führt zu den Paradiesvogelleks im Wald, der Benny, dem Bruder und Nachbarn meines Gastgebers gehört. Benny ist neben Shita der Hauptguide des Papua Bird Clubs, aber jetzt in der Off-Season lungert er zuhause am Strand rum.

Ich war heute morgen mit ihm im Wald, an der Straße darf man auch alleine birden, aber zu den Leks oder in den Wald rein darf man nur mit Guide. Benny ist aber wirklich gut, und es war nach den Anstrengungen auf Batanta vor 10 (?) Jahren fast irreal, praktisch mit den Händen in den Hosentaschen 1 h einen Weg entlangzuschlendern, sich in einen hübschen Hide (ohne Moskitos) zu setzen und einer der 10 coolsten Vögel der Welt produziert sich direkt davor.

dsc02751Die Balzarena vor dem Hide.

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Der Eigentümer vor der Bodenbalz.

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Und bei der Baumbalz direkt darüber.

Und alles für 36 € (Hidegebühr und Guide) und ohne dafür richtig ins Schwitzen zu geraten. Der Wilson’s BoP rief schon auf dem Weg zum Hide und vollführte dann sowohl Baum- als auch Bodenbalz und Alles wie bei Attenborough in Paradise. Steigerung nicht mehr möglich !!!!

Das hat sogar die 3 kosmischen Lifer, die ich heute hatte etwas in den Schatten gestellt.

Zuerst hatten wir beim Anweg zwischen 5 und 6 Uhr mit Tonband und meiner neuen, unglaublich starken Orcatorch locker sowohl den Marbled Frogmouth, einen großen Eulenschwalm und den Papuan Boobok, eine kleine, hübsche Eule schön gesehen.

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Zusätzlich haben wir mit den Lampen eine schlafende Hooded Pitta in den Büschen nebem dem Weg gefunden, nett die mal länger von Nahem anzuschauen.

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Und dann reagierten gleich zwei der fast unmöglichen, nachtaktiven Hook-billed Kingfisher prima auf das Band, kamen aber nicht nahe genug um sie zu finden, obwohl wir sie 20 min im stockdusteren Wald angepirscht haben (zum Glück gibts hier keinen Rattan, wäre sonst schmerzhaft). Naja, das hatte ich schon öfter, die Art ist halt schwierig. Umso erstaunlicher war, dass auf dem Rückweg gegen 9:30 Uhr Benny sagte, dass wir jetzt an einem ihm bekannten Territorium den Eisvogel nochmal versuchen würden, der würde da manchmal auch tagsüber reagieren. Meine Erwartungen bewegten sich so im Bereich der Chance 1 zu 1 Million, aber es könnte klappen. Deshalb konnte ich erst gar nicht glauben, als am Fuss eines steilen Hanges, den wir runtergekraxelt waren, der Vogel auf das 1. Abspielen der Klangattrappe sofort antwortete und dann die nächsten 20 min tatsächlich immer näher kam. Plötzlich habe ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung gesehen, und da saß er, zwar etwas verdeckt in einer Baumkrone, aber gut sichtbar. Damit ist auch der 13. Eisvogel des Trips auf der Liste, die 13. war schon immer meine Glückszahl. Und ich habe sogar Fotos, wenn ich damit auch keine Wettbewerbe gewinnen werde. Damit sind die 4 Hauptgründe für diesen Abstecher nach Waigeo incl. der 3 schwierigen Nachtvögel gefallen. Da kann ich mich die nächsten 1,5 Tage auf die 3 eigentlich einfacheren Singvögel, die mir hier noch fehlen ( und natürlich aufs Schnorcheln und Fischessen) konzentrieren. Heute nacht werde ich aber erstman noch versuchen, den hübschen Waigeo-Tüpfelkuskus zu spotlighten.

Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, eine Wifi- oder Bluetoothverbindung zwischen dem Iphone und der Kamera oder dem Tablet herzustellen. Die Bilder aus Malagufuk sind bearbeitet auf dem Tablet, aber ich bekomme sie erst am Donnerstag in Sorong über Wlan in den Blog reingeladen.

So, das war es erstmal, schöne Grüße aus dem Paradies.

2 Kommentare zu „Birden im Paradies

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