Abschied von Neuguinea

Nachdem ich gestern abend mit der Schnellfähre wieder von Waigeo nach Sorong zurück gefahren bin, habe ich erstmal alle Klamotten, die ich nicht grade getragen habe, in die Hotelwäscherei gegeben, das war nach 4 Wochen Handwäsche doch dringenst nötig. Dann Bier kaufen und kaltstellen, ich kenne jetzt ja den Laden, wo es das gibt. Und dann habe ich endlich ein paar Bilder in die letzten beiden Beiträge reingebastelt. Ihr könntet also mal zurück blättern.

Heute hatte ich noch den ganzen Tag hier in Sorong, weil ich es doch in den sehr guten Mangroven südöstlich des Flughafens noch einmal mit dem extrem schwierigen Blue-black Kingfisher probieren wollte. Der Holländer, von dem ich die Stelle habe, hat ihn hier 2017 gehört und ich war am Samstag schon mal hier, um die hier machbare Collared Imperial Pigeon, ebenfalls gerne in Mangroven, zu suchen (mit Erfolg). Dabei habe ich an zwei verschiedenen Stellen den Eisvogel gehört, aber trotz ewiger Versuche in den superdichten Mangroven nicht gesehen.

Benny, mein Guide auf Waigeo kannte die Stelle auch, und hat mir den Tipp gegeben, bei Ebbe zu gehen, weil dann die Mangrovenwurzeln frei liegen, und wenn der Eisvogel niedrig kommt, hat man eine bessere Chance, ihn auch zu sehen. Heute war Niedrigwasser um 9:20 Uhr und ich war schon gegen 7 Uhr vor Ort.

Die 10 km haben mich 60 Cent gekostet, weil ich inzwischen das Bemo (Sammeltaxi) -system begriffen habe. Jede Fahrt kostet 30 Cent, egal, wie lange man drinnen sitzt. Man steigt also einfach in die richtige Richtung ein, und hüpft raus, wenn es von der gewünschten Strecke (Google Maps ist dafür genial) abfährt. Dann nimmt man das nächste. Die letzten 3 km hat mich ein netter Bauer auf dem Moped mitgenommen, ohne Geld dafür anzunehmen. Die Leute hier sind einfach supernett!

Zurück zum Eisvogel: Ich hatte mir die Stelle gemerkt, wo ich am Samstag fast 1 h mit dem Paar kommuniziert hatte. Hier rief auch gleich unprovoziert ein Vogel. Kaum hatte ich das 1. Mal den Ruf abgespielt, kam der Vogel tatsächlich niegrig zwischen den Wurzeln rausgeflogen, flog 2 m an mir vorbei, über die Straße und in die Mangroven auf der anderen Seite, strike ! Habe ihn zwar nicht im Fernglas gehabt, aber auf die Entfernung funktionieren auch meine Augen noch. Der Partner des Vogels rief dann auch, aber ist leider nicht hinterher gekommen.

Wow, das war der letzte Lifer in Neuguinea, aber was für ein toller und lange herbei gesehnter. Manchmal kann einem ein kurzer Sekundenbruchteil sehr lange vorkommen, der ist jedenfalls in der Erinnerung eingebrannt.

Danach kamen sogar noch ein paar neue Arten für den Trip, aber gegen 12 Uhr war es in den Mangroven dermassen heiss, dass ich abgebrochen habe, und mir jetzt einen ruhigen Nachmittag im Cafe mit Wlan (das im Hotel ist kaputt) gönne.

Ja, Fazit Neuguinea (Irian Jaya, der indonesische Teil):

Etwas anstrengend, aber mit etwas Wetterglück (das ich hatte) auch in der Regenzeit alleine zu bereisen. Zwar teuer, aber trotzdem habe ich pro Tag nur knapp ein Drittel der 200 € ausgegebem, die unsere organisierte Tour mit dem Papua Bird Club vor 10 Jahren pro Tag gekostet hat.

Und ich habe 55 neue Arten gesehen, dabei alle 5 auf der Route möglichen neuen Paradiesvögel, den Red-billed Brushturkey, Victoria Crowned Pigeon und 5 der 6 schwierigen Waldeisvögel. Auch wenn ich mit den Snow Mountains (die aber immer noch nicht wieder für Treks zum Lake Habema freigegeben sind) sicher weitere 50 neue Arten hätte sehen können, bin ich bisher also hochzufrieden.

Morgen geht es nach Ambon die kleine Insel, die verkehrsmässig die Drehscheibe der zentralen und südlichen Molukken ist. Davon und von Tanimbar schreibe ich dann in einem neuen Kapitel.

Ein Kommentar zu „Abschied von Neuguinea

  1. Hallo Mathias, ganz tolle Bilder, so kann man sich Deine Touren noch besser vorstellen. Und 55 neue Arten ist ja toll! Leider sind wir alle ja nur mit dem Finger auf der Landkarte dabei. Viel Glück für die nächste Etappe. 😀 Grüße von uns aus dem verschneiten ❄️ Kelkheim

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