Nicht so erfolgreich auf den Kai Inseln

So, bin wieder in Ambon und grade 5 km bei Berufsverkehr auf dem Ojek durch die Innenstadt gefahren. Sitze jetzt mit einem kühlen Bier in meinem Lieblingsfischrestaurant und der kalte Angstschweiß trocknet langsam wieder. Wie der Mopedtaxifahrer sich durch den megadichten Verkehr quetscht muss man gefühlt haben. Manchmal waren zum nächsten Auto noch gefühlte 0,5 mm Platz.

Tja, auf den Kai-Inseln war ich mal weniger erfolgreich. Das Wetter hat zur Abwechslung aber auch mal nicht mitgespielt. Ich hatte mir gleich am Ankunftstag für die nächsten 3 Tage ein Moped gemietet, und der Plan war, am ersten und letzten Tag die dichter besiedelte, kleinere Insel Kai Kecil abzugrasen und am 2. Tag mit dem Boot auf die gebirgige, größere aber deutlich weniger entwickelte Nachbarinsel Kai Besar überzusetzten. Da fährt das letzte Boot zurück irgendwann mittags, d.h. man kann da mit Pech auch hängen bleiben, und erst am nächsten Tag zurückkommen. Das ging natürlich nicht, wenn morgens der Flieger geht.

Am 2 Tag hat es aber den ganzen Morgen geschüttet, so dass ich es gar nicht bis zum Hafen geschafft habe. Auf Kai Besar sind also schon mal 3 Arten liegen geblieben, aber nach meinem guten Abschneiden in Tanimbar hat auch Kai Kecil nicht so gut funktioniert. Je nach Systematik habe ich nur 2 bis maximal 5 Lifer gesehen, aber auch zwei nur hier kriegbare Arten verpasst. Immerhin Little Kai White-eye (ohne weiße Brille, die es als Brillenvogel eigentlich haben sollte)

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und der hübsche White-tailed Monarch haben mehrfach und gut geklappt. Auch die schon sehr eigen aussehenden lokalen Unterarten des Northern Fantails

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und des Variable Goshawks waren noch vergleichsweise einfach zu finden.

goshawk

Aber es kann ja nicht immer so reibungslos funktionieren wie in Tanimbar.

Sehr nett war eine flache Bucht mit leicht schlammigem Boden südlich des Traumstrandes an der Westküste, an dem ich gewohnt habe (Bild oben). Die Bucht lief bei ablaufendem Wasser blitzschnell vollkommen leer und wurde zum Jagdgebiet für ein paar Limicolen, mit denen ich auf diesem Trip bisher noch nicht so verwöhnt wurde. Es waren zwar nicht viele Arten und Individuen, aber 5-6 Isabellbrachvögel, ein Großer Knutt

Großer Knutt

und einige Mongolenregenpfeiffer und Grey-tailed Tattler zum Teil recht nahe zu sehen, war schon sehr nett. Auch die überall nach Winkerkrabben jagenden Küstenreiher beider Farbvarianten ( schwarz und weiß) waren schön zu beobachten.

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Als ich hier am letzten Tag nochmal vorbei gefahren bin, rastete hier ein Trupp von 21 australischen Brillenpelikanen, auch ein Highlight.

Die hatte ich zuletzt 1997 in Australien gesehen. Insgesamt war das Birden aber etwas anstrengend, weil man sich dauern den nächsten Unterstand für den kommenden Schauer suchen musste. Das Moped war auch nicht das Beste, Batterie platt und es zog tierisch nach rechts, was Linkskurven etwas tückisch machte. Der Wald ist auch etwas schwierig zu erreichen, meist kommt man von Gestrüpp oder Feldern erstmal in relativ langweilige Teakplantagen bis man dann endlich ein bißchen naturnäheren Wald findet.

Eine nette Begegnung gab es noch am 3. Morgen, als ich grade losgefahren war. Auf einmal spürte ich eine kühle Bewegung an meinem linken Unterarm. Als ich hinkuckte, ringelte sich grade eine ca 1 m lange Baumnatter meinen Arm hoch. Die hatte wohl in der Verkleidung übernachtet und wollte jetzt wieder in die Bäume. Mein Armschlenkern hat sie auf die Straße befördert, glücklicherweise neben und nicht vor das Moped. Sie hat es also überlebt und ich auch, auch wenn ich auf dem Sandweg etwas ins Schlingern geraten bin.

Das Schnorcheln vor meinem Guesthouse war twar ganz nett, mit den unglaublich bunten Riffen auf Waigeo nicht zu vergleichen. Vor allem, da die Dornenkrone, ein fieser, korallenfressender Seesteen hier häufig ist. Und das sieht man den Riffen leider schon an.

Trotzdem war das Baden im warmen Wasser am vollkommen leeren Strand sehr nett und gut für juckende Stiche.

Jetzt sitze ich nach 1 Nacht in Ambon auf der Schnellfähre nach Seram. Da werde ich mich zur Nordküste aufmachen und die nächste Woche entlang der Straße in den Bergen Endemiten suchen.

Und davon gibt es da noch einige, werde berichten, wie es lief.

Ein Kommentar zu „Nicht so erfolgreich auf den Kai Inseln

  1. Hallo Matthias, wieder haben wir auch Deinen letzten Eintrag mit Spannung verfolgt. Kürzlich gab es in der FAZ einen interessanten Beitrag über die Unterwasserwelt dieser Gegend: https://www.faz.net/aktuell/reise/indonesien-tauchen-am-raja-ampat-archipel-16043885.html
    Wenn Du Internet hast, kannst Du ja mal reinschauen. Oder erst, wenn Du wieder zurück im langweiligen Deutschland bist.
    Liebe Grüße und weiterhin eine schöne Zeit!

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