Hauraki Gulf Pelagic

So, dann bin ich nach 27 Stunden Flug am Mittwoch pünktlich in Auckland angekommen. Etwas matt zwar aber noch funktionsfähig. Habe mir gleich am Flughafen eine neuseeländische SIM für mein Handy besorgt, 2 Monate gültig mit 10 GB Daten drauf für ca. 25 €. Dann habe ich das Shuttle meiner Mietwagenfirma angerufen und die haben mich dann auch gleich abgeholt. Der Wagen ist ein murkeliger Hyundai von 2008, fährt aber gut und für 12 € am Tag incl. Vollkasko war das schon ok. Hat wie immer etwas gedauert mich an den Linksverkehr zu gewöhnen, aber außer das ich ein paarmal statt dem Blinker den Scheibenwischer betätigt habe (die sind beim Rechtslenker vertauscht) ist ichts Schlimmeres passiert. Ich bin dann einmal mitten durch Auckland durchgefahren, der Verkehr ist sehr zivil, gute Beschilderung und außerdem hat mich mein Tablet als Naviersatz gut geleitet. 50 km nördlich von Auckland hatte ich in Warkworth eine kleine Ferienwohnung bei einer Familie gebucht und die war ebenfalls leicht zu finden. Nach einem kurzen Nickerchen war ich lecker indisch essen und habe an einem Bach am Rand der Altstadt ein paar Vögel gesehen. Natürlich vor Allem standortfremde Exoten, Amsel, Singdrossel, Buchfink, Hausspatz, Hirtenstar, Star, etc. Aber immerhin auch ein paar hübsche Rotschnabelmöwen, der 1. Lifer des Trips. Dann ab ins Bett, 3 Stunden Schlaf und dann war ich wegen des Jetlags hellwach, Mist !
Nach einer dann leider recht schlaflosen Nacht war ich morgens am 8 km entfernten Pier in Sandspit, wo die Fähre nach Kawau Island abfährt. Hier geht heute früh der ganztägige Pelagic (= Seevogelbeobachtungstrip) von Wrybill Tours ab, der mir gestern nochmal per SMS bestätigt wurde. Die Organisation führt hier im Oktober/November 4 Pelagics zur Suche nach der seltenen Maori-Sturmschwalbe durch, die erst 2007 wiederentdeckt wurde, nachdem man sie 150 Jahre für ausgestorben gehalten hatte. Die Weltpopulatiin von wohl immer noch unter 200 Vögeln brütet auf Little Barrier Island hier vor der Küste. Nachdem die Neuseeländer dort dann die eingeschleppten Ratten, Katzen und Wiesel ausgerottet hatten (das können sie inzwischen wohl hervorragend) ist die Insel jetzt Totalreservat. Seitdem steigt die Zahl der Sturmschwalben langsam wieder an.

Naja,pünktlich um 8 Uhr ging es los mit der Norma Jean, einem kleinen, aber sehr schnellen Boot mit urigem Kapitän.

Außer dem waren Phil, der Guide von Wrybill Tours mit einer Gruppe von 6 Klienten (unter anderem Manfred Schleuning und seine Frau aus Hessen, die Welt ist klein) und 6 weitere Birder. Dadurch hatten wir genug Platz an Bord. Es flogen auch gleich vor der Küste massig Sturmtaucher und Kormorane und weiter draußen die ersten beiden White-capped oder Tasmanalbatrosse, der 2. Lifer der Tour.

Mitten im Golf nach ca. 1 recht wackigen Stunde Fahrt wurde zum ersten Mal gelockt. Dazu wird eine gefrorene Rolle aus Fischleber, -eingeweide, -blut und Muscheln in einem Netzbeutel über Bord gehängt. Das löst sich langsam auf und legt hinter dem Boot eine Geruchsspur, der die Seevögel, die fast alle gut riechen können, anlockt. Je mehr Vögel sich hinter dem Boot versammeln, desto größer wird die Anziehungskraft. Um die Fotomöglichkeiten zu steigern, füttern sie außerdem hinter dem Boot mit Heringsstückchen, was vor allem die Sturmtaucher freut.

Buller’s Shearwater

Flesh-footed Shearwater

In der Fischölspur sammeln sich die Vögel und nach einer Stunde habe ich dann in den Dutzenden von tänzelnden Weißgesichtstumschwalben (siehe unten)

etwas Schwarzes mit weißem Bürzel rumzischen gesehen. Auf meinen hektischen Ruf hin bestätigte Phil dann auch sofort die Maori-Sturmschwalbe, wow.

Der Vogel oben rechts ist die Maori-Sturmschwalbe

Und hier sieht man mit etwas Phantasie sogar die schwarzen Striche an den weißen Flanken des unscharfen Vogels Mitte links.

Auf jeden Fall genial, am 1. Tag gleich der Mega, und auch noch selbst gefunden. Meine Fotos sind zwar suboptimal, aber gut gesehen ist die Hauptsache. Ansonsten u.a. noch massig hübsche Cook-Sturmvögel,

Graumantel-Sturmtaucher (den hatte ich zuletzt unter wesentlich schwierigeren Bedingungen vor der Küste von Chile gesehen und 2 Zwergsturmvögel, die allerdings nur vorbeiflogen und an der Hektik hinter dem Boot nicht teilnehmen wollten. Insgesamt eine extrem nette Tour, abgerundet durch einen jungen Tasmanalbaros, der mit lautem Platschen hinter dem Boot landete, und auch noch ein paar Heringshappen abhaben wollte.

Zusammen mit 3 Limikolen an der Küste gab es damit am 1 Tag der vollen Reise 14 Lifer, wenn ich so weitermache, bin ich hier in einer Woche fertig 😉.

3 Kommentare zu „Hauraki Gulf Pelagic

  1. Hi Matthe,
    bist ja fleißig am schreiben und Lifer einsammeln. Es ist wieder schön die aktuellen Ereignisse zeitnah zu erfahren und die Hoffnung auf Fotos stirbt zu letzt :))
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auch wenn die Menge an Lifern unüblich klein ist. Ich drücke dich.
    Barbara

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  2. Das sind ja tolle Fotos!!!! Und doch jetzt schnell eingestellt. Auf dem kleinen Boot und schwankend kann man solche Fotos hinbekommen? Super
    Hoffe, dass Du mit dem Flieger gut in Christchurch ankommst.
    Alles Liebe
    Barbara

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