Von den Auckland zu den Macquarie-Inseln

In dem geschützten Hafen im Norden des Auckland Inselarchipels haben wir wirklich wie die Toten geschlafen, was sehr willkommen war. Morgens nach dem leckeren Frühstück sofort mit den Zodiacs auf die nördlichste größere Insel der Aucklands, Enderby Island, übergesetzt und an einem schönen Sandstrand gelandet. Das war eine sehr angenehme Landung, was durchaus nicht immer so sein muss.Wir sind in Gruppen eingeteilt worden, weil man auf der Insel nicht alleine rumlaufen darf. Wir sind zuerst in der Bucht geblieben und haben uns zuerst die hübschen Gelbaugenpinguine angekuckt, die hier im Wald brüten und morgens langsam über die Wiesen zum Meer wackeln. Dann kam Toms große Stunde, weil wir ausgeschwärmt sind und vorsichtig in den Seggen nach der endemischen Subantarktikschnepfe gesucht. Die sieht etwas wie eine größere Zwergschnepfe aus und sitzt auch genauso fest im Versteck. Nur fliegt sie nicht ab, wenn man fast drauftritt sondern fliegt höchstens 5 m und läuft dann wieder ins Gras. Es hat auch nicht lange gedauert, dann flog vor meinem Nachbarn eine auf und landete genau vor mir im Gras. Gleichzeit flog ein Maorifalke über uns und setzte sich fotogen auf einen Baumstumpf und ein anderer Teil der Gruppe hat in einem Torftümpel eine der kleinen, endemischen und flugunfähigen Aucklandenten gefunden. Bei den wenigen Arten hier trotzdem Reizüberflutung !Ich habe erstmal in Ruhe die Schnepfe fotografiert, dann die Ente und am Ende den Falken, der mich dann sogar noch gezielt angeflogen hat. Als er auf Augenhöhe angesaust kam, habe ich mich zur Freude der Gruppe doch sehr schnell zu Boden fallen lassen.Danach sind wir auf einem schönen Bohlensteg quer über die Insel gelaufen zur Steilküste im Norden der Insel. Der Weg führt durch wirklich eindrucksvolle Botanik mit dem windgepeitschten Rafa-Wald und den endemischen Staudenarten und dann über eine grasbewachsene Hochebene mit mehreren Paaren des südlichen Königsalbatrosses. Absolut genial, die über der Hochfläche starten, segeln und landen zu sehen.An der Steilküste haben wir dann zuerst noch eine der Schnepfen entdeckt und dann brütende und balzende Graumantel-Albatrosse. Ein Paar hat in den Klippen direkt unter uns gebrütet und gebalzt.Das ist für mich der eleganteste und schönste Albatros und war nach dem Königspinguin die 2. Art auf meiner Wunschliste für den Trip. Nachmittags sind wir dann östlich der Inselgruppe nach Süden gefahren und hatten in einem geschützen Hafen dort noch eine ruhige Nacht ohne zuviel Geschaukel.Am Morgen danach sind wir noch kurz mit den Zodiacs zu einer kleinen Kolonie des Südfelsenpinguins gefahren die da in den Blockschutthalden unter einer steilen Basaltklippe brüten.Sehr lustig, die Burschen über die Felsen hüpfen zu sehen. In englisch heißen sie deshalb auch passender Rockhopper Penguin.Danach sind wir dann zu einer 36-stündigen Seereise nach Südwesten in Richtung der australischen Macquarie-Insel aufgebrochen. Tagsüber sehr nett mit den unglaublichen Mengen von Seevögeln und trotz einiger riesiger Wanderalbatrosse waren 9 Pottwale direkt neben dem Schiff das ultimative Highlight.Dafür war die Nacht wegen der Achterbahn wieder weitgehend ungemütlich.Wow, grade sind wir vor Macquarie vom Frühstück weggerufen worden, weil drei Orcas hinter dem Schiff kreuzten. Ein großes Männchen habe ich mehrfach gesehen, bevor es mir in Sandalen und Hemd bei Schneeregen doch zu ungemütlich wurde. Was für ein toller Beginn des 3 Pinguinlifer-Tages.

3 Kommentare zu „Von den Auckland zu den Macquarie-Inseln

  1. Das sind allerdings galaktische Sichtungen, sowohl von den Pinguinen als auch von Pottwal und Orcas. Den sitzenden Maorifalken hätte ich wahrscheinlich ’stundenlang‘ angucken können und die Schnepfe wäre auch nicht schlecht gewesen. Ich liebe es, wenn die Tiere so kooperativ sind und nicht nur ein Punkt am Himmel sind!
    Die Beschreibungen der Landschaft sind auch so märchenhaft, dass man darin gerne mal spazieren/wandern würde, wenn da nicht die Kälte wäre :))
    Solange du noch ohne bzw. wenig Schlaf alle Wunschlifer sehen kannst ist die Fahrt absolut ein Traum.
    Weiterhin gute Fahrt und tolle Beobachtungen wünscht
    Barbara Do.-Ma.

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  2. Lieber Matthias, danke für die unterhaltsamen Berichte! Erst will eine Ralle Deine Zehen fressen (kein Wunder, dass die da alle vom Aussterben bedroht sind), dann fliegt Dich der Maori-Falke an… ich hoffe, das geht mit den Orcas nicht so weiter. Der Seegang klingt ziemlich furchtbar und ich bin sehr froh, dass wir dieses Mal nicht Deine Reisegefährten sind. Liebe Grüße an Tom und Jochen und eine gute Reise noch!

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  3. Klasse Berichte! Ach, schön, dass Ihr so tolle Sichtungen und Erlebnisse habt! Aber die Achterbahn wäre nichts für mich! 😫
    Euch weiterhin noch eine gute Reise! LG Barbara H

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