Nochmal Macquarie

Nach dem Frühstück und den teilweise recht nahen Orcas sind wir mit den Zodiacs zum erstem mal auf Macquarie gelandet, diesmal auch mit etwas mehr Action. Aber die Guides, die auch die Zodiacs fahren sind wirklich perfekt darin, selbst die teilweise geh-eingeschränkten, älteren Passagiere sicher und halbwegs trocken an Land zu bringen. Das ist manchmal nicht ganz so einfach, weil die Zodiacs entweder vorwärts an die tangbewachsenen Felsküsten ranfahren, und man muss im richtigen Moment raushüpfen und nicht ausrutschen. Oder sie fahren rückwärts an die Kiesstrände ran, die Guides halten das Boot in Wathosen von außen halbwegs stabil und man muss über die Seiten ins (meist nur) knietiefe Wasser aussteigen.

Bezeichnend war, als Alex, einer der jungen Guides, breitbeinig stehend und grinsend den Zodiac durch die Wellen steuerte. Nachdem ein Gast sagte er würde mit seiner Polarisationsbrille gut aussehen antwortete er „Not as good as I feel right now“. Da er das auch genauso meinte, kann man als junger Bursche kaum noch cooler sein. Die haben da wirklich die richtigen Leute an Bord.

Das Wetter war gut bis sehr gut, allerdings kalt und windig aber mit sonnigen Abschnitten. Wir sind zuerst bei der hübschen Forschungsstation der Australier am NO- Ende der ca 35 km langen Insel gelandet.

Die Wissenschaftler und Ranger hatten 9 Monate keine Fremden mehr gesehen und haben uns sehr nett mit frischen Brötchen und Kaffee in ihrem Aufenthaltsraum bewirtet. Die Station liegt auf einer schmalen Landzunge mit Kolonien von Eselspinguinen und freundlichen Seeelefanten. Unerwarteter Bonus war ein einzelner Zügelpinguin, der zwischen den Eselspinguinen stand. Der ist hier ein seltener Irrgast, auf den wir zwar gehofft hatten, aber dass das tatsächlich klappt, war natürlich super.

Die Seeelefanten liegen überall kreuz und quer rum, auch jede Menge riesige Männchen.

Und sie stören sich überhaupt nicht an den Menschen, von denen sie vor 120 Jahren noch zu Öl verkocht wurden. So ging es hier übrigens auch den Pinguinen, die von einem geschäftstüchtigen Neuseeländer ebenfalls zu Öl gemacht wurden. Er hatte die Rechte gepachtet und hat riesige Dampfkochtöpfe entwickelt, in die die Pinguine über Planken reingetrieben wurden um dann unter Druck das Öl zu extrahieren. Man kann nur hoffen, das der Typ heute in seinem privaten Dampftopf in der Hölle brutzelt.

Diese sogenannten „Digester“ stehen heute noch verrostet in den Pinguinkolonien, ziemlich gruselig.

Nachmittags waren wir etwas die Küste runter in der Sandy Bay, wo eine der größten Haubenpinguinkolonieen und eine kleinere Kolonie der Königspinguins liegen. Da war das Wetter dann bis auf ein paar Hagelschauer prima, und wir durften uns in einem größeren Gebiet frei bewegen. Das war unglaublich am Strand zwischen den Seeelefanten und den wunderschönen Königspinguinen zu sitzen und besonders die Pinguine kommen manchmal bis auf Zentimeter an einen heran. Diesmal wurden besonders Jochens Füße genauer untersucht, möglicherweise wegen dem den Pinguinen vertrauten Geruch ?

In der Kolonie der Haubenpinguine war man zwar ein paar Meter von den Pinguinen getrennt, konnte aber trotzdem toll die Interaktionen in der Kolonie und die Versuche der Braunen Skuas, Pinguineier zu mopsen, beobachten.

Auf jeden Fall war dieser Nachmittag eins der absoluten Highlights des Trips.

Das Alles war gestern, heute ist das Wetter etwas ungünstig er, und wir haben nur noch eine Zodiaktour vor der größten Kolonie der Königspinguine in der Lusitania Bay gemacht.

Hier brüten 150.000 Paare Königspinguine, mit den fast erwachsenen Jungvögeln zusammen bestimmt 400.000 Vögel. Aber bei 2°, horizontalem Wind und Schnee- und Graupelschauern war das nur eingeschränkt angenehm. Selbst Jochen hat gesagt, er wäre nicht böse gewesen, wenn die Tour eine Viertelstunde kürzer gewesen wäre.

Danach sind wir noch etwas vor der Küste gekreuzt in der Hoffnung, einen der weißen „Snowy“ Wanderalbatrosse zu sehen, was nicht geklappt hat. Dafür aber nochmal 3 Orcas und 4 Soft-plumaged Petrels.

Heute geht es dann wieder in Richtung NO in neuseeländische Gewässer, wo wir dann morgen Abend nach wieder ca. 36 h auf den Campbell Inseln ankommen werden.

Aber nach den ganzen Superbeobachtungen kann die Tour schon gar kein Reinfall meht werden, selbst wenn wir jetzt schlechteres Wetter kriegen sollten.

2 Kommentare zu „Nochmal Macquarie

  1. Super, ich freue mich jetzt schon auf die Bilder von den Pinguinen und … natürlich von den coolen Neuseeländern 😉
    Die Beschreibungen sind jedenfalls schon sehr beeindruckend und lebendig. Pinguinfett … yak, das wusste ich auch noch nicht. Gut, dass die Zeiten vorbei sind. Dafür schmeißen wir jetzt Plastik und Chemie in die Meere – ist wahrscheinlich auch nicht viel besser. 😖
    Weiterhin gute Exkursionen! LG Barbara H

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  2. Hi Matthias, hört sich cool an. Bin schon mal gespannt auf deinen Vortrag nächstes Jahr. Darfst Du aber nicht wieder machen, wenn ich auf Helgoland bin ;-). Weiterhin schöne Beobachtungen! BG, Stefan

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