Landgang auf den Chathams

Am Mittwoch waren wir morgens vor der einzigen Ortschaft auf der Hauptinsel der Chatham Inselgruppe und sind nach dem Frühstück mit den Zodiacs an Land gebracht worden. Vom Ort aus sind dann alle außer Tom mit Bussen zum privaten Tuku-Reservat im Süden der Insel gefahren worden. Der Weg dahin geht über Schafweiden voller Feldlerchen und Trauerschwäne und an wenigen kleinen Waldrestchen vorbei auf Schotterstraßen zur Südküste. Hier schützt einer der Schaffarmer auf seiner Farm nicht nur die letzte Brutkolonie des Magentasturmvogels und des Chathamsturmvogel sondern auch ein paar hübsche Waldreste

und ein eingezäuntes Gelände an der Steilküste, auf dem der endemische Chathamalbatros wieder angesiedelt werden soll. Das soll eine zweite Population als Versicherung geben, falls in der momentan einzigen Kolonie auf dem Pyramid Rock irgendetwas passiert.

Der Farmer und seine Frau haben eine kleine Ansprache über ihr Schutzprojekt, aber auch über die ungünstigen Lebensumstände auf der etwas abgelegenen Inselgruppe 1000 km östlich von Neuseeland gehalten. Die Transportkosten von und nach den Inseln fressen wohl einen ordentlichen Teil der Gewinne auf.

Wir haben dann einen hübschen Spaziergang zur Küste durch den schönen Wald voller Baumfarne gemacht. Dabei waren die beiden endemischen Landvögel der Insel, eine Taube und ein Zweigsänger recht einfach zu kriegen. Ansonsten aber wie in Neuseeland nur Star, Amsel, Singdrossel, Buchfink und Stieglitz zu sehen und zu hören.

Während des Ausflugs hatte Tom und sich abgesetzt, um die für ihn natürlich viel wichtigere, vierte Limikolenarten Chatham-Austernfischer zu suchen. Ein vier Kilometer langer Spaziergang an einem wunderschönen Strand mit hohen Sanddünen bei der Ortschaft hat dann auch erst einen und dann sogar drei Vögel geliefert. Die flogen dann sogar in Richtung der Ortschaft, aber er hat sie dann bei einem Nickerchen in den Dünen verloren. Als wir dann gegen 12 Uhr wieder im Ort waren, waren sie nicht mehr zum sehen. Glücklicherweise hat Jochen mit dem Spektiv den Strand abgesucht, während wir uns Toms Heldengeschichten angehört haben. Und er hat dann auch zwei Vögel in 1-2 km Entfernung wiedergefunden. Einige von uns sind dann zu einem kleinen Strandspaziergang aufgebrochen und haben sie auch schön beim Muschelsuchen und -fressen beobachtet und fotografiert.

Sie sind zwar selten und hoch gefährdet, sehen unserem Austernfischer allerdings so ähnlich, dass der Wow-Faktor etwas fehlte.

Trotzdem habe ich danach im Ort mittags ein Bier getrunken, weil das nach Toms Zählung meine 200ste Limikolenart (von 223 momentan bekannten) war. Eric, der eine Guide hat sich dann einen Kleinbus von einem Insulaner ausgeliehen und hat die gehfauleren oder schlappen älteren Teilnehmer über der festen Strand auch noch zum Austernfischer gefahren, das war mal Dienst am Kunden.

Dann mussten wir nochmal mit den Bussen über die halbe Insel fahren, weil der Wind und die Wellen so stark geworden sind, dass der Kapitän das Schiff auf die andere Seite der Insel verlegen musste. Da wir morgens den Transfer bei ruhiger See und Sonnenschein gemacht hatten, hatte kaum jemand eine Regenhose dabei. Entsprechend nass waren wir nach der Schlauchbootfahrt mit einigen kleineren Wellen im Boot. Die Dünung war auch ordentlich, das heißt das Aussteigen an der schmalen Klappleiter am Schiff war auch spannend. Man muss da schon den richtigen Zeitpunkt zum Rübersteigen wählen, auch wenn 2 kräftige russische Matrosen dabei helfen. Bewunderungswürdig wie einige ältere Teilnehmer sich das noch zutrauen !

Abends waren wir dann nocheinmal vor der Sturmvogelkolonie und haben mit Fischresten gelockt, bei dem starken Wind und Wellengang aber mit mäßigem Erfolg.

Dann haben wir uns auf den 1000 km langen Rückweg zur neuseeländischen Südinsel gemacht, wo wir erst in der Nacht zum Sonntag nach 2 Tagen auf See ankommen werden.

3 Kommentare zu „Landgang auf den Chathams

  1. Moin Matthe, mensch klasse Berichte und geniale Beobachtungen – Glückwunsch hierzu! (Hoffe man sieht die dementsprechenden Bilder baldigst)
    Eine gute Rückfahrt nach Neuseeland und grüße mal die Runde. Weiterhin viel Erfolg und good birding. (Congrats on the nr. 200 =) – auch ne Gruppe die du zu machen könntest ^^ )

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  2. Echt spannende Berichte! Wie Basti bin ich auch total gespannt auf die Photos. Weiterhin guten Rückenwind auf See und weitere Töle Sichtungen. LG Barbara H

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