Lerchensuche in der Wüste

Die meisten meiner Zielarten hier im Süden Israels sind extreme Wüstenbewohner, und erfordern etwas Fahrerei. Deswegen hatte ich sie bei den letzten Trips ohne Auto auch nicht erwischt. Gestern bin ich um kurz nach 5 Uhr aufgebrochen und 50 km nach Norden an der ägyptischen Grenze entlanggefahren. So früh am Morgen war sonst noch niemand unterwegs, außer ein paar Grenzposten auf der anderen Seite vom Stacheldraht. Hinter dem kleinen, wohl militärischen Wüstenflughafen von Ovda bin ich dann von der Hauptstraße in das Ovda Valley ein weites flaches Wüstental abgebogen. Da hatte es in diesem Winter geregnet, und die Bedingungen sind gut.

Das braungrünliche in der Mitte ist Vegetation, die sich in einer Ablaufrinne angesiedelt hat. Sieht murkelig aus, ist aber offenbar die gedeckte Partytafel mit Buffet für diese Hardcore-Wüstenvögel. Ich war auch erst knapp eine Stunde durch die Gegend gewandert als ich runde Formen entdeckte die sich bewegten, und deshalb kein Wildeselkot ( der da überall rumliegt) sein konnten. Und tatsächlich waren es 17 Knackerlerchen, gleich die ersten Vögel waren die für mich wichtigsten auf diesem Trip. Ich hatte sie grade 3 Minuten im Spektiv bewundert und begann, mir Gedanken zu machen, wie ich das mit den Fotos anstellen könnte. Da flog ein Kleinflugzeug niedrig über uns drüber, die Lerchen flogen alle auf und außer Sicht, grrr !

Bei der anschießenden Suche habe ich eine noch größere grüne Fläche gefunden, und auf der wimmelte es von Vögeln. Mindestens je 6 Saharaohrenlerchen und Sandlerchen, beides Lifer, und dazu Hunderte von Kurzzehen- und Haubenlerchen, Isabellsteinschmätzern und ein paar normale Steinschmätzer, Brachpieper und Bachstelze. Wow, was für ein Gewimmel!

Saharaohrenlerche

Gut zu fotografieren waren sie allerdings nicht, es begann schon zu flimmern und Deckung gibts da natürlich auch keine.

Auf dem Rückweg zum Auto bin ich dann noch über meine erste Wüstenläuferlerche gestolpert, das war die Hauptwunschart Nr. 2. Auf einem 3-Stunden-Spaziergang 4 für mich neue Lerchenarten, das hätte ich mir doch deutlich schwieriger vorgestellt. Die Wildesel habe ich nicht gesehen auch wenn da überall Spuren und Eseläpfel waren, und Flughühner gab es auch keine.

Nach ein paar Käsebroten mit leckerem Humus bin ich noch etwas die Straße entlanggefahen und habe Esel gesucht. Dabei fiel mir ein dicht gedrängter Voelschwarm auf der aus den Hügeln in Richtung Ebene sauste, und direkt neben der Straße landete. Ich war begeistert, als ich langsam daneben ausrollte, die sich von mir überhaupt nicht stören ließen und ich mir 47 Kronenflughühner aus nächster Nähe anschauen konnte. Genial, denn das ist das schwierigste der Flughühner hier, und ebenfalls neu für mich.

Diese Stelle, die mir ein netter junger Birder vom Birdwatching Center in Eilat gegeben hatte, war wirklich aktuell und hat geliefert. So kann es weitergehen.

2 Kommentare zu „Lerchensuche in der Wüste

  1. Lieber Matthias, nachdem auch ich endlich deine Blog-Nachricht erhalten habe, kann ich mich mit dir an deinen tollen Lifern erfreuen. Super, dass auch einige nette Vogelbilder enthalten sind. Sehr schön. Drücke dir die Daumen, dass es weiterhin so gut klappt mit deinen Wunscharten. Viele Drücker 🥰

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