Abschied von Eilat

So  heute morgen bin ich schon um 6 Uhr aus Eilat abgefahren, nach sechs ganzen Tagen dort. Und ich habe noch gar nichts weiter darüber geschrieben. Aber die Tage waren ordentlich vollgepackt, ich bin kaum zum Essen und Schlafen gekommen  geschweige denn zum Bloggen.

Eilat liegt einfach supergünstig mitten in der Zugstraße des Arawatals, also einer nördlichen Verlängerung des ostafrikanischen Grabenbruchs, den die Zugvögel entlangkommen. Dummerweise müssen sie dabei über den Sinai bzw.das Rote Meer, und entsprechend hungrig und schlapp kommen sie dann in Eilat an. Da treffen sie aber nicht nur auf Gärten, bewachsene Wadis und Parks sondern auch auf das Eilat Bird Sanctuary, ein toll angelegtes Vogelschutzgebiet mit Gehölzen und Gewässern. Da wimmelt es nicht nur von Vögeln, sondern auch von äußerst kundigen Ornis, die sehr gerne Auskunkf über momentane Seltenheiten und gute Stellen geben. Ich habe mich mit Klil angefreundet  einem 18-jährigen Volunteer,  der in dem Alter schon bei den Topbirdern Israels mitspielt. Der hat mich mit Google-Maps Punkten in ganz Israel bombardiert, wenn ich die alle ausprobieren würde, müsste ich noch einen Monat hierbleiben.

Einer der Teiche im Bird Park

Wenn es richtig mit dem Vogelzug losgeht, sitzen selbst in den Anlagen am Strand überall Vögel. Leider wimmelt es da von streunenden Katzen, ich habe beim Spazierengehen und nach Seevögeln schauen da zwei Schwalben wie die hübsche Rötelschwalbe oben als Katzenfrühstück enden sehen.

Durch den starken, kalten Nordwind, der die ganze Woche geweht hat, hat der Zug aber noch nicht richtig losgelegt, es waren zum Beispiel auch keine 1000ende von Greifvögel in der Luft. Aber Trupps von Falkenbussarden (östliche Unterart des Mäusebussards) gab es schon immer wieder.

Und auch immer wieder große Trupps von Schwarzmilanen, einzelne Weihen und Schlangenadler oder Zwergadler wie dieser hier.

Beim einzigen Trupp von Steppenadlern, die ich gesehen habe, war die Kamera grade nicht griffbereit, schade.

Besonders spannend ist da außerdem ein kleines Vorkommen des asiatischen Schopfwespenbussards. Eilat ist so ziemlich der einzige Punkt in der Westpalearktis, wo man die Art sehen kann. Früher nur ab und zu mal auf dem Zug im April wo man dann Einzelvögel aus den Zehntausenden von ziehenden Wespenbussarden rausarbeiten musste. In den Dattelpalmplantagen in Eilat und im benachbarten Jordanien hat sich aber in den letzten Jahren eine standortfremde Honigbiene mit frei hängenden Waben angesiedelt. Seitdem überwintern in den letzten Jahren auch einzelne Schopfwespenbussarde in der Gegend und pendeln über die Grenze hin und her. Auch für diese Art ist der Bird Park günstig ich habe ihn da jedenfalls sehr schön gesehen.

Jetzt wo der Zug wahrscheinlich grade wirklich losgeht hätte man sicher auch zwei Wochen am Stück hier zubringen können, ohne das es langweilig geworden wäre. Und Eilat liegt ja nur am Südrand einer Masse von guten Stellen, die alle immer für eine Sensation gut sind.

Ein Kommentar zu „Abschied von Eilat

  1. 👍🍻Das klingt ja super gut 😊 Gut einen jungen Birder kennen gelernt zu haben, der dir so viele Tips für aktuelle Sichtungen geben kann. Die Fotos sind für mich auch wieder ein nettes Highlight. Drücke dir die Daumen für die Kragentrappen Morgen früh.

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