Nochmal Macquarie

Nach dem Frühstück und den teilweise recht nahen Orcas sind wir mit den Zodiacs zum erstem mal auf Macquarie gelandet, diesmal auch mit etwas mehr Action. Aber die Guides, die auch die Zodiacs fahren sind wirklich perfekt darin, selbst die teilweise geh-eingeschränkten, älteren Passagiere sicher und halbwegs trocken an Land zu bringen. Das ist manchmal nicht ganz so einfach, weil die Zodiacs entweder vorwärts an die tangbewachsenen Felsküsten ranfahren, und man muss im richtigen Moment raushüpfen und nicht ausrutschen. Oder sie fahren rückwärts an die Kiesstrände ran, die Guides halten das Boot in Wathosen von außen halbwegs stabil und man muss über die Seiten ins (meist nur) knietiefe Wasser aussteigen.

Bezeichnend war, als Alex, einer der jungen Guides, breitbeinig stehend und grinsend den Zodiac durch die Wellen steuerte. Nachdem ein Gast sagte er würde mit seiner Polarisationsbrille gut aussehen antwortete er „Not as good as I feel right now“. Da er das auch genauso meinte, kann man als junger Bursche kaum noch cooler sein. Die haben da wirklich die richtigen Leute an Bord.

Das Wetter war gut bis sehr gut, allerdings kalt und windig aber mit sonnigen Abschnitten. Wir sind zuerst bei der hübschen Forschungsstation der Australier am NO- Ende der ca 35 km langen Insel gelandet.

Die Wissenschaftler und Ranger hatten 9 Monate keine Fremden mehr gesehen und haben uns sehr nett mit frischen Brötchen und Kaffee in ihrem Aufenthaltsraum bewirtet. Die Station liegt auf einer schmalen Landzunge mit Kolonien von Eselspinguinen und freundlichen Seeelefanten. Unerwarteter Bonus war ein einzelner Zügelpinguin, der zwischen den Eselspinguinen stand. Der ist hier ein seltener Irrgast, auf den wir zwar gehofft hatten, aber dass das tatsächlich klappt, war natürlich super.

Die Seeelefanten liegen überall kreuz und quer rum, auch jede Menge riesige Männchen.

Und sie stören sich überhaupt nicht an den Menschen, von denen sie vor 120 Jahren noch zu Öl verkocht wurden. So ging es hier übrigens auch den Pinguinen, die von einem geschäftstüchtigen Neuseeländer ebenfalls zu Öl gemacht wurden. Er hatte die Rechte gepachtet und hat riesige Dampfkochtöpfe entwickelt, in die die Pinguine über Planken reingetrieben wurden um dann unter Druck das Öl zu extrahieren. Man kann nur hoffen, das der Typ heute in seinem privaten Dampftopf in der Hölle brutzelt.

Diese sogenannten „Digester“ stehen heute noch verrostet in den Pinguinkolonien, ziemlich gruselig.

Nachmittags waren wir etwas die Küste runter in der Sandy Bay, wo eine der größten Haubenpinguinkolonieen und eine kleinere Kolonie der Königspinguins liegen. Da war das Wetter dann bis auf ein paar Hagelschauer prima, und wir durften uns in einem größeren Gebiet frei bewegen. Das war unglaublich am Strand zwischen den Seeelefanten und den wunderschönen Königspinguinen zu sitzen und besonders die Pinguine kommen manchmal bis auf Zentimeter an einen heran. Diesmal wurden besonders Jochens Füße genauer untersucht, möglicherweise wegen dem den Pinguinen vertrauten Geruch ?

In der Kolonie der Haubenpinguine war man zwar ein paar Meter von den Pinguinen getrennt, konnte aber trotzdem toll die Interaktionen in der Kolonie und die Versuche der Braunen Skuas, Pinguineier zu mopsen, beobachten.

Auf jeden Fall war dieser Nachmittag eins der absoluten Highlights des Trips.

Das Alles war gestern, heute ist das Wetter etwas ungünstig er, und wir haben nur noch eine Zodiaktour vor der größten Kolonie der Königspinguine in der Lusitania Bay gemacht.

Hier brüten 150.000 Paare Königspinguine, mit den fast erwachsenen Jungvögeln zusammen bestimmt 400.000 Vögel. Aber bei 2°, horizontalem Wind und Schnee- und Graupelschauern war das nur eingeschränkt angenehm. Selbst Jochen hat gesagt, er wäre nicht böse gewesen, wenn die Tour eine Viertelstunde kürzer gewesen wäre.

Danach sind wir noch etwas vor der Küste gekreuzt in der Hoffnung, einen der weißen „Snowy“ Wanderalbatrosse zu sehen, was nicht geklappt hat. Dafür aber nochmal 3 Orcas und 4 Soft-plumaged Petrels.

Heute geht es dann wieder in Richtung NO in neuseeländische Gewässer, wo wir dann morgen Abend nach wieder ca. 36 h auf den Campbell Inseln ankommen werden.

Aber nach den ganzen Superbeobachtungen kann die Tour schon gar kein Reinfall meht werden, selbst wenn wir jetzt schlechteres Wetter kriegen sollten.

Von den Auckland zu den Macquarie-Inseln

In dem geschützten Hafen im Norden des Auckland Inselarchipels haben wir wirklich wie die Toten geschlafen, was sehr willkommen war. Morgens nach dem leckeren Frühstück sofort mit den Zodiacs auf die nördlichste größere Insel der Aucklands, Enderby Island, übergesetzt und an einem schönen Sandstrand gelandet. Das war eine sehr angenehme Landung, was durchaus nicht immer so sein muss.Wir sind in Gruppen eingeteilt worden, weil man auf der Insel nicht alleine rumlaufen darf. Wir sind zuerst in der Bucht geblieben und haben uns zuerst die hübschen Gelbaugenpinguine angekuckt, die hier im Wald brüten und morgens langsam über die Wiesen zum Meer wackeln. Dann kam Toms große Stunde, weil wir ausgeschwärmt sind und vorsichtig in den Seggen nach der endemischen Subantarktikschnepfe gesucht. Die sieht etwas wie eine größere Zwergschnepfe aus und sitzt auch genauso fest im Versteck. Nur fliegt sie nicht ab, wenn man fast drauftritt sondern fliegt höchstens 5 m und läuft dann wieder ins Gras. Es hat auch nicht lange gedauert, dann flog vor meinem Nachbarn eine auf und landete genau vor mir im Gras. Gleichzeit flog ein Maorifalke über uns und setzte sich fotogen auf einen Baumstumpf und ein anderer Teil der Gruppe hat in einem Torftümpel eine der kleinen, endemischen und flugunfähigen Aucklandenten gefunden. Bei den wenigen Arten hier trotzdem Reizüberflutung !Ich habe erstmal in Ruhe die Schnepfe fotografiert, dann die Ente und am Ende den Falken, der mich dann sogar noch gezielt angeflogen hat. Als er auf Augenhöhe angesaust kam, habe ich mich zur Freude der Gruppe doch sehr schnell zu Boden fallen lassen.Danach sind wir auf einem schönen Bohlensteg quer über die Insel gelaufen zur Steilküste im Norden der Insel. Der Weg führt durch wirklich eindrucksvolle Botanik mit dem windgepeitschten Rafa-Wald und den endemischen Staudenarten und dann über eine grasbewachsene Hochebene mit mehreren Paaren des südlichen Königsalbatrosses. Absolut genial, die über der Hochfläche starten, segeln und landen zu sehen.An der Steilküste haben wir dann zuerst noch eine der Schnepfen entdeckt und dann brütende und balzende Graumantel-Albatrosse. Ein Paar hat in den Klippen direkt unter uns gebrütet und gebalzt.Das ist für mich der eleganteste und schönste Albatros und war nach dem Königspinguin die 2. Art auf meiner Wunschliste für den Trip. Nachmittags sind wir dann östlich der Inselgruppe nach Süden gefahren und hatten in einem geschützen Hafen dort noch eine ruhige Nacht ohne zuviel Geschaukel.Am Morgen danach sind wir noch kurz mit den Zodiacs zu einer kleinen Kolonie des Südfelsenpinguins gefahren die da in den Blockschutthalden unter einer steilen Basaltklippe brüten.Sehr lustig, die Burschen über die Felsen hüpfen zu sehen. In englisch heißen sie deshalb auch passender Rockhopper Penguin.Danach sind wir dann zu einer 36-stündigen Seereise nach Südwesten in Richtung der australischen Macquarie-Insel aufgebrochen. Tagsüber sehr nett mit den unglaublichen Mengen von Seevögeln und trotz einiger riesiger Wanderalbatrosse waren 9 Pottwale direkt neben dem Schiff das ultimative Highlight.Dafür war die Nacht wegen der Achterbahn wieder weitgehend ungemütlich.Wow, grade sind wir vor Macquarie vom Frühstück weggerufen worden, weil drei Orcas hinter dem Schiff kreuzten. Ein großes Männchen habe ich mehrfach gesehen, bevor es mir in Sandalen und Hemd bei Schneeregen doch zu ungemütlich wurde. Was für ein toller Beginn des 3 Pinguinlifer-Tages.

Auf dem Schiff

Gestern sind wir mit 48 anderen zahlenden Gästen erst noch auf eine Morgenexkursion in die Curio Bay gefahren. Da gab es zwar keine besonderen Vögel aber immerhin eine Gruppe der kleinen Hectordelphine in der Bucht. Nachmittags haben wir dann unsere kleine Dreierkabine auf der Spirit of Enderby bezogen. Das ist ein ehemaliges russisches Arktis-Forschungsschiff, was inzwischen von der Organisation Heritage Expeditions für die Naturkreuzfahrten der etwas extremeren Art in die Arktis und Antarktis benutzt wird.

Auf dem Schiff gibt es zwar Internet, dass ist aber teuer, langsam und mengenbegrenzt. D.h. es gibt zwar einige Beiträge, wenn ich mal dazu komme, aber die Bilder muss ich leider später nachliefern. Nicht dass ich bisher so viele gemacht hätte, das erfordert doch etwas mehr Können, als ich bisher habe, bei dem Gewackel auch noch vernünftige Bilder zu machen.

Die ersten paar Stunden an Bord hatten wir in der sehr windigen Fauveaux-Straße zwischen Stewart Island und der Südinsel schon ordentlichen Wellengang und konnten uns an das Laufen an Bord gewöhnen, bei dem man sich immer irgendwo festhalten muss. Das Beobachten wird auch nicht einfacher, wenn man sich immer mit mindestens einer Hand festhalten muss. Das köstliche erste Abendessen an Bord war auch interessant bei teilweise ordentlicher Schräglage. Die Stühle im Essraum sind zwar am Boden festgeschraubt, aber alles was auf den Anti-Rutsch-Matten auf dem Tisch steht kommt einem bei größeren Wellen dann doch entgegen. Der Seegang wurde dann zur Nachht hin noch einmal stärker, Tom und ich hatten glücklicherweise keine Probleme mit Seekrankheit, und Jochen hatte rechtzeitig eine Pille genommen.

An Schlaf war in unseren Kojen trotzdem nicht zu denken, es war ungefähr so, als ob man versuchen würde, in einer außer Kontrolle geratenen Achterbahn zu schlafen versuchen. Entsprechend übernächtigt waren wir beim Frühstück im kaum zu merkenden Windschatten der kleinen Snares-Inseln.

Hier eröffnete uns der Expeditionsleiter, das wegen der Wetterbedingungen die Zodiacfahrten in der Nähe der Inseln (die aus Naturschutzgründen nicht betreten werden dürfen) leider nicht stattfinden können. Immerhin sind wir mehrfach so nah wie möglich mit dem Schiff vor den Inseln hin und her gefahren und haben den nur hier vorkommenden Snaresinsel-Pinguin mehrfach sehr gut gesehen. Die Kolonien auf den wenigen flacheren Küstenabschnitten waren zwar nur als Pinguinpünktchen zu erkennen. Aber glücklicherweise schwammen mehrfach einzelne Vögel oder kleine Gruppen in der Nähe des Schiffs, die man gut gesehen hat. Ganz am Ende gab es sogar nochmal einen 20er Trupp, der nah am Schiff an der Oberfläche jagte, so dass alle Leute an Deck sie gut gesehen haben.

Danach ging es aus dem Windschatten heraus und Richtung Süden zu den Aucklandinseln. Wir dürfen von der Brücke aus beobachten, wenn es zu wackelig oder regnerisch ist, um vom Bug aus zu gucken. Da schaut man zwar durch die Scheiben, steht aber dafür im Warmen. Und die Seevogelmengen sind wirklich beieindruckend. 5 verschiedene Albatrosse (incl. den riesigen südlichen Königsalbatrosse), Sturmvögel, Sturmtaucher, Sturmschwalben und Prions und man sieht praktisch dauernd Vögel. Die beiden sehr guten Seevogelguides sind da auch meistens und sagen viele der Vögel an, wenn man also nicht grade Mittagsschlaf macht, hat man gute Chancen, die meisten besseren Vögel zu sehen.

Es war auf jeden Fall ein absoluter Supertag mit 6 Lifern für mich, und der beste Abschluss war, dass wir abends um 20 Uhr in eine ruhige Bucht im Norden der Aucklandinseln eingefahren sind, und deshalb ohne Achterbahn wie die Toten geschlafen haben.

Morgen geht es los

Wir sind heute morgen von Stewart Island wieder nach Invercargil übergesetzt und diesmal hat es auf der Fährfahrt ordentlich gewackelt. Nach der Ankunft haben wir unser Gepäck im Hotel deponiert und haben in einem netten Feuchtgebiet noch etwas gebirdet, bis der Wind so stark wurde, dass die Chancen auf den Fernbird, den wir finden wollten, gen Null gingen. Immerhin 100erte von Trauerschwänen und Australischen Löffelenten und ein paar Limikolen.

Heute abend lernen wir die restlichen Teilnehmer der Schiffstour kennen beim offiziellen ersten gemeinsamen Abendessen. Und morgen geht es dann los bis zum 1. Dezember.

Hier unsere geplante Reiseroute:

Und die Mitreisenden, die ich schon kenne:

Jetzt noch zum letzten Mal umpacken und dann kann es losgehen.

Ich melde mich vom Schiff, wenn wir uns mal das teure Internet gönnen.

Stewart Island II

Gestern haben wir morgens den letzten möglichen Landvogel hier, die nette kleine Tomtit, im Wald gefunden und sind dann mittags auf einen kleinen Pelagic zu ein paar vorgelagerten Inseln rausgefahren.Der Kapitän war ganz nett und kannte sich recht gut aus. Er hatte zwei große Eimer Dorschkarkassen als Lockfutter mit und es kamen auch recht bald die ersten Albatrosse.Sowohl wieder alte und junge White-capped Albatrosals auch ein einzelner Salvin’s Albatros.Außerdem gab es noch ein paar Braune Skuas,die erhoffen Fjordland Crested Penguins (Dickschnabelpinguin) und die ersten New Zealand Fur Seals auf den recht hübschen Inseln.Auch wenn wir uns nur in den Küstengewässern aufgehalten haben, gab es schon ein paar nette Fotomöglichkeiten.Als wir nachmittags wieder im Backpackers waren, war der dritte Mitfahrer für die Schiffsfahrt, Tom Noah aus dem Spreewald, inzwischen eingetroffen.Tom hat grade eine 6-tägige Wanderung in den Süden der Insel gemacht, wo er die südliche, extrem seltene Unterart des New Zealand Dotterel gesucht und gefunden hat. War wohl recht anstrengen, aber er hat es überlebt.Nach einem Willkommensbier waren wir nachts noch auf eigene Faust Kiwis suchen, mit deutlich geringerem Erfolg als am Vortag, nämlich genau 0.Heute morgennwaren wir dann bei tollem Wetter nochmal auf Ulva Island, und haben schon bei der Überfahrt auf dem kleinen Fährbootwieder ein paar Zwergpinguine gesehen.

Auf der Insel war bei deutlich besserem Wetter heute deutlich weniger Vogelaktivität, so dass wir schonnum 15 Uhr zurück wsren, und den Nachmittag mit Siesta, Kaffeetrinken, Schwätzen und Kochen verbracht haben.

Zumindest haben wir alle für uns möglichen neuen Artenauf Stewart Island gesehen, und das noch bei meist gutem Wetter und entspannter Atmosphäre, war also eine gute Entscheidung, uns hier auf die Schiffsreise einzustimmen.

Kiwi Encounters

Nach einem leckeren Abendessen im Backpackers waren wir um 22 Uhr am Treffpunkt für unsere vorgebuchte Kiwitour. Oli, unser netter, junger Guide hat uns und 5 weitere Teilnehmer zu einer 5 min entfernten, privaten Landebahn für Kleinflugzeuge gefahren, die mitten im Wald liegt. Hier sind auf den gemähten Rasenstreifen neben der Landebahn sehr ergiebige Nahrungshabitate für die Kiwis mit massig Regenwürmern vorhanden. Oli meinte, das rund um die Landebahnndie Territorien von mindestens 5 Kiwifamilien liegen würden. Es hat dann auch nur knapp 20 min gedauert, bis wir den ersten subadulten, männlichen Kiwi im roten Spotlight hatten, strike !!

Ange, die nette Frau von Beakes & Feathers, der Organisation, bei der wir bebucht hatten, sagte etwas von einer 99 % Erfolgsquote (bei gutem Wetter), aber dass das so einfach werden würde, hätte ich nicht gedacht.

Das rote Licht ist nötig, weil die Kiwis schlecht sehen und davon nicht so gestört werden, wenn man ansonsten leise ist. Der Bursche futterte jedenfalls relativ ungestört, während wir ihn anschauten.

Kurz darauf fanden wir dann ein ausgewachsenes Weibchen, das noch gut ein Drittel größer als die Männchen ist. Und es wurde besser, ein adultes Männchen tauchte ebenfalls auf und die eigentlich solitären Kiwis fingen an zu interagieren.

Das ging dann bis zur Kopulation, wobei es manchmal so aussah, als ob das oben sitzende Männchen auch noch seinen Schnabel zur Hilfe genommen hat. Zu guter Letzt kam noch das vorjährige Männchen dazu, so dass wir manchmal drei Kiwis gleichzeitig auf einem schlechten Bild hatten, wow !!!

Schließlich haben wir auf der anderen Seite der Landebahn noch ein weiteres junges Männchen gesehen bevor wir von Oli glücklich und höchst zufrieden direkt bei unserer Unterkunft abgesetzt wurden. So waren wir noch vor Mitternacht im Bett, mit dem 1. Kiwi auf der Liste. Zwar nicht selbst gefunden, aber das kann ja noch kommen.

Ulva Island

Heute morgen sind wir mit dem 1. Wassertaxi um 9 Uhr nach Ulva Island übergesetzt und haben auf der kurzen Fahrt schon die ersten Zwergpinguine gesehen. Ulva Island ist eins der ältesten Schutzgebiete in Neuseeland und nie stärker genutzt oder abgeholzt worden. Wiesel, Frettchen und Opossums gab es hier sowieso nie, und die Ratten haben 1997 wieder restlos ausgerottet. Seitdem haben sich nicht nur die einheimischen, endemische Vögel wieder gut erholt, nachdem nicht immer alle Eier und Jungvögel von den Ratten gefressen werden, sondern die Insel wird auch als Refugium für auf dem Festland gefährdete Arten benutzt, die hier ursprünglich nicht vorkamen.

Die 260 ha große Insel ist praktisch vollständig Nationalpark und es gibt einige gute Wege,

von denen aus man den tollen Wald besichtigen und die Vögel suchen kann.

Die ersten Lifer sind dann auch schnell gefallen, leider war das Licht bei starker Bewölkung und Nieselregen für meine Kamera meist doch zu ungünstig oder die Vögel zu hektisch für befriedigende Bilder. Recht spannend ist, dass sowohl der Kaka, der große endemische Papagei,

als auch die beiden endemischen Sittiche wie dieser Yellow-fronted Parakeet

hier häufig auf dem Waldboden nach Nahrung suchen und erst direkt vor einem auffliegen.

Zwischendurch kommt man aus dem Wald mehrfach an kleinen Stränden raus, auf denen tagsüber die flugunfähigen Weka-Rallen und nachts die Kiwis nach Flohkrebsen im Tang suchen. Wenn die Wekas nicht versuchen, bei den Besuchern Futter zu schnorren. Eine hat sogar mit kräftigen Schnabelhieben versucht, durch meinen Wanderschuh an meine Zehen heranzukommen.

Die waren dann auch wieder die verschiedenen Kormorane und die an den Küsten weit verbreiteten White-fronted Terns zu sehen. Hier auf einer interessant gestalteten Sitzwarte.

Mit der Nachmittagsfähre sind wir dann wieder zurück nach Golden Bay auf Stewart Island gefahren, um uns noch etwas vor unserer nächtlichen Kiwitour zu stärken.

Stewart Island

Die Fahrt nach Invercargill war lang, am Anfang habe ich noch einen Stop an einer von Jochen recherchierten Stelle für der Maorifalken gemacht. Die sogenannten Clay Cliffs sind sehr sehenswerte, aus Konglomeratlagen herauserodierte Formationen, die am Rand einer Flußniederung stehen.In den Löchern und Spalten der Klippen brüteten massenhaft Stare aber auch einige Haustauben, und als die alle auf einmal aufflogen, lag das tatsächlich an einem darüber hinweg zischenden Maorifalken. Den habe ich dann oben auf einer der höchsten Zinnen wiedergefunden, und schön im Spektiv bewundert.Da links oben saß er, leider zu weit für vernünftige Fotos.Auf jeden Fall ein sehr hübscher Vogel, und einer von den am einfachsten zu verpassenden Endemiten.Die weitere Fahrt war ereignislos und ich habe im noblen Ascot Park Hotel in Invercargill, wo wir uns am 13. mit der Gruppe für die Schiffsfahrt treffen, ein Zimmer genommen. Nach einem superleckeren Abendessen beim Inder habe ich dann Jochen am Flughafen eingesammelt, der nach fast 3 Tagen Reise etwas matt hier angekommen ist.Wir haben dann am nächsten Morgen mein Mietauto am Flughafen abgegeben und sind dann mit dem Bus zum Hafen von Bluff gefahren, wo die Fähre nach Stewart Island abgeht. Das Alles bei grauem Himmel und Regen, aber trotzdem den ersten Lifern für Jochen.Am Fährhafen hatte ich dann mit der Spotted Shag, einem endemischen Kormoran, auch die erste neue Art des Tages.Die Überfahrt war ruhig, aber auch von den Vögeln her nicht wirklich ergiebig. Ein paar Dunkle Sturmtaucher, 3 Weißkappenalbatrosse, die endemischen Stewart Island Shags und ca. 100 Lummensturmvögel waren schon fast alles.In Stewart Island sind wir in der Half Moon Bay in Oban gelandet.Das ist der einzige Ort auf dieser drittgrößten der neuseeländischen Inseln und hier wohnen auch die meisten der ca. 800 hier ständig lebenden Leute. Wir haben im sehr netten Stewart Island Backpackers unser vorbestelltes Zimmer bezogen und abnjetzt besserte sich auch das Wetter. Bei einer kurzen Stärkung mit Fish and Chips in der Sonnewurden wir aufmerksam von den örtlichen Red-billed Gulls beobachtet, die natürlich etwas abbekommen wollten.Danach sind wir rund um den Ort etwas an der Küste entlang gelaufen, und haben noch ein paar neue Arten für Jochen eingesammelt.Unter anderem den White-faced Heronden hübschen Sacred Kingfisher.und die New Zealand Woodpigeon:Leider fing es abends wieder an zu regnen, so dass aus einer ersten Kiwisuche auf eigene Faust nichts geworden ist. Für morgen abend haben wir aber eine Kiwitour gebucht, und da soll das Wetter besser sein.

Im Tasman River Delta

Nach ergiebigen Regenfällen hatte es morgens aufgeklart und wurde nach dem Frühstück sogar richtig schön. Ich bin sofort nach Norden gefahren und habe dann die gesamte Länge des Lake Pukaki am Westufer abgefahren. Das sind ca. 15 km, und eine Aussicht über den unglaublich blauen Gletschersee ist schöner als die nächste.

Am Nordufer ist dann das Delta des Tasman Flusses, der direkt aus dem gleichnamigen Gletscher unterhalb des Mount Cooks entspringt.

Das ist mit über 3700 m der höchste Berg Neuseelands und oben im Bilder leider mit Wolkenmütze. Auch hier hieß es wieder durch die Bäche waten, um auf die Schotterflächen zu kommen. Aber diesmal hatte ich Sandalen an, es war draußen wärmer und die Bäche waren nicht so reißend wie im Hawdon Valley. Deshalb wesentlich angenehmer zu machen.

Dann hat es auch nicht lange gedauert, bis ich den ersten Schiefschnabel gefunden habe, und der ist ja mal wirklich passend benannt.

Übrigens ist der Schnabel bei sämtlichen Individuen in die gleiche Richtung schief. Die stochern damit unter den Steinen nach Insektenlarven, funktioniert aber auch im Schlamm.

Nach einer Weile habe ich sogar einen auf dem Nest gefunden, extrem gut getarnt.

Über den Wasserläufen in der riesigen Schotterebene jagten auch ca. 50 der endemischen Graubauch-Seeschwalben, der 2. Lifer des Tages und ebenfalls ein Spezialist für genau diesen Lebensraum.

Nachdem ich ganz am Anfang meiner Wanderung zwei immature Schwarze Stelzenläufer gesehen hatte und dann 3 h lang keine Weiteren, habe ich mich schon beglückwünscht, das ich die schon gestern so gut gesehen hatte. Eigentlich ist das hier die beste Stelle für die Art. Ich war schon über den letzten Bach gewatet und fast wieder am Auto, da saßen auf einmal ein Altvogel und 2 Jungvögel in einem flachen Tümpel direkt neben dem Weg.

Das hatte dann also auch hier nochmal gut geklappt.

Ich habe mir dann noch mit Dutzenden von meist asiatischen Touris nach kurzer Wanderung den Tasman-Gletscher angeschaut. Der endet vor einem kleineren Gletschersee mit ein paar Eisbergen, hat aber durch den Klimawandel ziemlich gelitten und macht nicht mehr allzu viel her.

Die Landschaft drumherum mit den gelben Tussock-Gräsern ist dagegen wirklich hübsch.

So, morgen geht es weiter nach Invercargill im Süden, wo ich Jochen vom Flughafen abholen werde. Übermorgen früh fahren wir dann zusammen nach Stewart Island, wo Tom momentan seinen 100 km-Spaziergang auf der Suche nache der südlichen Unterart des New Zealand Dotterel unternimmt.

Black Stilts im McKenzie Basin

Nachdem es morgens in Arthur’s Pass immer noch schüttete, bin ich nach einem guten Frühstück in Richtung Süden aufgebrochen. Hier lebt im Zentrum der Südinsel in einem von Gebirgen umschlossenen Becken oder Hochtal mit tollen Schmelzwasserseen die kleine Restpopulation des Schwarzen Stelzenläufers hauptsächlich an den weiten Schotterbänken der sogenannten „braided rivers“ (=geflochtene Flüsse). So sehen die aus der Luft auch sicher aus, wie sie sich durch die Schotterebenen schlängeln. Da bekommt man eine Vorstellung davon, wie es bei uns im Voralpenland vor dem Begradigungswahnsinn ausgesehen haben muss.

Der Black Stilt teilt sich diesen Lebensraum mit zwei weiteren Limis, die nur hier brüten, dem hübschen Doppelband-Regenpfeifer und dem merkwürdigen Schiefschnabel, dener er aber an Seltenheit noch Einiges vorraus hat. Die Weltpopulation im Freiland liegt bei unter 100 Exemplaren.

Als ich nach knapp 4 h Fahrt am östlichsten der großen Seen, dem Lake Tekapo,

angekommen bin, war ich doch sehr verblüfft, als die ersten beiden Vögel in einem kleinen Tümpel 2 adulte Schwarze Stelzenläufer waren. Nach den Dips der letzten Tage mal nett, das etwas auf Anhieb klappt.

Auch der Doppelband-Regenpfeiffer war hier häufig und wenig scheu. Den kannte ich schon aus seinen Winterquartieren in Australien, hier ist er aber wesentlich fotogener.

Und schließlich gab es am Ufer auch noch eine große Kolonie der Maorimöwe, die ebenfalls hauptsächlich an diesen Seen brütet.

Die war der zweite Lifer des Tages und damit bin ich dann langsam nach Twizel südlich des Lake Pukaki weiter gefahren, wo ich für die nächsten 2 Nächte eine kleine Hütte auf einem Campingplatz vorbestellt hatte.