Der letzte Blog aus Israel

Gestern bin ich bei tollem Wetter knapp 50 km nach Süden in den Trans-Golan gefahren, das ist das deutlich niedrigere und flachere Hochplateau, das sich südlich ans Mt Hebron Massiv anschließt. Auch das haben die Israelis im 6-Tage Krieg erobert, und nicht mehr hergegeben. Strategisch klug, weil vorher die Syrer immer von hier Raketen ins Jordantal geschossen haben. Die eine oder andere verfallene Siedlung mit zerschossener Minimoschee erinnert immer noch an die früheren Bewohner.

Gamla

Mein Ziel war der Canyon von Gamla, wo die Israelis ein sehr erfolgreiches Geierschutzprokekt initiert haben. Der Hügelrücken oben im Bild war der Standort der jüdischen Stadt Gamla, die nach langem Wiederstand 67 n. Chr. durch 3 römische Legionen erobert und vollkommen zerstört wurde. Die Ruinen wurden erst nach den 6-Tage Krieg entdeckt und eindeutig zugeordnet.

In den Wänden des tiefen Canyons daneben brüten Gänse- und Schmutzgeier und Habichts- und Schlangenadler. Die kann man von mehreren Aussichtsplattformen schön beobachten.

Gänsegeier
Rüttelnder Schlangenadler fast auf Augenhöhe
Adulter, etwas zerrupfter Schmutzgeier

Zwischendurch zogen auch ein paar Adler, Bussarde und wenige Störche durch, besonders die Storchenzahlen waren aber weit vom gestrigen Hammertag entfernt.

Ziehende Schreiadler

Durch die Regenfälle war der gesamte Trans-Golan ein Blütenmeer, was auch von verschiedenen Singvögeln gerne als Rast- oder schon Brutgebiet angenommen wird.

Blaumerle in der Bildmitte

Ich habe da allerdings nicht allzu genau gesucht, weil ich mich doch meist auf die Greifvögel konzentriert habe. Alles in allem auch ein sehr schöner Ausflug.

Heute war ich dann auf dem Mt Hermon, mit meinem vorbestellten und von meinem netten Wohnungsbesitzer organisierten Ticket für die Seilbahn bin ich dann problemlos durch die Kontrollen bis zum unteren Parkplatz auf 1450 m Höhe gekommen. Ab da wird man dann mit Shuttlebussen bis zur Seilbahnstation gefahren und dann geht es mit der Gondel auf 2200 m hoch.

Oben war es dann doch recht frisch, die Israelis tummelten sich mit Ski oder Snowbord auf den Pisten, die Kinder rodelten, bauten Schneemänner oder machten Schneeballschlachten. Das perfekte Wintervergnügen also. Für mich leider nicht so erfreulich, denn Vögel gab es keine.

Ich hatte gehofft, dass der hübsche Rotflügelgimpel, auf den ich schon lange scharf bin, auf den wenigen schneefreien Stellen rund um die Bergstation zu sehen wäre. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht, und auch sonst war es vollkommen vogelfrei da oben. Rund um die Talstation sah es nicht viel besser aus, mit viel Suchen bin ich auf 6 Arten gekommen Amsel, Nebelkrähe, Eichelhäher, Hausrotschwanz, Kohl- und Balkanmeise. Auch die längere Wanderung bergab zum unteren Parkplatz brachte nicht viel ein. Der große Schneeeinbruch vom Freitag hat die Vögel hier offenbar in weiter entfernte Gebiete vertrieben. Ich bin dann noch zu einem hübschen Wald in der Nähe der alten Kreuzfahrerburg Nimrods Fortress gefahren.

Nimrods Fortress

Da gab es zwar Vögel die anere Zielart der Gegend für mich, der Zederngirlitz, ließ sich aber leider auch nicht blicken. Und ein paar normale Girlitze waren zwar genau wie der Zaunkönig neu für den Trip, aber sonst auch nur ein schwacher Trost. Naja, es kann halt nicht immer Alles klappen, in einem Monat sind Rotf

Ein Kommentar zu „Der letzte Blog aus Israel

  1. Vielen Dank für Deinen tollen Blog von der Israel-Reise. Es war so schön, (fast) mit dabei zu sein. Wüsten und Schnee, was für ein wunderbares Land! Und Dein letzter Satz liest sich wie ein Cliff-Hanger ;-). Wir sind gespannt auf die nächste Tour. Ansonsten willkommen zurück!

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