So, ich bin nach 5 h angenehmer Busfahrt in Iringa, der größeren Stadt westlich der Uzungwa Berge im Süden Tansanias angekommen, und es gießt schon seit zwei Stunden wie aus Eimern. Ich sitze auf der überdachten Terrasse meiner netten Backpacker-Unterkunft und habe endlich mal etwas Zeit zum Schreiben. Die letzten 3 Tage waren ziemlich vollgepackt.
Ich bin am Samstag von Mikumi problemlos nach Hondo Hondo, die Uzungwa Forest Lodge direkt am Rand der steil aufsteigenden Berge im Udzungwa Nationalpark gefahren. Da habe ich ein komfortables Safarizelt bezogen und habe vom Restaurant aus erstmal die toll bewaldeten Berge auf mich wirken lassen, während ich mit einem leckeren Lunch aus überbackenen Nudeln mit Gemüse und Käse verwöhnt wurde.

Der Nationalpark ist für seinen Reichtum an Primaten, mindestens 10 Arten, bekannt. Die ersten waren auch gleich da, erst ein großer Trupp gelbe Paviane auf dem Rasen vor dem Restaurant und dann in den Bäumen dahinter ein gemischter Trupp Stummelaffen. Nenen den weit verbreiteten Black-and-White Colobus auch mindestens 20 der hier endemischen Udzungwa Red Colobus. Die sind nicht rot, sondern haben nur eine rote Kappe.



Nachdem ich im Zelt prima geschlafen hatte, habe ich morgens über eine Stunde auf den Guide gewartet, der mir von Richard empfohlen wurde. Der arbeitet seit Corona allerdings angestellt als Fahrer und hatte Einiges an Grip verloren. Wir waren zusammen im Kilombero Swamp, einem großen Sumpfgebiet südöstlich der Berge. Die Besonderheit hier sind drei endemische Vögel, die wirklich nur hier vorkommen. Allerdings 2 Cistensänger und ein Maskenweber, Nichts was einen vor Begeisterung in Ohnmacht fallen läßt. Die 3 Arten waren einfach, wenn wir für den 2. Cistensänger auch eine kleine Kanutour gebraucht haben.




Bei der haben wir dann auch noch ein paar hübsche andere Arten gesehen wie den folgenden Kiebitz.

Nach einer kurzen Mittagspause sind wir wieder aufgebrochen um den Magombera Forest, ein kleines Waldschutzgebiet das als Trittstein zwischen den Waldbergen im Flusstal liegt. Hier muss man wie überall in Tansania Eintritt für den Wald zahlen, auch wenn man ihn nur von außen anschaut. Das Geld kommt allerdings teilweise dem Dorf daneben zugute, das den Wald stehen läßt.
Ein paar nette Arten gab es schon von außen wie diesen hauptsächlich vegetarischen Palmengeier, der sich wirklich von Palmfrüchten ernährt.

Die Hauptzielart hier ist aber die seltene Pel’s Fishing Owl, der riesige afrikanische Fischuhu. Den hatte ich zwar mit Tobi im Krügerpark in Südafrika gesehen, das war aber nur eine superkurze und unbefriedigende Flugbeoachtung zwischen zwei Inseln im Olifants River.
Hier stand vor der Chance, das residente Paar zu sehen ( klappt nicht immer, Richard und Anne haben 2022 gedippt) ein ca. 2 km langer Fußmarsch die Bahngleise entlang. Wenigstens kamen keine Züge.

Ich habe am Ende dann ziemlich gedrängelt, weil Emanuel, der unfähige Guide, da langsam rumtrödelte und meinte es müsste erst dunkel werden. Die örtliche Waldbeauftragte hatte vorher aber gesagt, dass die Fischuhus von ihren unbekannten Schlafplätzen im Wald in der Dämmerung zum einsehbaren Flussabschnitt neben den Bahngleisen einfliegen.
Ich war dann mit der Waldhüterin grade an der 1. ersten Stelle angekommen, an der man das Flüsschen sehen konnte, als der unglaublich riesige, rotbraune und wunderschöne Fischuhu tatsächlich über das Wasser schwebte. Emanuel hat ihn natürlich verpasst. Ich habe ihn dann im letzten Licht noch einmal kurz fliegen sehen, leider ist er aber nie in Sichtweite sitzen geblieben.
Wir haben dann noch 1,5 h gewartet und mit den Taschenlampen immer mal wieder die möglichen Sitzwarten abgeleuchtet, ohne Ergebnis. Als wir grade abbrechen wollte, weil ein Gewitter aufzog, rief der örtliche Elefantenwächter, der auf dem Bahndamm patroulierte, das er den Uhu hätte. Es stellte sich raus, dass der direkt über seinen Kopf in die Felder geflogen und in einem einzelnen Baum gelandet war (warum auch immer). Wir sind dann hinter dem Wächter auf einem megasteilen Elefantenpfad (über den gehen die nachts in die Zuckerrohrfelder, deshalb auch der Wächter) den steilen Bahndamm runtergeschlittert. Dann so vorsichtig wie möglich in die Nähe des Baums geschlichen, Licht an und wow, da saß er !


Das hatte sich mal richtig gelohnt und war ein Wahnsinnsabschluss für einen sonst bisher eher mittelprächtigen Tag.
Der Wächter hat natürlich ein ordentliches Trinkgeld bekommen und nachn10 min Anschauen und Fotosession haben wir den Uhu sitzen lassen und sind quer durch die Felder zur nächsten Erdstraße gelaufen, wo uns der Fahrer kurz nach Einsetzen des Gewitterregens feucht aber noch nicht klatschnass wieder einsammelte.
Wir waren zwar erst um 21:30 Uhr wieder am Camp, aber sie haben mir trotzdem noch ein leckeres Abendessen mit Suppe, gebratenem Wels mit Bratkartoffeln und Spinat und Schokokuchen aufgehoben. Zusammen mit einem Bier ein guter Ausklang eines jetzt doch hervorragenden Tages.



























































































