Kiwi Encounters

Nach einem leckeren Abendessen im Backpackers waren wir um 22 Uhr am Treffpunkt für unsere vorgebuchte Kiwitour. Oli, unser netter, junger Guide hat uns und 5 weitere Teilnehmer zu einer 5 min entfernten, privaten Landebahn für Kleinflugzeuge gefahren, die mitten im Wald liegt. Hier sind auf den gemähten Rasenstreifen neben der Landebahn sehr ergiebige Nahrungshabitate für die Kiwis mit massig Regenwürmern vorhanden. Oli meinte, das rund um die Landebahnndie Territorien von mindestens 5 Kiwifamilien liegen würden. Es hat dann auch nur knapp 20 min gedauert, bis wir den ersten subadulten, männlichen Kiwi im roten Spotlight hatten, strike !!

Ange, die nette Frau von Beakes & Feathers, der Organisation, bei der wir bebucht hatten, sagte etwas von einer 99 % Erfolgsquote (bei gutem Wetter), aber dass das so einfach werden würde, hätte ich nicht gedacht.

Das rote Licht ist nötig, weil die Kiwis schlecht sehen und davon nicht so gestört werden, wenn man ansonsten leise ist. Der Bursche futterte jedenfalls relativ ungestört, während wir ihn anschauten.

Kurz darauf fanden wir dann ein ausgewachsenes Weibchen, das noch gut ein Drittel größer als die Männchen ist. Und es wurde besser, ein adultes Männchen tauchte ebenfalls auf und die eigentlich solitären Kiwis fingen an zu interagieren.

Das ging dann bis zur Kopulation, wobei es manchmal so aussah, als ob das oben sitzende Männchen auch noch seinen Schnabel zur Hilfe genommen hat. Zu guter Letzt kam noch das vorjährige Männchen dazu, so dass wir manchmal drei Kiwis gleichzeitig auf einem schlechten Bild hatten, wow !!!

Schließlich haben wir auf der anderen Seite der Landebahn noch ein weiteres junges Männchen gesehen bevor wir von Oli glücklich und höchst zufrieden direkt bei unserer Unterkunft abgesetzt wurden. So waren wir noch vor Mitternacht im Bett, mit dem 1. Kiwi auf der Liste. Zwar nicht selbst gefunden, aber das kann ja noch kommen.

Ulva Island

Heute morgen sind wir mit dem 1. Wassertaxi um 9 Uhr nach Ulva Island übergesetzt und haben auf der kurzen Fahrt schon die ersten Zwergpinguine gesehen. Ulva Island ist eins der ältesten Schutzgebiete in Neuseeland und nie stärker genutzt oder abgeholzt worden. Wiesel, Frettchen und Opossums gab es hier sowieso nie, und die Ratten haben 1997 wieder restlos ausgerottet. Seitdem haben sich nicht nur die einheimischen, endemische Vögel wieder gut erholt, nachdem nicht immer alle Eier und Jungvögel von den Ratten gefressen werden, sondern die Insel wird auch als Refugium für auf dem Festland gefährdete Arten benutzt, die hier ursprünglich nicht vorkamen.

Die 260 ha große Insel ist praktisch vollständig Nationalpark und es gibt einige gute Wege,

von denen aus man den tollen Wald besichtigen und die Vögel suchen kann.

Die ersten Lifer sind dann auch schnell gefallen, leider war das Licht bei starker Bewölkung und Nieselregen für meine Kamera meist doch zu ungünstig oder die Vögel zu hektisch für befriedigende Bilder. Recht spannend ist, dass sowohl der Kaka, der große endemische Papagei,

als auch die beiden endemischen Sittiche wie dieser Yellow-fronted Parakeet

hier häufig auf dem Waldboden nach Nahrung suchen und erst direkt vor einem auffliegen.

Zwischendurch kommt man aus dem Wald mehrfach an kleinen Stränden raus, auf denen tagsüber die flugunfähigen Weka-Rallen und nachts die Kiwis nach Flohkrebsen im Tang suchen. Wenn die Wekas nicht versuchen, bei den Besuchern Futter zu schnorren. Eine hat sogar mit kräftigen Schnabelhieben versucht, durch meinen Wanderschuh an meine Zehen heranzukommen.

Die waren dann auch wieder die verschiedenen Kormorane und die an den Küsten weit verbreiteten White-fronted Terns zu sehen. Hier auf einer interessant gestalteten Sitzwarte.

Mit der Nachmittagsfähre sind wir dann wieder zurück nach Golden Bay auf Stewart Island gefahren, um uns noch etwas vor unserer nächtlichen Kiwitour zu stärken.

Stewart Island

Die Fahrt nach Invercargill war lang, am Anfang habe ich noch einen Stop an einer von Jochen recherchierten Stelle für der Maorifalken gemacht. Die sogenannten Clay Cliffs sind sehr sehenswerte, aus Konglomeratlagen herauserodierte Formationen, die am Rand einer Flußniederung stehen.In den Löchern und Spalten der Klippen brüteten massenhaft Stare aber auch einige Haustauben, und als die alle auf einmal aufflogen, lag das tatsächlich an einem darüber hinweg zischenden Maorifalken. Den habe ich dann oben auf einer der höchsten Zinnen wiedergefunden, und schön im Spektiv bewundert.Da links oben saß er, leider zu weit für vernünftige Fotos.Auf jeden Fall ein sehr hübscher Vogel, und einer von den am einfachsten zu verpassenden Endemiten.Die weitere Fahrt war ereignislos und ich habe im noblen Ascot Park Hotel in Invercargill, wo wir uns am 13. mit der Gruppe für die Schiffsfahrt treffen, ein Zimmer genommen. Nach einem superleckeren Abendessen beim Inder habe ich dann Jochen am Flughafen eingesammelt, der nach fast 3 Tagen Reise etwas matt hier angekommen ist.Wir haben dann am nächsten Morgen mein Mietauto am Flughafen abgegeben und sind dann mit dem Bus zum Hafen von Bluff gefahren, wo die Fähre nach Stewart Island abgeht. Das Alles bei grauem Himmel und Regen, aber trotzdem den ersten Lifern für Jochen.Am Fährhafen hatte ich dann mit der Spotted Shag, einem endemischen Kormoran, auch die erste neue Art des Tages.Die Überfahrt war ruhig, aber auch von den Vögeln her nicht wirklich ergiebig. Ein paar Dunkle Sturmtaucher, 3 Weißkappenalbatrosse, die endemischen Stewart Island Shags und ca. 100 Lummensturmvögel waren schon fast alles.In Stewart Island sind wir in der Half Moon Bay in Oban gelandet.Das ist der einzige Ort auf dieser drittgrößten der neuseeländischen Inseln und hier wohnen auch die meisten der ca. 800 hier ständig lebenden Leute. Wir haben im sehr netten Stewart Island Backpackers unser vorbestelltes Zimmer bezogen und abnjetzt besserte sich auch das Wetter. Bei einer kurzen Stärkung mit Fish and Chips in der Sonnewurden wir aufmerksam von den örtlichen Red-billed Gulls beobachtet, die natürlich etwas abbekommen wollten.Danach sind wir rund um den Ort etwas an der Küste entlang gelaufen, und haben noch ein paar neue Arten für Jochen eingesammelt.Unter anderem den White-faced Heronden hübschen Sacred Kingfisher.und die New Zealand Woodpigeon:Leider fing es abends wieder an zu regnen, so dass aus einer ersten Kiwisuche auf eigene Faust nichts geworden ist. Für morgen abend haben wir aber eine Kiwitour gebucht, und da soll das Wetter besser sein.

Im Tasman River Delta

Nach ergiebigen Regenfällen hatte es morgens aufgeklart und wurde nach dem Frühstück sogar richtig schön. Ich bin sofort nach Norden gefahren und habe dann die gesamte Länge des Lake Pukaki am Westufer abgefahren. Das sind ca. 15 km, und eine Aussicht über den unglaublich blauen Gletschersee ist schöner als die nächste.

Am Nordufer ist dann das Delta des Tasman Flusses, der direkt aus dem gleichnamigen Gletscher unterhalb des Mount Cooks entspringt.

Das ist mit über 3700 m der höchste Berg Neuseelands und oben im Bilder leider mit Wolkenmütze. Auch hier hieß es wieder durch die Bäche waten, um auf die Schotterflächen zu kommen. Aber diesmal hatte ich Sandalen an, es war draußen wärmer und die Bäche waren nicht so reißend wie im Hawdon Valley. Deshalb wesentlich angenehmer zu machen.

Dann hat es auch nicht lange gedauert, bis ich den ersten Schiefschnabel gefunden habe, und der ist ja mal wirklich passend benannt.

Übrigens ist der Schnabel bei sämtlichen Individuen in die gleiche Richtung schief. Die stochern damit unter den Steinen nach Insektenlarven, funktioniert aber auch im Schlamm.

Nach einer Weile habe ich sogar einen auf dem Nest gefunden, extrem gut getarnt.

Über den Wasserläufen in der riesigen Schotterebene jagten auch ca. 50 der endemischen Graubauch-Seeschwalben, der 2. Lifer des Tages und ebenfalls ein Spezialist für genau diesen Lebensraum.

Nachdem ich ganz am Anfang meiner Wanderung zwei immature Schwarze Stelzenläufer gesehen hatte und dann 3 h lang keine Weiteren, habe ich mich schon beglückwünscht, das ich die schon gestern so gut gesehen hatte. Eigentlich ist das hier die beste Stelle für die Art. Ich war schon über den letzten Bach gewatet und fast wieder am Auto, da saßen auf einmal ein Altvogel und 2 Jungvögel in einem flachen Tümpel direkt neben dem Weg.

Das hatte dann also auch hier nochmal gut geklappt.

Ich habe mir dann noch mit Dutzenden von meist asiatischen Touris nach kurzer Wanderung den Tasman-Gletscher angeschaut. Der endet vor einem kleineren Gletschersee mit ein paar Eisbergen, hat aber durch den Klimawandel ziemlich gelitten und macht nicht mehr allzu viel her.

Die Landschaft drumherum mit den gelben Tussock-Gräsern ist dagegen wirklich hübsch.

So, morgen geht es weiter nach Invercargill im Süden, wo ich Jochen vom Flughafen abholen werde. Übermorgen früh fahren wir dann zusammen nach Stewart Island, wo Tom momentan seinen 100 km-Spaziergang auf der Suche nache der südlichen Unterart des New Zealand Dotterel unternimmt.

Black Stilts im McKenzie Basin

Nachdem es morgens in Arthur’s Pass immer noch schüttete, bin ich nach einem guten Frühstück in Richtung Süden aufgebrochen. Hier lebt im Zentrum der Südinsel in einem von Gebirgen umschlossenen Becken oder Hochtal mit tollen Schmelzwasserseen die kleine Restpopulation des Schwarzen Stelzenläufers hauptsächlich an den weiten Schotterbänken der sogenannten „braided rivers“ (=geflochtene Flüsse). So sehen die aus der Luft auch sicher aus, wie sie sich durch die Schotterebenen schlängeln. Da bekommt man eine Vorstellung davon, wie es bei uns im Voralpenland vor dem Begradigungswahnsinn ausgesehen haben muss.

Der Black Stilt teilt sich diesen Lebensraum mit zwei weiteren Limis, die nur hier brüten, dem hübschen Doppelband-Regenpfeifer und dem merkwürdigen Schiefschnabel, dener er aber an Seltenheit noch Einiges vorraus hat. Die Weltpopulation im Freiland liegt bei unter 100 Exemplaren.

Als ich nach knapp 4 h Fahrt am östlichsten der großen Seen, dem Lake Tekapo,

angekommen bin, war ich doch sehr verblüfft, als die ersten beiden Vögel in einem kleinen Tümpel 2 adulte Schwarze Stelzenläufer waren. Nach den Dips der letzten Tage mal nett, das etwas auf Anhieb klappt.

Auch der Doppelband-Regenpfeiffer war hier häufig und wenig scheu. Den kannte ich schon aus seinen Winterquartieren in Australien, hier ist er aber wesentlich fotogener.

Und schließlich gab es am Ufer auch noch eine große Kolonie der Maorimöwe, die ebenfalls hauptsächlich an diesen Seen brütet.

Die war der zweite Lifer des Tages und damit bin ich dann langsam nach Twizel südlich des Lake Pukaki weiter gefahren, wo ich für die nächsten 2 Nächte eine kleine Hütte auf einem Campingplatz vorbestellt hatte.

Arthur’s Pass

Der Flug von Auckland nach Christchurch auf der Südinsel war nur 1,5 h lang, leider etwas verspätet. Nach den ständigen Durchsagen im Flughafen, dass man nur 1 Handgepäck mit max. 7 kg mitnehmen dürfte und sonst nicht mitfliegen darf, war ich etwas genervt, bis ich die ersten Japaner mit dem Schrankkoffer als Bordgepäck gesehen habe. Dann war mir klar, dass sie es da wohl doch nicht so genau nehmen werden.

In Christchurch bei Hertz hatte ich mal Glück mit einem kostenlosen Upgrade. Bestellt hatte ich einen Toyota Corolla oder Ähnliches, bekommen habe ich einen nagelneuen Toyota Camry Hybrid. Ein unglaubliches Geschoß, und dabei flüsterleise. Ich bin ihn natürlich vorsichtig gefahren, und hier ist sowieso vernünftigerweise 100 km/h Höchstgeschwindigkeit. Aber die Karre fährt sich unglaublich komfortabel, und nach den ersten 1000 km meist über steile, gewundene Bergstraßen habe ich grade mal 45 l Normalsprit getankt. Da könnte ich mich dran gewöhnen, auch wenn der Wagen schon recht protzig (bzw. prollig) aussieht. Jochen hat gleich gefragt, ob da denn auch ein Fuchsschwanz am Schlüssel dranhängen würde.

Ich bin durch die Berge zur Westküste nach Punakaiki gefahren, mein Navi hat mich den längeren Weg über den Lewis-Paß im Norden geleitet, und als ich das gemerkt hatte, war es zu spät zum Umkehren. Das hat sich aber als nicht so schlimm herausgestellt, weil die meist leere Straße führte durch wunderschöne Gebirgslandschaften.

An der Küste angekommen habe ich eine kleine Hütte auf einem Campingplatz bezogen und bin nach dem Abendessen gleich wieder los in den angrenzenden Paparoa Nationalpark.

Hier gibt es laut den Kiwiexperten die beste Stelle überhaupt für den superschwierigen Haastkiwi (Great Spotted Kiwi). Laut Ian Cooper, dem Kiwiprofi der Westküste hat man hier in einer idealen Nacht mglw. eine 5 %ige Chance, ihn tatsächlich zu sehen. Tja, die Nacht war extrem günstig, aber ich habe noch nicht mal einen gehört. Ein paarmal hat es zwar ziemlich in den Büschen geknackt, so dass das Adrenalin schon in die Höhe schoß. War aber jeweils nur eine Weka. Das sind große, flugunfähige Rallen, die hier an der Westküste noch recht häufig sind. Naja, versucht habe ich es zumindest.

Am nächsten morgen hat Ian dann wie befürchtet auch die für den Abend geplante Tour zum Okarito Kiwi 200 km die Küste runter abgesagt. Es soll da die nächsten beiden Tage durchregnen. Also musste Plan B her und ich bin wieder Richtung Osten ins Gebirge gefahren. Wieder über spektakuläre Straßen nach Arthur’s Pass, einem kleinen Bergdorf unterhalb des gleichnamigen Passes. Auf dem Weg am Paß habe ich meine ersten Keas gesehen, die sind wirklich Klasse. Meinen Schlitten fanden sie uninteressant (zu niedrig ?) aber an ein paar Wohnmobilen haben sie ordentlich gearbeitet.

Im Dorf habe ich mir in einem netten Backpackers Hostel, dem Mountain House, ein Zimmer genommen.

Dann sofort wieder los, mit kurzem Stop am Visitor Center des Department of Conservation. Hier haben sie einen ausgestopfen Great Spotted Kiwi, das ist wirklich ein Riesentrum. Das Weibchen wiegt 3,3 kg und ist kniehoch. Von den sehr gut informierten Mitarbeitern dort hat allerdings auch noch nie jemand einen in freier Wildbahn gesehen, auch wenn man sie nachts rund um den Ort gut hört.

Ich bin dann auf einer Stichstraße ins ca. 20 km entfernte Hawdon Valley gefahren, wo mir die Rangerin die Stelle für die letzte im Originalhabitat (also nicht auf irgendwelchen Hola-Inseln) lebende Population des Malherbesittichs in den Südbuchenwäldern beschrieben hatte. Die Wälder hier sind wirklich toll, und aufgrund von extremem Fallen- und Gifteinsatz aucg relativ arm an Raubsäugern. Unglaublich, was die hier für einen Aufwand betreiben, um diese letzten Restpopulationen zu sichern.

Trotzdem sind in den sehr schönen Wäldern nicht viele endemische Vögel unterwegs.

Aber immerhin das hübsche South Island Robin hat sich mehrmals gezeigt. Das ist so wenig scheu, dass es mich nicht wundert, wenn jede Ratte und jedes Wiesel damit sofort kurzen Prozess macht.

Der Weg zur Sittichstelle ging unmarkiert vom Parkplatz am Taleingang den Fluß hoch, dummerweise am falschen Flußufer. Das heißt, man muss erstmal durch den eiskalten Schmelzwasserfluß waten, der knietief und durch die Regenfälle der letzten Tage ziemlich reißend war.

Als ich dann mitten im Fluß auch noch einen Krampf im Fuß kriegte, wurde es tatsächlich etwas unangenehm.

Die Wanderung danach war zwar nett, leider an den beschriebenen Stellen weit und breit kein Sittich zu hören, noch nicht einmal die angeblich relativ häufigen Red-fronted Parakeets. Der Rückweg durch den Fluß war diesmal genauso unangenem, aber dank eines dicken Astes als Stütze zumindest etwas sicherer.

Danach war ich zwar ziemlich matt, aber da auch hier spätestens für die kommende Nacht der große Regen angekündigt war, wollte ich in den letzten Stunden Tageslicht doch noch die Stelle für den endemischen Rock Wren, einen winzigen, auf alpine Blockschutthalden spezialisierten Endemiten, probieren.

Das ist von der Straße oberhalb des Dorfes eine einfache 30 Minuten-Wanderung in ein Hochtal, diesmal sogar mit gut zu findendem Pfad. Die Stelle war auch gut beschrieben, nur fing kurz bevor ich da war zuerst ein starker Wind und dann auch noch leichter Regen an. Alles andere als ideale Bedingungen. Konsequenterweise habe ich dann auch nichts gesehen, auch wenn hier nach mehreren Leuten, die sich auskennen, zwei Paare brüten.

Naja, und wie könnte es anders sein, als es nachts dunkel genug war, um die Kiwis zu hören, hat es dermaßen geschüttet, das ich den Versuch leider abblasen musste.

Insgesamt hatte ich also schon erfolgreichere Tage in meiner Birderkarriere.

Glücklicherweise änderte sich das an den Folgetagen wieder deutlich zum Besseren.

Birding im Freilandzoo

Nach dem sehr erfolgreichen Pelagic am 31.10. war ich am nächsten Tag im Tawranahui Regional Park an der Küste nordöstlich von Warkworth.

Das ist eine schmale Halbinsel mit Resten von einheimischen Wäldern, kleinen Bächen und Weideland, die vollständig mit einem rattensicheren Zaun vom Festland abgetrennt ist. Rein kommt man nur durch ein Tor mit Lichtschranke. Drinnen wird trotz des Zauns ordentlich mit Gift und Fallen gesrbeitet, um den raubsäugerfreien Zustand zu erhalten. D. h. ausserhalb des Zauns sind Ratten, Wiesel, Frettchen und Katzen und innerhalb die ganzen endemischen Vögel, ist also schon ein bißchen wie ein Freiluftzoo.

Die Vögel sind aber da und konsequenterweise auch recht zahm, und der Wald ist teilweise wirklich hübsch. Auch hier überwiegen die exotischen (also eingebürgerten) Arten und auf den ersten Metern hatte ich u. a. Schopfwachteln aus Kalifornien, Braunwachtel aus Australien und Jagdfasan aus China. Aber immerhin auch am Strand mehrere sehr fotogene New Zealand Dotterels, ein hübscher endemischer Regenpfeiffer.

Auch die neuseeländischen Austernfischer fütterten ihre Jungvögel nur 3 m von mir entfernt, ohne sich aufzuregen.

Innerhalb des sehr dichten Waldes hat man jetzt auch mal ein paar unbekannte Vogelstimmen neben Amsel, Buchfink und co gehört. Unter anderem ist der hübsche North Island Saddleback recht häufig, wenn auch ziemlich versteckt im Unterwuchs.

Die Hauptattraktion hier ist allerdings eine stabile Population des nördlichen Streifenkiwi, für den ich nach einer Siesta abends in den Park zurückgefahren bin. Es gibt hier auch eine organisierte Kiwitour, die heute aber ausgebucht war. Ich bin also alleine losgezogen und hatte bis 21:30 Uhr zwar vier Männchen und zwei Weibchen gehört, aber leider trotz Rotlicht an der Taschenlampe ( das die Kiwis wohl nicht stört) keinen gesehen.

Ein kleiner Trost war ein hübscher Kuckuckskauz, der aus Versehen fast auf meinem Kopf landete, als ich auf einem Baumstamm saß und nach Kiwis gelauscht habe.

Dann setzte allmählich die immer noch heftige Jetlag-Müdigkeit ein und ich bin Richtung Auto zurückgelaufen. Dabei habe ich die Kiwitour getroffen, die aber auch noch kein Glück hatten.

Am nächsten Morgen hat mir Vanessa, die Organisatorin aber gemailt, dass sie danach noch drei Kiwis gesehen haben, grrr.

Naja, hier werde ich am Ende ja mit Jochen sowieso nochmal herkommen, also kein Problem. Einen weiteren Tag zu bleiben ging in meiner Unterkunft nicht und so bin ich am Samstag weiter Richtung Norden gefahren zum hübschen Waipu River Estuary.

Hier brüten auf den Schillbänken an der Küste 2 Paare der neuseeländischen Unterart der kleinen Australseeschwalbe und damit ein Neuntel der Weltpopulation dieser höchstgefärdeten Form, die sich ausschließlich in Neuseeland aufhält. Eine Forscherin, die ich getroffen habe, konnte mir die Lenensgeschichte der hiesigen beiden Beutpaare detailliert erläutern, da ist wirklich über alle 36 Vögel der Gesamtpopulation fast alles bekannt. Trotz all des Aufwandes sind letztes Jahr nur 2 Jungvögel flügge geworden, sieht also nicht gut aus.

Ich habe aber nach einer Stunde Warten dad eine Paar schön im Soektiv gesehen und beim Jagen und Balzfüttern beobachtet.

Außerdem gab es einige Limikolen wie die allgegenwärtigen Austernfischer

und vor der Küste Hunderte von Flattersturmvögeln.

Übernachtet habe ich in einer netten und billigen Hütte auf einem Campingplatz. Die haben hier meist eine gut eingerichtete Küche, spart das Essengehen, wenn man selber kochen kann.

Gestern bin ich dann nach einer Wanderung durch einen hübschen Hügelwald mit Resten eines 250 Jahre altem Maoriforts langsam zur Westküste rübergefahren. Die Landschaft besteht aus Weiden, Hügeln und kleinen Wäldchen mit winzigen Ortschaften mit netten Cafes dazwischen.

Die Straßen sind schmal und gewunden, aber inngutem Zustand und die Neuseeländer fahren entgehen den Berichten in manchen Reports recht zivilisiert.

Ich war dann noch bei einer Australtölpelkolonie an der Küste, komplett mit Lange Anna- Kopie. Das ist eine große Touristenattraktion mit guter Besucherlenkung und krabbelte mit asiatischen Touristen.

Abends habe ich dann ohne Probleme den Mietwagen zurückgegeben und in einem günstigen aber guten Hotel in der Nähe des Flughafen eingecheckt.

Jetzt sitze ich im Flugzeug nach Christchurch auf der Südinsel, die ersten 5 Tage haben zwar erst 68 Arten gebracht, aber 21 Lifer, also hat bisher alles gut funktioniert.

Allerdings kommt morgen eine Schlechtwetterfront von Westen, mal sehen wie das wird, nachdem ich bisher Sonne und bis 25 Grad hatte.

Hauraki Gulf Pelagic

So, dann bin ich nach 27 Stunden Flug am Mittwoch pünktlich in Auckland angekommen. Etwas matt zwar aber noch funktionsfähig. Habe mir gleich am Flughafen eine neuseeländische SIM für mein Handy besorgt, 2 Monate gültig mit 10 GB Daten drauf für ca. 25 €. Dann habe ich das Shuttle meiner Mietwagenfirma angerufen und die haben mich dann auch gleich abgeholt. Der Wagen ist ein murkeliger Hyundai von 2008, fährt aber gut und für 12 € am Tag incl. Vollkasko war das schon ok. Hat wie immer etwas gedauert mich an den Linksverkehr zu gewöhnen, aber außer das ich ein paarmal statt dem Blinker den Scheibenwischer betätigt habe (die sind beim Rechtslenker vertauscht) ist ichts Schlimmeres passiert. Ich bin dann einmal mitten durch Auckland durchgefahren, der Verkehr ist sehr zivil, gute Beschilderung und außerdem hat mich mein Tablet als Naviersatz gut geleitet. 50 km nördlich von Auckland hatte ich in Warkworth eine kleine Ferienwohnung bei einer Familie gebucht und die war ebenfalls leicht zu finden. Nach einem kurzen Nickerchen war ich lecker indisch essen und habe an einem Bach am Rand der Altstadt ein paar Vögel gesehen. Natürlich vor Allem standortfremde Exoten, Amsel, Singdrossel, Buchfink, Hausspatz, Hirtenstar, Star, etc. Aber immerhin auch ein paar hübsche Rotschnabelmöwen, der 1. Lifer des Trips. Dann ab ins Bett, 3 Stunden Schlaf und dann war ich wegen des Jetlags hellwach, Mist !
Nach einer dann leider recht schlaflosen Nacht war ich morgens am 8 km entfernten Pier in Sandspit, wo die Fähre nach Kawau Island abfährt. Hier geht heute früh der ganztägige Pelagic (= Seevogelbeobachtungstrip) von Wrybill Tours ab, der mir gestern nochmal per SMS bestätigt wurde. Die Organisation führt hier im Oktober/November 4 Pelagics zur Suche nach der seltenen Maori-Sturmschwalbe durch, die erst 2007 wiederentdeckt wurde, nachdem man sie 150 Jahre für ausgestorben gehalten hatte. Die Weltpopulatiin von wohl immer noch unter 200 Vögeln brütet auf Little Barrier Island hier vor der Küste. Nachdem die Neuseeländer dort dann die eingeschleppten Ratten, Katzen und Wiesel ausgerottet hatten (das können sie inzwischen wohl hervorragend) ist die Insel jetzt Totalreservat. Seitdem steigt die Zahl der Sturmschwalben langsam wieder an.

Naja,pünktlich um 8 Uhr ging es los mit der Norma Jean, einem kleinen, aber sehr schnellen Boot mit urigem Kapitän.

Außer dem waren Phil, der Guide von Wrybill Tours mit einer Gruppe von 6 Klienten (unter anderem Manfred Schleuning und seine Frau aus Hessen, die Welt ist klein) und 6 weitere Birder. Dadurch hatten wir genug Platz an Bord. Es flogen auch gleich vor der Küste massig Sturmtaucher und Kormorane und weiter draußen die ersten beiden White-capped oder Tasmanalbatrosse, der 2. Lifer der Tour.

Mitten im Golf nach ca. 1 recht wackigen Stunde Fahrt wurde zum ersten Mal gelockt. Dazu wird eine gefrorene Rolle aus Fischleber, -eingeweide, -blut und Muscheln in einem Netzbeutel über Bord gehängt. Das löst sich langsam auf und legt hinter dem Boot eine Geruchsspur, der die Seevögel, die fast alle gut riechen können, anlockt. Je mehr Vögel sich hinter dem Boot versammeln, desto größer wird die Anziehungskraft. Um die Fotomöglichkeiten zu steigern, füttern sie außerdem hinter dem Boot mit Heringsstückchen, was vor allem die Sturmtaucher freut.

Buller’s Shearwater

Flesh-footed Shearwater

In der Fischölspur sammeln sich die Vögel und nach einer Stunde habe ich dann in den Dutzenden von tänzelnden Weißgesichtstumschwalben (siehe unten)

etwas Schwarzes mit weißem Bürzel rumzischen gesehen. Auf meinen hektischen Ruf hin bestätigte Phil dann auch sofort die Maori-Sturmschwalbe, wow.

Der Vogel oben rechts ist die Maori-Sturmschwalbe

Und hier sieht man mit etwas Phantasie sogar die schwarzen Striche an den weißen Flanken des unscharfen Vogels Mitte links.

Auf jeden Fall genial, am 1. Tag gleich der Mega, und auch noch selbst gefunden. Meine Fotos sind zwar suboptimal, aber gut gesehen ist die Hauptsache. Ansonsten u.a. noch massig hübsche Cook-Sturmvögel,

Graumantel-Sturmtaucher (den hatte ich zuletzt unter wesentlich schwierigeren Bedingungen vor der Küste von Chile gesehen und 2 Zwergsturmvögel, die allerdings nur vorbeiflogen und an der Hektik hinter dem Boot nicht teilnehmen wollten. Insgesamt eine extrem nette Tour, abgerundet durch einen jungen Tasmanalbaros, der mit lautem Platschen hinter dem Boot landete, und auch noch ein paar Heringshappen abhaben wollte.

Zusammen mit 3 Limikolen an der Küste gab es damit am 1 Tag der vollen Reise 14 Lifer, wenn ich so weitermache, bin ich hier in einer Woche fertig 😉.

Langsam geht es los

So, jetzt bin ich wieder unterwegs, diesmal nach einem ungewöhnlich kurzen Arbeitsjahr. Aber wenn man das Frühjahr in Neuseeland abpassen will, muss man halt Ende Oktober los.

Momentan sitze ich in einem netten und bezahlbaren Restaurant auf dem Flughafen von Bangkok und esse leckeren Papayasalat. In 2 h geht mein Flug nach Auckland, wo ich dann morgen mittag Ortszeit nach insgesamt 28 h Flug landen werde. Und am 31.10. morgens geht es schon zu einem ganztägigen Seevogelbeobachtungstrip ( =Pelagic) auf den Hauraki Golf nördlich von Auckland. Wettervorhersage ist gut und ich bin schon sehr gespannt.

Schöne Grüße,

Matthias

Nyepi auf Bali und Kurztrip nach Lombok

Nachdem ich mein Visum auf Ambon endlich in der Tasche hatte, bin ich am letzten Freitag dann über Makassar in Sulawesi und Surabaya in Java nach Bali geflogen. Ein bisschen um die Ecken, aber es gibt keine Direktflüge zwischen diesen beiden großen Verkehrszentren, fragt mich nicht, warum.
In Bali hatte ich mir direkt mitten im alten Zentrum von Legian nördlich von Kuta und dem Flughafen ein extrem nettes Hotel rausgesucht. Mit den ganzen Vergleichsmöglichkeiten im Internet heute ist mir unklar, warum so viele Touris hier in den hässlichen Riesenhotels in gewerbebietsähnlichen Betonwüsten an der Autobahn wohnen, wenn es solche wunderschönen Idylle in den alten Stadtteilen gibt. Ruhig, mit Gärten, einem tollen Swimmingpool, 10 Gehminuten zum Strand, Tausende von guten Restaurants und kleinen Geschäften rundrum und ein schönes Zimmer mit Frühstück kostet weniger als 30 € pro Nacht.
Andererseits ist es natürlich gut, das die Masse sich in die hässlichen Klötze drängt. Hier in Legian sind momentan zur absoluten Nebensaison immer noch so viele Ausländer unterwegs, dass ich in einer Minute mehr von Ihnen sehe als in 60 Tagen Neuguinea und Molukken zusammen. Ist am Anfang schon ein kleiner Kulturschock. Vor allem an die Australier, hier ein Großteil der Touris, die einen auf der Straße, in der Kneipe, am Strand oder sonstwo spontan anquatschen, muss man sich erst wieder gewöhnen. Auch wenn die Unterhaltungen dann oft sehr nett sind, ist diese Spontanität erstmal etwas ungewohnt.
Bali hat viele extrem netten Seiten, nicht zuletzt die Bevölkerung, die zu 80 % hinduistisch ist. Das bedeutet, dass man zur Abwechslung mal nicht durch das Geschrei aus der nächstgelegenen Moschee um 4:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen wird, das sich wie ein Messer durch die Ohropax direkt ins Gehirn bohrt. Zum Glück ist das bei uns nicht erlaubt, sonst wäre ich auch vehementer Gegner von Moscheen in Deutschland. Kirchenglocken können zwar auch nerven, aber zumindest zu humanen Zeiten.
Die Hindumehrheit hier heißt aber auch, dass hier das hohe Hindufest, Nyepi, der Tag der Stille, wirklich ernst genommen wird. Das ist der 1. Tag des neuen Jahres im religiöse Kalender der Hindus hier. Fällt meist in den März oder April, ich war aber bisher noch nie hier, wenn er gefeiert wurde. Da sollte man vorbereitet sein. Auf der ganzen Insel ist von heute morgen um 6 Uhr bis morgen früh um 6 absolute Stille und Dunkelheit angesagt. Das soll den bösen Geister suggerieren, Bali wäre unbewohnt und sie dazu bringen, sich im neuen Jahr möglichst anderswo anzusiedeln. Der Flughafen ist geschlossen, kein Fahrzeug fährt (bis auf Rettungswagen) und niemand darf auf die Straße. Das gilt auch für Touris und wird von Religionswächtern überwacht. Internet, Fernsehen und Radio sind abgestellt und selbst Licht sollte nicht auf die Straße fallen. Die Hotels sind also nach außen mit Planen abgeschottet, drinnen gibt es Strom und auch zu bestimmten Zeiten was zu Essen. Es empfiehlt sich aber, sich rechtzeitig mit Bier und Snacks für den Zimmerkühlschrank einzudecken.
Am Abend vorher gibt es überall Prozessionen, bei denen Hindus in traditioneller Tracht riesige Monster- und Dämonenfiguren (Ogoh-Ogohs) durch die Straßen tragen, die dann am Ende rituell verbrannt werden.

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DSC03823Jedenfalls bin ich heute (7.3.) hier im Hotel festgenagelt, zum Glück ist es nett hier. Und gut eingerichtet hat es den ganzen Tag teilweise leicht und teilweise wie aus Eimern gegossen, Beobachten wäre also sowieso schwierig geworden.

kusnadiAm letzten Samstag habe ich in den nördlichen Ausläufern der Stadt in den hübschen Reisfeldern, die hier zwischen den Wohngebieten liegen, mal wieder nach dem Reisfink gesucht.

ReisfelderWie bei den letzten Trips wieder vergeblich. Das ist zwar eine Stelle, wo die Art vor 10 Jahren noch vorgekommen ist, aber wahrscheinlich ist sie hier inzwischen auch ausgestorben. Es gab zwar viele Vögel in den Feldern, aber in den Schwärmen von Munias und Feldsperlingen war zwar einmal ein seltener Streifenweber, aber kein Reisfink. Nett waren aber die vielen Limikolen in den frisch bewässerten Reisfeldern. Hier konnte man schön die Spießbekassinen mit der ähnlichen, aber wesentlich selteneren Swinhoe‘ Snipe vergleichen. Das Highlight war aber eine weibliche Goldschnepfe, die von einem Säuger im Feld aufgescheucht wurde, und flach auf 20 m an mir vorbeiflog. Bei dieser Art sind die Geschlechterrollen vertauscht und die Weibchen sind die Hübscheren. Auf jeden Fall meine bisher beste Beobachtung dieser schwierigen Art.
Sonntag bin ich dann mit dem Shuttlebus zum Hafen in Padangbai und dann mit dem Schnellboot an die Nordwestküste von Lombok gefahren. Bei der kurzen Bootsfahrt nach Osten überquert man die Wallace-Linie, eine der wichtigsten zoogeographischen Grenzen auf der Welt. Eine halbe Stunde mit dem Mororradtaxi hat mich dann zu meinem netten Hotel in den Hügeln oberhalb von Senggigi an der Westküste der Insel gebracht. Von hier war es abends ein kurzer Weg bergauf zu einigen Waldresten, in denen der einzige Endemit Lomboks, die Rinjani-Zwergohreule, vorkommt. Und das hat mal wirklich reibungslos funktioniert. Kaum war ich in der Dämmerung am Waldrand angekommen und hatte die Klangattrappe kurz angespielt riefen gleichzeitig drei Vögel in der näheren Umgebung. Dann habe ich in einem toten Ast in der Nähe eine Bewegung gesehen und im Schein der Taschenlampe saß ein vierter Vogel stumm 30 m von mir entfernt, während die anderen drei Vögel weiter zu hören waren. Der Lifer, wegen dem ich den Abstecher nach Lombok unternommen habe, hat also tatsächlich nur eine halbe Stunde gedauert. Damit war der Druck vorbei und ich konnte am Montag völlig entspannt beobachten gehen. Das habe ich mit dem Mietroller (4 €/Tag) in einem kleinen Nationalpark in 6 km Entfernung getan. Ich war bei Tagesanbruch im Wald, weil ich mir eine Minimalchance auf die Sundaerddrossel, den einzigen weiteren potenziellen Lifer für mich auf Lombok, ausgerechnet habe. Das hat nicht geklappt, wie ich es eigentlich auch erwartet hatte. Ein netter Ranger, der sich auskannte und nebenbei Vögel fotografiert, hat mir später tolle Bilder der Art gezeigt, meinte aber, dass dir nur zwischen Juni und Oktober hier wären.
Insgesamt gab es wenige Vögel, allerdings war die hübsche Elegant Pitta hier häufig und von den mindestens 10 Exemplaren, die ich gehört habe, habe ich nach langem Anschleichen durch das Geröll eines Bachbettes schließlich eine auch toll gesehen. Natürlich ist sie abgeflogen, als die Kamera grade scharf gestellt hatte. Aber immerhin war das für mich die vierte Unterart dieser auf den kleinen Sundainseln weit verbreiteten Art.
Über den Hängen an den Seiten des Tales schraubten sich ab 9 Uhr mehrere Trupps von Schopfwespenbussarden in die Höhe um dann nach Norden abzuziehen. Dazwischen immer wieder kleinere Sperber, die zu weit entfernt für eine sichere Bestimmung waren. Und dann auf einmal ein deutlich größerer Greifvogel, der sich als der megaseltene Flores Hawk-Eagle entpuppte. Da haben sogar ein paar schlechte Belegfotos geklappt, war mir gar nicht klar, dass die Art hier vorkommt.

flores hawk 2Das war jedenfalls eine angenehme Überraschung. Nachdem die Vogelaktivität gegen Mittag auf Null gefallen war, habe ich an der Küste einen Schnorchelversuch gestartet. Allerdings kann man die ziemlich kaputten Riffreste hier nicht mit den tollen Riffen an den Gili-Inseln ein paar km nördlich von hier vergleichen. Außerdem war die Strömung hier so stark, dass ich kaum dagegen anschwimmen konnte. Ich habe also lieber einen faulen Nachmittag im Cafe eingelegt und bin dann gegen 18 Uhr nochmal zum Nationalpark gefahren. Der nette Ranger hatte mit gesagt, dass es am Office am Eingang des Parks einfach sei, die Zwergohreule zu fotografieren. Und da hatte er recht, auch hier riefen gleich nach Dunkelwerden bis zu vier Vögel Auf das Pfeiffen des Rangers kamen sie mehrfach sehr nahe heran und runter bis auf Augenhöhe.

Rinjani Scops 2

Rinjani 3Die sind das hier offenbar gewöhnt.
Dienstag vormittag bin ich dann zurück nach Bali gefahren, um nicht am Mittwoch in das Verkehrschaos am Tag vor Nyepi zu geraten. Da bin ich lieber am Mittwoch noch mit dem Mopedtaxi an einige hübsche Stellen gefahren, habe mir nachmittags noch ein leckeres Seafood-Essen gegönnt und mir abends die Prozessionen angeschaut. Wegen der ganzen Straßensperrungen von einer strategischen Stelle aus, von der ich über die typischen Gangs (kleine Gässchen, an denen die Wohnhäuser liege) zurück zum Hotel laufen konnte.

So, dieser Beitrag ist etwas länger geworden, wird aber wohl der vorerst letzte dieses Trips sein, wenn ich mich nicht am Sonntag oder Montag in Bangkok vor dem Flug nach Deutschland nochmal aufraffe.
Aber den Blog werde ich sicher auf den nächsten Trips fortsetzen. Das hat Spaß gemacht, danke an alle Leser und besonders an meine Schwester Gudrun, die mich auf die Idee gebracht hat.