Missgeschicke, Highlights und nasse Füße

Heute war ein Glückstag für die Säugetiere, alleine deswegen hat es sich schon gelohnt, 5 ganze Tage in Algonquin einzuplanen, auch wenn hier gar nicht so viele neue Vögeln zu holen sind. Ich war ab kurz vor Sonnenaufgang auf dem Mizzy Lake Trail unterwegs. Auch der ist gut für die Skiwanderer gespurt und meist gut zu laufen.

Mizzy Lake Trail

Leider habe ich weder das Tannenhuhn noch den hübschen Black-backed Woodpecker gefunden. Das sind die beiden Zielarten, die jetzt noch fehlen. Und ich habe zwar massig Elchspuren auf dem Trail und auf den zugefrorenen Seen gefunden, aber leider immer noch keinen Elch. Nach 2,5 h habe ich aufgegeben und bin zügiger zurückgelaufen. Das war ein Fehler, denn auf einem kleinen Hügel bin ich mit dem Fuß hängen geblieben und gefallen und habe mich mit dem Kopf voran in eine Schneewehe gebohrt. Glücklicherweise habe ich mir weder das Genick noch sonst was gebrochen, und es hat auch nur ca. 10 min gedauert, bis ich den Schnee wieder aus dem Kragen, den Ärmeln und den Fernglasokularen entfernt hatte.

Sehr viel vorsichtiger bin ich dann zum Auto zurück gelaufen. Danach brauchte ich erstmal einen heißen Kaffee im Besucherzentrum. Davor wollte ich nur einen schnellen Blick von der Aussichtsterrasse werfen. Ich würde immer noch gerne einen männlichen Hakengimpel sehen, nach dem Weibchen vom Sonntag.

Eastern Wolf

Und genau in dem Moment lief ein Wolf über den zugefrorenen See ca. 1 km östlich der Terrasse. Was für für ein Glück, vormittags um 11:30 Uhr !! Durch das Spektiv war er toll zu sehen, für Fotos mit meiner Kamera leider etwas zu weit weg.

Ansonsten sieht man hier momentan regelmäßig nur drei Säugetiere. Am häufigsten und praktisch überall ist das kanadische rote Eichhörnchen, wesentlich kleiner als unsere, und wesentlich weniger rot.

American Red Squirrel

Etwas seltener, aber verblüffenderweise auch bisher an jedem Tag zu sehen war der hübsche Fichtenmarder.

Fichtenmarder

Die sind wirklich neugierig und kommen an mehreren Stellen immWald zu Fütterungen, die die Fotografen für Vögel wie die Blauhäher anlegen. Die Erdnüsse für die Häher schmecken auch den Mardern.

Blauhäher

Überhaupt sind hier überall Futterstellen von den Fotografen und viele Vögel da sehr drauf konditioniert.

Grauhäher mit Rosinen
Die Rosine und nicht den Daumen !

Zurück zu den Säugern, an meiner Lieblingsstelle im Park, der Straße zum Opeongo-See kommt man an einem verschneiten Bachtal mit mehreren Biberdämmen und -burgen vorbei. Hier halten mehrere Fischotter ein paar Löcher im Eis offen, und ich habe sie bisher jeden Tag hier gesehen und toll beobachtet.

Canadian River Otter

Die fangen meist kleine Fische und Krebse und futtern die auf dem Eis. Einmal hatte einer aber auch eine dickere Forelle.

zwischendurch wird markiert

Heute habe ich sie zwar toll gesehen, hatte aber vorher das 2. kleine Missgeschick des Tages als ich beim Suchen nach einem klopfenden Specht abseits des Weges durch den Harsch eingebrochen und mit beiden Füßen in einem Wasserloch, das nicht gefroren war, gelandet bin.

Mit klatschnassen Füßen bei -2 Grad war das Otterbeobachten nicht so gemütlich, und ich bin schnell abgefahren und habe in der Unterkunft die Sauns angeheizt.

Und dann musste ja auch der Wolf mit einem Bierchen gebührend gefeiert werden !

Insgesamt trotz der beiden Pannen ein genialer Tag.

Algonquin Provincial Park

Nach zwei Tagen habe ich mich sowohl in meiner sehr netten Unterkunft, der Wolfshöhle ( Wolfs Den Nature Retreat) als auch im Algonquin Park gut eingelebt.

Wolf‘s Den

Die Unterkunft ist ein gemütliches Backpackers mit großer Küche, gemütlichem Gemeindschaftsraum mit Kamin und einfachen Privatzimmern. Der Clou ist natürlich die schon oben erwähnte Sauna, die bei den momentan herrschenden Temperaturen nach 10 Stunden Wandern oder Beobachten im Schnee das absolute Paradies ist.

Der Park ist ein 2000 qkm großes Schutzgebiet, das momentan praktisch nur vom Highway 60 aus zugänglich ist, der den Südzipfel des Parks auf 50 km durchquert.

Hier liegt das sehr gute Besucherzentrum, in dem man sich zwischendurch mal aufwärmen kann.

Algonquin Visitor Center
Abendkerbeißer

Hier gibt eine schöne Aussichtsterrasse mit gut bestückten Futterhäuschen davor.

Da wimmelt es teilweise von verschiedenen Finken, für mich am wichtigsten war der hübsche Abendkernbeißer. Der geht grade weltweit stark zurück, hier sind aber zum Teil Trupps von insgesamt 200 Stück rund um das Visitor Center.

Außerdem am Parkplatz davon große Schwärme Fichtenkreuzschnäbel und kleiner Gruppen von Bindenkreuzschäbeln, dazwischen auch einmal ein Hakengimpel der neu für mich war.

DieKreuzschnäbel nehmen auf dem schneefreien Parkplatz vor Allem Mineralien und Magensteinchen auf.

Fichtenkreuschnäbel und ein Pine Siskin

Auch die Zufahrtsstraße zum Center ist gut, da habe ich jetzt zweimal fast die hübschen Kragenhühner überfahren, definitiv leichter zu sehen als unsere Rauhfußhühner.

Kragenhuhn

Aber natürlich hat der Park wesentlich mehr zu bieten als nur das Besucherzentrum. Es gibt viele gut gespurte Trails für die Langlaufskifahrer, und die werden mit dem Schneepflug so breit geschoben, das sie auch von Wanderern benutzt werden dürfen. Das ist auch gut so, der Schnee ist an vielen Stellen doch sehr hoch, und man bricht durch den sehr festen Harsch an vielen Stellen tief ein sobald, man vom Weg runtergeht.

Wintertraum heute morgen.

Das Wetter ist immer noch für die Jahreszeit zu mild, nachdem es die letzten beiden Tage zwischen -6 und +2 Grad war und der oben tagsüber geschmolzene Schnee nachts hart gefroren war, wartete heute eine Überraschung auf mich. Es war wieder klar, aber bei Sonnenaufgang um 7:30 Uhr -16 Grad. Da habe ich mal alles gebraucht, was ich warmen Sachen mit hatte.

Richtiger Winter

So fühlte es sich jedenfalls, bis mittags kletterte die Temperatur dann bis auf -2, das kam mir dann schon richtig angenehm vor.

Die Vogelartenlisten sind zwar überschaubar, aber dafür sind ein paar sehr nette Arten dabei, auf die ich vorher noch nie eine Chance hatte.

Und außerdem besteht immer die Möglichkeit, über coole Säugetiere zu stolpern, die kommen im nächsten Beitrag.

Der Tag der Schneeeule

Gestern habe ich zum 2. Mal versucht, die bekannte Schneeeule an der Stelle südlich von Ottawa zu finden, wo ich es am 31.1. schon erfolglos versucht hatte. Ist zwar etwas weiter zu fahren von Kingston aus, aber das ist die einzige regelmäßiger im Internet gemeldete Schneeeule im weiteren Umkreis. Das Habitat sind riesige, schneebedeckte Maisfelder, die man bei knapp unter 0 Grad und eiskaltem Wind absuchen muss. Ziemlich vogelleer war es wieder, bis auf große Schneeammertrupps und ein paar Ohrenlerchen.

Suchbild ohne Schneeeule

Ich habe von 9 Uhr an die Felder abgesucht, und um kurz nach 14 Uhr endlich in der Ferne eine weiße Kugel auf einem Zaunpfahl gefunden. Der Blick durchs Spektiv hat dann den Haupttreffer bestätigt.

Deswegen bin ich gekommen !

Das war die ewige Sucherei wert, und die Eisfüße ebenfalls. Ich habe mich gewundert, dass da gar keine lästigen Fotografen unterwegs waren, hatte mich da aber zu früh gefreut. Die haben da offenbar Späher in der Gegend, und auf einmal kamen 15 Autos angefahren, und eine Horde lief über die Felder auf die Eule zu. Nachträglich habe ich erfahren, dass die den Landbesitzer bezahlt haben, um die Felder betreten zu dürfen. Das ist ein Schneeeulen-Fotoworkschop, wo die Teilnehmer 1000 $ pro Tag zahlen, um zu den Eulen geführt zu werden.

Ich habe nicht eingesehen, warum ich 400 m weit weg stehen sollte, wenn die Heinis bis auf 30 m an den Vogel rangehen. Die Eule kannte das wohl schon aus den Vortagen, und blieb ziemlich entspannt. Sie machte sogar einige spektakuläre Flugrunden, nachdem einer der Gruppe anfing tote Mäuse auszuwerfen.

Das war mir dann doch zu heftig und ich bin gegangen, froh darüber, dass ich vor der Invasion schon einige sehr schöne Beobachtungen hatte.

Damit ist die Zielart Nr. 1 für den Trip aus dem Weg, was für eine absolute Megaart !

Auf dem Rückweg habe ich an den wenigen eisfreien Stellen an Seen und Flüssen angehalten, ohne irgendwelche Vögel zu finden. Bis zu einem See, wo im letzten Licht ein paar weiße Schemen schwammen. Mit dem Spektiv stellten die sich als 38!Trompeterschwäne heraus, ein schöner Abschluss eines tollen Tages.

Heute Morgen bin ich dann von Kingston aus bei tollem Wetter die 300 km nach Norden zum Algonquin Provincial Park gefahren.

Auf dem Weg gab es wieder ein paar Eislöcher in einzelnen Seen, das größte am Lake Moira. Und da gab es wieder Trompeterschwäne, nochmal 19 aber diesmal bei besserem Licht.

Lake Moira

Für gute Fotos etwas zu weit entfernt, also bin ich oberhalb des Ufers entlang gegangen, das näher an den Vögeln leider aus Privatgärten bestand.

Ich habe kurzerhand bei einem günstig gelegen Haus geklingelt und gefragt, ob ich mal kurz in den Garten dürfte. Die sehr nette Besitzerin hat das auch sofort erlaubt, und so gab es dann doch noch ein paar hübsche Fotos.

Trumpeter Swan

Am östlichen Parkeingang habe ich mir dann für 40 € ein Winterticket für den Park gekauft, da ich 6 Tage hier birden möchte war das günstiger als 6 Tagestickets.

Dann bin ich mit kurzen Stopps auf dem Highway 60 quer durch den südlichen Teil des riesigenbParks gefahren.

hier sind alle Seen gefroren

Ansonsten artenreiche Taiga-Mischwälder und gefrorene Sümpfe und leere Straßen.

Am sehr schönen Visitor-Center gab es noch ein paar hübsche Vögel.

weiblicher Bindenkreuzschnabel
Kolkrabe

und mal einen Kanadakleiber, da wo er wirklich hingehört.

Knapp außerhalb des westlichen Parkeingangs bin ich bei Sonnenuntergang bei meiner Unterkunft, dem Wolf Den Nature Retreat angekommen. Das ist ein nettes Hostel für Backpacker mit großer Küche, einem supergemütlichen Aufenthaltsraum und sogar einer Sauna, die ich auch gleich ausprobiert habe.

Sauna, Wolfs Den

Nach einem leckeren Abendessen aus einem sehr zarten Schweinekottlet und einem großen Nudelsalat falle ich jetzt ins Bett.

Kanada im Winter

So, jetzt bin ich endlich mal wieder losgekommen, diesmal nicht in die Tropen sondern in den kanadischen Winter. Ich bin am 30. Januar losgeflogen und nach einem guten und sehr angenehmen Flug in Toronto gelandet. Das Abholen des Mietwagens ging zwar schnell, nur war leider kein Auto da, außer einem riesigen Mercedesbus. Der war mir dann doch zu unhandlich und hätte sicher auch zu viel Sprit gebraucht. Nach kurzem Warten kam dann aber ein Chevrolet Blazer rein, der war handlicher und ich sofort unterwegs. Die nette Mitarbeiterin hat mein Iphone mit dem Navi des Autos gekoppelt, so dass ich über mein Telefon navigieren konnte.

Ich bin dann nur aus Toronto raus gefahren und habe in einem billigen Motel übernachtet. Wegen des Jetlags gab es wenig Schlaf und um 6 Uhr war ich schon wieder auf dem Weg nach Osten. Eigentlich wollte ich nach Kingston an der Nordostseite des riesigen Lake Ontario, aber habe einen kleinen Umweg nach Norden gemacht.

Hier war in den letzten Tagen immer wieder eine weibliche Schneeeule gemeldet worden, und die ist die klare Zielart Nr. 1 für diesen Teil der Reise.

Ich war dann gegen 9 Uhr vor Ort in einer weiten offenen Agrarlandschaft, die unter einer dünnen Schneeschicht lag. Überhaupt ist hier alles verschneit, die Straßen sind aber gut geräumt. Bei -3 Grad habe ich von kleinen Seitensträßchen aus das Gebiet abgescant, aber außer vielen Amerikanerkrähen, einer männlichen Hudsonweihe, mehreren großen Trupps Schneeammern und ein par Staren war nichts zu finden. Außer mir waren auch noch ein paar Fotografen am Suchen, ebenfalls ohne Erfolg. Wäre auch zu einfach gewesen.

Ich bin gegen 15 Uhr Richtung Kingston abgefahren, ca. 1,5 Stunden nach Süden. Ich wollte noch Einkaufen und meine Unterkunft für die nächsten 3 Nächte im Hellen finden. Das hat auch gut geklappt, aber abends habe ich auf Ebird gesehen, dass die Eule gegen 16 Uhr wiedergefunden wurde, grrr !

In der sehr schönen Unterkunft mit Küche in einem älteren Privathaus habe ich mich eingerichtet, mir ein ordentliches Abendessen gekocht und ein Willkommensbier getrunken.

Heute morgen habe ich dann bei Sonnenaufgang die 2. Fähre nach Amherst Island genommen. Diese große Insel an der Nordostseite des Lake Ontario besteht aus flachen Feldern und Weiden mit ein paar kleinen Wäldern dazwischen. Sie ist ein Winter-Hotspot für Greife und Eulen, die hier die großen Kleinsäugerbestände nutzen. Leider ist dieser Winter bisher deutlich zu warm, deswegen passiert da wohl noch nicht so viel. Mit knapp unter oder über Null ist es momentan mindesten20 Grad zu warm für die Jahreszeit. Das merkte man auch an den ausgesprochen schlammigen, unbefestigten Staßen.

Der Blazer am Lake Ontario

Das Wetter war mit leichtem Nieselregen und knapp über 0 nicht so erfolgversprechen, ich bin trotzdem von der Straße aus zum Owl Wood gelaufen. Dieser private Wald dient in guten Jahren 5-6 Eulenarten als Rastplatz, und da hier an vielen Stellen niedrige Lebensbäume die Schlafbäume sind, hat man sogar eine Chance, sie zu finden. Und man darf als Birder in den Wald rein, wenn man sich an die Benimmregeln hält.

In den Bäumen soll man suchen

Nach einer Stunde hatte ich außer einer Wanderdrossel und einigen marodierenden Meisentrupps noch nichts gefunden.

Black-capped Chicadee

Dei Meisen sind hier offenbar von den Leuten Futter gewöhnt, landeten bei mir auf dem Kopf, den Schultern und dem Rucksack und waren sehr enttäuscht, das ich nichts dabei hatte.

Ich habe die Bäume außer mit dem Fernglas auch mit der Wärmebildkamera abgesucht, aber nur 3 Grauhörnchen gefunden.

Dann gab es aber doch noch eine Eule, die habe ich aber ganz klassisch durch ein paar zeternde Blauhäher gefunden.

Streifenkauz

Der hübsche Streifenkauz wirkte fast erleichtert, dass ich ihn von den lästigen Hähern gerettet hatte.

. Zwar ist die Art im Osten Amerikas so häufig wie der Waldkauz bei uns, war aber trotzdem neu für mich. Der 1. Lifer des Jahres, auf den mit dem hübschen Helmspecht gleich noch der Zweite folgte.

Den amerikanischen Verwandten des Raufußkauzes, die Northern Saw-whet Owl, die ich hier hauptsächlich gesucht habe, konnte ich leider nicht finden. Ist wohl doch zu warm.

Den Rest des Tages habe ich auf den Freiflächen der Insel nach Schneeeulen gesucht. Futter wäre da, wie 3 Raufußbussarde, 6 Hudsonweihen, ein Buntfalke und massig Rotschwanzbussarde belegten. Aber die Schneeeule ziert sich noch.

keine weißen Punkte am Horizont 😢

Aber ein paar Chancen habe ich in den nächsten Tagen noch.

Hat auf jeden Fall Spaß gemacht das Winter-Birding, auch wenn die Tagesliste mit 19 Arten durchaus noch ausbaufähig wäre.

Ausbirden in Svakopmund

Wir sind Donnerstag Nachmittag in Svakopmund angekommen und haben unseren noblen Campingplatz im Camp „Alte Brücke“ fast direkt am Steand bezogen. Wir haben neben demStellplatz ein eigenes Bad in einem festen Haus, wo wir tagsüber auch die großen Rucksäcke einschließen können, sehr praktisch.

Am Freitag morgen waren wir mit dem lokalen Birder, Mark Bosmann, in den Salinen nördlich vom Ort birden, ganz nett für Limis und er hat uns an seiner Spezialstelle die Grays Lerche gefunden, die wir an der Spitzkoppe verpasst hatten.

Gestern waren wir dann früh morgens in der Namib an dem großen Dünenzug zwischen Svakopmund im Norden und Walvisbay im Süden. Die Dünen sind bis zu 385 m hoch und sehr eindrucksvoll.

Hier liegen auf der Ostseite des Dünenzuges die nördlichsten Vorkommen der hübschen Dünenlerche, die wir unbedingt sehen wollten. Mark hatte uns bestätigt, dass eine der Stellen im Birdfinder Buch immer noch gut und aktuell ist. Wir dachten trotzdem, dass es schwierig werden würde, die Lerchen zu finden. Umso erstaunter war ich, als ich nach kaum 5 Minuten die erste im Fernglas hatte.

Dune Lark

Wir haben insgesamt auf der 4 km langen Wanderung ca. 20 Exemplare gesehen, dabei mehrere Paare mit jeweils einem Jungvogel. Die haben hier offenbar Regen und danach einen guten Bruterfolg gehabt.

mit Jungvogel

Einige der Vögel waren auf der Brust noch stärker gestrichelt als die im nächsten Bild, da müssen wir wegen der Unterart nochmal recherchieren.

Als es wärmer wurde, wimmelte es in den Dünen von den hier typischen Schwarzkäfern, die morgens auf den Dünenkämmen den Tau mit ihren hochgesteckten Abdomen auffangen und zum Mund herunterlaufen lassen.

Jedenfalls ein sehr erfolgreicher Anfang des Tages. Danach sind wir an Schwärmen von Zwerg-und Rosaflamingos an der Lagunenpromenade von Walvisbay vorbei durch die Salinen zum Meer gefahren.

Am Strand gab es gute Möglichkeiten zum Seawatching mit Raubmöwen, Dunklen Sturmtauchern, Kaptölpeln und 6 vorbeifliegenden Sturmschwalben in 3 Stunden. Die Stars hier waren aber massenhaft Pelzrobben, mehrere Heavyside-Delfine und mindestens 4 Buckelwale, die direkt hinter der Brandung Sardinen jagten.

Buckelwal

Einmal hatte ich tatsächlich genau die Stelle im Spektiv, wo von unten das riesige Maul des Wals an die Oberfläche kam und rundherum die Sardinen in die Luft sprangen und dort von den Möwen geschnappt wurden, absolut genial !

Nach den tollen Beobachtungen hat der Imbiss mit Nudelsalat und Landjägern am Auto nochmal so gut geschmeckt.

Heute waren wir dann nochmal dort, hatten aber nur einen Buckelwal. Dafür bei auflaufendem Wasser noch schöne Möglichkeiten zum Fotografieren von Limis, in der Lagune, wenn die allgegenwärtigen Flamingos und Pelikane mal aus dem Weg gegangen sind.

Sichelstrandläufer
Kiebitzregenpfeifer
Der hübsche Chestnut-banded Plover

Für mich der Star aber einer meiner Favoriten seit Jahren, der Terelwasserläufer.

Terekwasseläufer

Abends haben wir dann den Toyota einer Grundreinigung unterzogen, schonmal vorgepackt und haben den Sonnenuntergang in den Dünen angeschaut.

Und damit verabschiedet sich der Blog mal wieder bis zum nächsten Trip, dankeschön fürs Folgen, Lesen und Kommentieren.

An der Spitzkoppe

Vom Brandberg aus sind wir Mittwoch morgen nach einer langen Birding-Session mit mehreren schönen Wüstenspaziergängen zwei Stunden nach Südosten zur Spitzkoppe gefahren. Das ist ein weiterer Inselberg in der Namibwüste, nur 1700 m hoch aber fast noch hübscher als der Brandberg.

Spitzkoppe

Sie wird hier auch das Matterhorn Namibias genannt, naja, die Ähnlichkeit springt mir nicht ins Auge.

Spitzkoppe von Westen

Wir haben auf einem eher mittelmäßigen Campingplatz in einem Flusstal daneben übrrnachtet, mit Strom und Wasser. Im Nachhinein wäre der empfohlene Campingplatz direkt am Berg sehr viel besser gewesen, allerdings trocken und ohne Strom.

Wir haben dann nachmittags und am nächsten Morgen schöne Wanderungen an der Spitzkoppe unternommen, und hier unter anderem 5 Herero Chats gesehen. Hatten wir zwar schon in Erongo, aber hier ist die beste Stelle für diesen schwierigen Endemiten.

Herero Chat

Ansonsten gab es den kleinen Perlksuz

Pearl-spotted Owlet

den auf Trockenlenensräume spezialisierten Monteiro-Hornvogel,

Monteiros Hornbill

White-tailed Shrike

und diesen hübschen Weißschwanz-Würger, der hauptsächlich zu Fuß am Boden jagt.

An den steilen Felsen haben wir dann noch unsere ersten Klippspringer gesehen, das ist eine kleine Antilope, die wie eine Gämse die Berge hochkraxeln kann.

Nach der 11 km langen Morgenwanderung haben wir gut gefrühstückt und waren dann noch in der ebenen Wüste südlich der Spitzkoppe auf der Suche nach einer neuen Lerche, Gray‘s Lark. Die haben wir zwar nicht gefunden, dafür war es da super für Reptilien.

Es gab zwei verschiedene Eidechsen,

und für mich den Star der Show, ein junges Wüstenchamäleon.

Das war wirklich ein cooler Fund von Jochen, da hätte man auch leicht aus Versehen drauf treten können.

Als es mittags dann wirklich zu heiß zum Birden wurde, sind wir die letzte Tour des Trips nach Svakopmund an der Küste gefahren.

Am Brandberg

Jetzt sind wir wirklich in der Wüste angekommen. Wir sind von Erongo zum Brandberg gefahren, das ist ein soltärer Inselberg und mit 2570 m der höchste Berg Namibias.

Wir haben einen hübschen Campingplatz in einem trockenen Flusssbett direkt unterhalb des Berges im Revier der Wüstenelefanten bezogen.

Die Elefanten laufen da manchmal durchs Camp, wie an den Spuren leicht zu sehen.

Fußspuren der Wüstenelefanten

Bei uns haben sie sich nicht gezeigt, und die organisierte Elefantentour war teuer und hat zeitlich nicht gut reingepasst.

Dafür haben wir uns die 5000 bis 1000 Jahre alten Felszeichnungen der Buschmänner in einem der Haupttäler im Berg angeschaut. Da ist ein Felsüberhang zugänglicher als die weit verstreuten sonstigen Stellen mit Felsmalereien. Auf dem sind jagende Buschmänner, Schamanen und Beutetiere der Jäger zu sehen. Teilweise sehr gut erkennbare Oryxantilopen, Kuhantilopen, Zebras und Strauße.

Bei den Vögeln ging es uns hier eher um Arten der flachen Steppen und Halbwüsten rund um den Brandberg, wo wir dann auch morgens und abends die produktivsten Stunden verbracht haben.

Steppe östlich des Brandbergs mit Tsamma-Melonen
Oasee mit Pool

Die kochendheiße Mittagszeit haben wir dann eher am schönen Pool der Lodge oder mit einer Siesta verbracht.

Abends waren wir dann in der Steppe und die ebenfalls fast nur innerhalb von Namibia vorkommende Rüppel-Trappe war ziemlich einfach an ihren quakenden Duettgesängen zu finden. Trappen gehören schon immer zu meinen absoluten Favoritin bei den Vögeln, auch wegen ihrer Spezialisierung auf Steppenlebensräume, die ich gerne mag. Und diese Art ist für eine Trappe auch noch recht hübsch.

Die noch wesentlich hübschere und deutlich größere Ludwigstrappe kommt hier auch vor, und wir haben auch 7 Vögel gut gesehen, sie waren aber deutlich zu scheu für Fotos. Jochen hat ein paar Flugfotos, aber für mich als Fahrer hat es nicht gelangt. Eigentlich ist hier Jagen auf öffentlichem Land verboten, aber so ein dicker Braten wird da dann wohl manchmal doch aus dem Auto beschossen. Das wäre jedenfalls eine Erklärung für diese extreme Scheu, nachdem wir die Riesentrappen in Etosha aus dem Auto fast streicheln konnten.

Abends gab es frisch gezapftes Bier in der Lodge, die Flughühner kamen zum Trinken ans Wasserloch

und der schwierige Freckled Nightjar rief und landete über uns auf dem Strohdach.

Freckled Nightjar

Insgesamt war der Brandberg auf jeden Fall ein guter Stop für 2 Nächte, vor allem weil bei der frühen Abfahrt Mittwoch morgens auch der Burchell‘s Rennvogel, eine von Jochens Hauptwunscharten, sich noch schön gezeigt hat.

In den Erongo Mountains

Wir sind am Samstag nach einer langen Fahrt in den Erongo Bergen angekommen und über eine extrem holperige Straße zu unserem vorgebuchten Campingplatz auf dem Erongo Plateau Camp gefahren. Das Camp liegt sehr schön im Busch, hat allerdings keine Elektrizität. Wir haben deshalb vorher unseren Kühlschrank an der Tankstelle mit einem großen Beutel Eis präpariert, damit unsere Vorräte durchhalten. Das hat auch gut geklappt.

Unser Campingplatz lag am Hang oberhalb einer künstlichen Wasserstelle, zu der abends bis zu fünf Bergzebras zum Trinken lamen. Für die von und gesuchten Vögel waren die Habitate hier allerdings nicht so ideal, die großen Granitfelsen, die vor allem der Hartlaub-Frankolin braucht, sind hier nicht vorhanden. Dafür haben wir vor dem Anzünden des Grillfeuers den fast endemischen Rockrunner mit der Klangattrappe schön gesehen.

Rockrunner

Und ein Kehlchen, das uns zuerst etwas Rätsel aufgab, stellte sich erfreulicherweise als Herero Chat, den einzigen echten Endemiten Namibias heraus. Der ist an allen Stellen extrem schwierig zu finden, gut das der uns so in den Schoß gefallen ist. Am nächsten Tag sind wir dann zur noblen Erongo Wild Lodge gefahren, die mitten im besten Habitat liegt. Leider ohne Campingplatz und mit 220 € pro Nase und Nacht etwas zu heftig für uns.

Die Hauszelte der Lodge liegen malerisch in den riesigen Granitfelsen verteilt mit tollen Ausblicken und Klippschiefern als Nachbarn, die einem beim Baden in den Außenbadewannen zuschauen können.

Hier haben wir und erstmal ein ausgesprochen leckeres Frühstücksbuffet gegönnt, bis wir fast geplatzt sind. An der Futterstelle direkt neben dem Fenster war ordentlich Betrieb, so dass Jochen trotz voller Teller kaum zum Essen kam.

Volle Teller und JD ist abgelenkt

Außer häufigen Täubchen, Spatzen und Finken kamen auch mehrere der hübschen Rosenköpfchen-Papageien zur Futterstelle. Die brüten hier überall in den Spalten der Granitfelsen.

Die Hartlsub-Frankoline haben wir aber mitten am Tag nicht gefunden, auch weil wir nicht überall auf dem Gelände frei herumlaufen durften. Deswegen haben wir für den nächsten Morgen um 6 Uhr einen Ornispaziergang mit Guide auf dem Gelände gebucht. Bei der Rückfahrt gab es dann noch eine tolle Beobachtung eines Jungvogels des hellen Singhabichts , der neben der Straße einen Hasen geschlagen hatte. Der war zu dick, um ihn wegzutragen, deswegen schaute er uns sehr ungehalten an, als wir anhielten.

Pale Chanting Goshawk mit Scrub Hare

Am nächsten Morgen sind wir um 4:30 Uhr aufgestanden und von 5 bis 6 Uhr wieder zur Erongo Wild Lodge gefahren. Auf dem Weg hatten wir einen Fleckuhu, eine afrikanische Wildkatze und zwei Bergzebras.

Wir haben uns kurz nach 6 mit unserem Guide getroffen und sind überall rund um die riesigen Granitblöcke herumgeklettert. Beim Suchen habe ich endlich ein Männchen des Kurzschwanz-Steinrötels ( freie Übersetzung) hoch in der Felswand gefunden, neu für uns beide. Nach 2 Stunden Suche habe ich dann auf einmal ein Huhn zwischen den Felsen gesehen, was keinen roten Schnabel hatte, wie die hier überall häufigen Red-billed Francolins. Als ich Jochen gerufen hatte, flog das Huhn natürlich ab, aber unser Guide kannte die Schleichwege durch die Felsen und so haben wir am Ende 3 Vögel gut gesehen und schlecht fotografiert.

Hartlaubs Francolin

Da hatte ich also heute mal die beiden guten Lifer für und gefunden, keine leichte Aufgabe, wenn man mit einem der besten Vogelfinder Deutschlands unterwegs ist. Auf jeden Fall ist der Plan hier mal wieder vollkommen aufgegangen und wir sind zurück in der Erfolgsspur.

Abschied vom Caprivistreifen

In den letzten Tagen bin ich nicht zum Bloggen gekommen, weil wir ziemlich schnell unterwegs waren. Wenn man immer nur eine Nacht an einem Ort bleibt, geht trotz des superpraktischen Campers viel Zeit mit Aufbauen, Abbauen und Einrichten drauf.

Der Caprivistreifen war zwar nett, aber da haben leider durch stark beeinträchtigte Waldhabitate viele wichtige Zielarten nicht geklappt. Besonders bitter war, dass wir den Racket-tailed Roller, die für mich letzte mögliche Blauracke auf der Welt, trotz tagelanger Suche nicht gefunden haben.

Wir hatten deswegen noch einen Stop im Bwabwata Nationalpark in der Mitte des Caprivistreifens am Kwand River eingelegt. Der Park erstreckt sich hier von der Straße südlich bis Botswana und nördlich bis Angola. Die Südseite ist leider für uns nicht erreichbar gewesen, da hier der Weg so tiefsandig war, dass ich mir das trotz 4×4 nicht zugetraut habe.

Im Norden war es auch hübsch, mit vielen Antilopen und einem einsamen Elefant.

Die sind hier nach den Kotmengen auf dem Weg aber häufiger, nach einer Weile sind in den Ballen dann leckere Insektenlarven. Die werden gerne verwertet.

Red-billed Spurfowl

Zwischen den Waldstücken, wo wir nochmal vergeblich die Racke gesucht haben, kamen auch immer wieder Savannenstücke.

Leider ohne Wildhunde, die hier besonders südlich der Straße relativ häufig sein sollen. Der Park ist auf jeden Fall fast unbesucht, sehr schön und hätte mehr Tage verdient gehabt.

Nach einem eher unproduktiven Stop in der hochgelobten Shamvura Lodge haben wir den Caprivistreifen verlassen und sind in Richtung Südwesten weitergefahren. Hier gibt es an der Straße eine gute privste Farm, Roy‘Rest Camp.

Die sehr künstlerisch gestaltete Lodge ist superschön gelegen, günstig und der beste Platz, um den schwierigen Black-faced Babbler zu sehen.

Den Babbler haben wir nach unserer Ankunft noch in der Mittagshitze aus dem Swimmingpool gefunden, ist also wirklich ein guter Stakeout.

Black-faced Babbler

Aber auch viele andere nette Vögel kamen zum künstlichen Wasserloch auf dem Gelände oder ließen sich an dem 4 km Wanderweg auf der Fatm beobachten

Acacia Pied Barbet, ein Bartvogel

Abends haben wir uns dann mal, statt selber zu ochen, ein fantastisches Buffet-Dinner an der Loge gekönnt (mit Kudu Stroganoff 😋) und den Abend mit zwei großen Bieren am Lagerfeuer ausklingen gelassen.

Am Zambezi

Wir sind schon seit zwei Tagen am östlichsten Punkt unserer Tour in Katima Mulilo und wohnen in der sehr schönen Caprivi Houseboat Safari Lodge . Der nette Eigentümer, Curt Sagell, wurde uns von Hanjo Böhme in Windhoek empfohlen. Die Lodge hat seine schöne Aussichtsterasse, die den Fluss überblickt und sich hervorragend zum Herumlungern in der Mittagshitze eignet.

Der Bick über den großen Zambezi ist sehr beruhigend.

Auf dem Gelände gibt es massig hübsche Vögel, vor allem den für mich wichtigen Schalow‘s Turaco, Der ist hauptsächlich weiter östlich in Zimbabwe verbreitet, und zieht sich nur in einem schmalen Streifen bis hierher.

Schalows Turaco

Aber auch die weiter verbreiteten White-browed Robin-Chats sind hier recht fotogen.

White-browed Robin-Chat

Neben vielen Vögeln im Miombo-Wald rund um den Ort geht es hier vor allem um zwei extrem schwierige Arten an den Flüssen, den Pels Fischuhu und den Weißrücken-Nachtreiher. Auf den beiden Bootstouren, die wir bisher gemacht haben, hat da aber noch nichts funktioniert. Heute ist unsere letzte Nacht hier, und gleich versuchen wir es nochmal.

Gestern auf der Abendtour rund um die Flußpferdinsel gab es dafür andere schöne Beobachtungen wie den Schreiseeadler

einen Europäischen Ziegenmelker, der hier regelmäßig überwintert

und die wunderschönen White-fronted Bee-Eater, die in kleinen Kolonien an Abbruchkanten an den Ufern der Insel brüten.

Heute mittags kam Curt mit 4 großen Eimern mit Deckel an, in denen er Schlangen hatte, 2 extrem agressive, große Speikobras und diese dicke Puffotter.

Er fängt die im Ort ein, bevor die Leute sie in ihren Gärten totschlagen und setzt sie auf der unbewohnten Flußpferdinsel aus. Da könnten sie höchstens ein paar Wilderer beißen, die da sowieso nichts zu suchen haben.

Abends waren wir nochmal mit dem Boot draußen, diesmal hatte ich das Pulsar mit und habe tatsächlich den Weißrücken-Nachtreiher gefunden, aber der Fischuhu hat sich leider nicht blicken lassen.

Damit war Katima Mulido insgesamt nicht so erfolgreich, wie wir es uns erhofft hatten. Es war die doch recht lange Fahrt in den Osten trotzdem wert.