Abschied vom Schiff und Fjordland Nationalpark

Nachdem wir schon vorgestern Abend in der Bucht von Dunedin an der Ostküste der Südinsel angekommen sind, haben wir eine letzte Nacht auf dem Schiff verbracht. Gestern morgen sind wir dann auf dem Weg in den Hafen an der einzigen Festlandskolonie des nördlichen Königsalbatrosses vorbeigefahren. Danach mussten wir wieder durch den Zoll, da wir ja zwischendurch in australischen Gewässern waren. Danach haben wir uns von Tom, der nach Hause fliegt und den restlichen Mitfahrern sowie den Guides und Judd, dem genialen Expeditionsleiter, verabschiedet und sind zum Flughafen gefahren. Da haben wir dann rasch unseren Mietwagen abgeholt und sind Richtung Fjordland Nationalpark gefahren. Wir sind gut durchgekommen, wenn Jochen sich auch zuerst wegen des Linksverkehrs sehr am Straßenrand entlanggetastet hat.Wir haben dann leider im Regen unsere Zelte im einzigen bewitschafteten Campingplatz des Nationalparks aufgeschlagen und sind dann sofort weiter zum ca. 1000 m hochgelegenen Homer-Tunnel gefahren. Auf dem Weg haben wir problemlos den Kea für Jochen

und die eigentlich schwierige Hochgebirgsente ( Blue Duck oder Saumschnabelente), die vorwiegend schnelle Gebirgsbäche besiedelt, am Monkey Creek gefunden. Das ging einfacher als erwartet. In der phantastischen Hochgebirgskulisse am Tunnel haben wir dann leider wieder im Regen nach dem South Island Rock-Wren, dem einzigen echten Hochgebirgsvogel Neuseelands gesucht. Der heißt übrigens auf deutsch Felsschlüpfer, dämlicher Name, da würde ich mir eher die Unterhose eines Trollweibchens drunter vorstellen.Der Vogel ist immer schwierig und und bei Regen ganz besonders. Er lebt in großen Blockschutthalden zwischen den Steinen und in der Zwergstrauchvegetation dazwischen. Umso verblüffter war ich, als direkt am Anfang des Weges am Tunnel auf mein erstes kurzes Anspielen der Stimme einer aus der Vegetation heraus auf einen großen Felsbrocken flog. Ich habe hektisch versucht, Jochen den Standort zu erklären statt lieber erstmal selbst mit dem Fernglas hinzuschauen. Das Resultat war vorraussehbar, der Vogel flog blitzschnell ab, Jochen hat nur eine Bewegung gesehen und ich habe ihn ohne Fernglas auch nicht tickable gesehen, sehr blöd gelaufen. Aber zumindest wissen wir wir jetzt, dass er da ist, auch wenn er bis 20 Uhr nicht mehr aufgetaucht ist. Auf dem Campingplatz haben wir dann noch eine große Portion Nudeln mit Tomatensoße gekocht und verschlungen. Die Küche war allerdings ziemlich klein und voll, so dass wir uns bald in die feuchten Zelte verzogen haben. Zumindest für mich war das eine ziemlich ungemütliche Nacht, auch wenn es irgendwann zu regnen aufhörte.Morgens ein schnelles Frühstück und dann sind wir wieder zum Tunnel hochgefahren, diemal allerdings bei schönem Sonnenschein, was für ein Glück. Das Bergpanorama mit verschneiten Gipfeln und Dutzenden von Wasserfällen an den steilen Felsflanken ist wirklich genial.

Als sich nach einer dreiviertel Stunde in dem Revier am Anfang des Weges nichts rührte, sind wir langsam den Weg etwas weiter den Berg hoch gelaufen.

Jochen war schon vorgegangen und außer Sicht, als ich plötzlich eine Bewegung zwischen zwei Felsen wahrgenommen habe. Und tatsächlich, kurz danach saß der Rock-Wren frei vor mir auf einem Felsblock und sieht mit den langen Beinen und den winzigen Schwanz wirklich aus wie eine Miniaturpitta. Jochen hat mein Rufen glücklicherweise gleich gehört, und ihn auch noch gut gesehen, bevor er bergauf in den Steinen verschwand. Kurz darauf tauchte er aber mit Nistbaumaterial wieder auf und verschwand in einem Loch an der Seite eines großen Felsens. Da kam dann auch noch ein zweiter dazu, damit haben wir wohl ein Brutpaar beim Nestbau gefunden, genial. Auch wenn wir sie mehrfach gut gesehen haben, habe ich wegen der hektischen Bewegungen kein einziges Bild hinbekommen. Anders bei Jochen, der mit mehr Können und schnellem Autofokus zumindest ein gutes Bild geschossen hat, siehe unten.

Absolut megagenial !

Damit haben wir hier alles gesehen, und haben auf dem Rückweg noch einmal am Monkey Creek haltgemacht. Hier haben wir die Ente nochmal gefunden, diesmal bei Sonnenschein. Sie ist im Wasser beim Fressen in den Bächen relativ leicht zu übersehen.Wenn sie am Ufer rastet dafür etwas einfacher.Schließlich waren wir noch in den wunderschönen, moosüberwucherten Südbuchenwäldern am Lake Gunn und sind dann in Richtung Twizel abgefahren.

Da haben wir uns im erneut strömenden Regen auf dem gleichen Campingplatz eine Hütte genommen, auf dem ich vor einem Monat schon einmal war. Morgen wollen wir für Jochen den Schiefschnabel und den Schwarzen Stelzenläufer suchen, allerdings sieht das Wetter gar nicht gut aus.

Landgang auf den Chathams

Am Mittwoch waren wir morgens vor der einzigen Ortschaft auf der Hauptinsel der Chatham Inselgruppe und sind nach dem Frühstück mit den Zodiacs an Land gebracht worden. Vom Ort aus sind dann alle außer Tom mit Bussen zum privaten Tuku-Reservat im Süden der Insel gefahren worden. Der Weg dahin geht über Schafweiden voller Feldlerchen und Trauerschwäne und an wenigen kleinen Waldrestchen vorbei auf Schotterstraßen zur Südküste. Hier schützt einer der Schaffarmer auf seiner Farm nicht nur die letzte Brutkolonie des Magentasturmvogels und des Chathamsturmvogel sondern auch ein paar hübsche Waldreste

und ein eingezäuntes Gelände an der Steilküste, auf dem der endemische Chathamalbatros wieder angesiedelt werden soll. Das soll eine zweite Population als Versicherung geben, falls in der momentan einzigen Kolonie auf dem Pyramid Rock irgendetwas passiert.

Der Farmer und seine Frau haben eine kleine Ansprache über ihr Schutzprojekt, aber auch über die ungünstigen Lebensumstände auf der etwas abgelegenen Inselgruppe 1000 km östlich von Neuseeland gehalten. Die Transportkosten von und nach den Inseln fressen wohl einen ordentlichen Teil der Gewinne auf.

Wir haben dann einen hübschen Spaziergang zur Küste durch den schönen Wald voller Baumfarne gemacht. Dabei waren die beiden endemischen Landvögel der Insel, eine Taube und ein Zweigsänger recht einfach zu kriegen. Ansonsten aber wie in Neuseeland nur Star, Amsel, Singdrossel, Buchfink und Stieglitz zu sehen und zu hören.

Während des Ausflugs hatte Tom und sich abgesetzt, um die für ihn natürlich viel wichtigere, vierte Limikolenarten Chatham-Austernfischer zu suchen. Ein vier Kilometer langer Spaziergang an einem wunderschönen Strand mit hohen Sanddünen bei der Ortschaft hat dann auch erst einen und dann sogar drei Vögel geliefert. Die flogen dann sogar in Richtung der Ortschaft, aber er hat sie dann bei einem Nickerchen in den Dünen verloren. Als wir dann gegen 12 Uhr wieder im Ort waren, waren sie nicht mehr zum sehen. Glücklicherweise hat Jochen mit dem Spektiv den Strand abgesucht, während wir uns Toms Heldengeschichten angehört haben. Und er hat dann auch zwei Vögel in 1-2 km Entfernung wiedergefunden. Einige von uns sind dann zu einem kleinen Strandspaziergang aufgebrochen und haben sie auch schön beim Muschelsuchen und -fressen beobachtet und fotografiert.

Sie sind zwar selten und hoch gefährdet, sehen unserem Austernfischer allerdings so ähnlich, dass der Wow-Faktor etwas fehlte.

Trotzdem habe ich danach im Ort mittags ein Bier getrunken, weil das nach Toms Zählung meine 200ste Limikolenart (von 223 momentan bekannten) war. Eric, der eine Guide hat sich dann einen Kleinbus von einem Insulaner ausgeliehen und hat die gehfauleren oder schlappen älteren Teilnehmer über der festen Strand auch noch zum Austernfischer gefahren, das war mal Dienst am Kunden.

Dann mussten wir nochmal mit den Bussen über die halbe Insel fahren, weil der Wind und die Wellen so stark geworden sind, dass der Kapitän das Schiff auf die andere Seite der Insel verlegen musste. Da wir morgens den Transfer bei ruhiger See und Sonnenschein gemacht hatten, hatte kaum jemand eine Regenhose dabei. Entsprechend nass waren wir nach der Schlauchbootfahrt mit einigen kleineren Wellen im Boot. Die Dünung war auch ordentlich, das heißt das Aussteigen an der schmalen Klappleiter am Schiff war auch spannend. Man muss da schon den richtigen Zeitpunkt zum Rübersteigen wählen, auch wenn 2 kräftige russische Matrosen dabei helfen. Bewunderungswürdig wie einige ältere Teilnehmer sich das noch zutrauen !

Abends waren wir dann nocheinmal vor der Sturmvogelkolonie und haben mit Fischresten gelockt, bei dem starken Wind und Wellengang aber mit mäßigem Erfolg.

Dann haben wir uns auf den 1000 km langen Rückweg zur neuseeländischen Südinsel gemacht, wo wir erst in der Nacht zum Sonntag nach 2 Tagen auf See ankommen werden.

Magenta Petrel !!!

So, jetzt bin ich mal ein paar Tage nicht dazu gekommen, etwas Neues zu schreiben. Auch wenn wir den größten Teil der Zeit an Bord waren, hat man trotzdem irgendwie keine Ruhe, um mal etwas zu Tablet zu bringen.Wir sind, seit wir von Campbell Island abgefahren sind, an den Inselgruppen der Antipoden und der Bounty-Inseln vorbeigefahren, wobei die Bounties nur ein Haufen windgepeitschter Felsen fast ohne Vegetation sind. Auf den Antipoden darf man nicht landen (Totalreservat), aber wir sind so lange mit den Schlauchbooten vor der Küste hin und hergekreuzt, bis jeder die beiden endemischen Sitticharten, die da ihr Leben fristen, und den ebenfalls endemischen Kormoran gesehen hatte. Dabei hat es allerdings wieder die ganze Zeit gegossen wie aus Kübeln, sodass zumindest für mich an fotografieren nicht zu denken war. Danach waren wir auch alle klatschnass und durchgefroren, aber ich war wieder der Einzige in der Sauna, verstehe einer die Engländer, Amis, Aussies etc !Der lange Tag auf See nach den Bounty-Insel, an denen wir nur vorbei gekreuzt sind weil das Wetter und der Wellengang zu ungünstig waren, war dann wieder prima. Man konnte sogar vom Dach der Brücke aus stundenlang in der Sonne die das Schiff begleitenden Albatrosse beobachten. Tom ist allmählich immer schärfer auf seine 2-3 letzten auf dem Trip möglichen Limikolen geworden und plant schon, wie er auf unserer letzten Station, den Chatham Insel, die endemische Schnepfe kriegen kann. Und das obwohl man auf keiner der Insel, wo die noch vorkommt, landen darf.Gestern sind wir dann fast alle vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil wir da bei der Anfahrt zu den Chathams morgens zwischen 5 und 8 Uhr vom tiefen Wasser über eine Schwelle wieder auf das Kontinentalschelf gefahren sind. An diesen Zonen kommt ja immer nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche, und es wimmelt von Meeresvögeln und wenn man Glück hat, auch von Walen.Das mit den Walen hat auch gut geklappt, und wir haben noch mehrere Pottwalbeobachtungen und eine Superbeobachtung von drei Schnabelwalen gehabt. Der mit der Kamera extrem schnelle (und supernette) Schiffsarzt hat sogar ein paar tolle Fotos hinbekommen, nach denen man die sogar bestimmen kann.

Auch vogelmäßig war da wirklich die Hölle los, und das wieder bei tollem Wetter. Es ist unglaublich, wie viele Seevögel da dem Schiff folgen, oder einfach dessen Weg kreuzen. Dank vieler scharfer Augen an Bord werden auch die meisten Sachen gefunden und die Highlights auch über die Bordlautsprecher angesagt.Auf den Chathams angekommen waren wir erstmal am sogenannten Pyramid Rock, einem Monolithen mit steilen Felswänden. Da drauf brütet die Weltpopulation von ca. 4000 Paaren des hübschen Chatham Albatrosses, von denen wir dann auch massig gesehen haben.Die kreisen nicht nur über der Insel sondern schwimmen auch in großen Flößen davor.Danach waren wir auf Zodiactour vor der Küste von Southeast-Island, wo wir den hübschen Chathamregenpfeiffer gut gesehen haben. Derweil hatte die russische Besatzung vom Schiff aus sehr erfolgreich dicke Blaudorsche geangelt. Bevor sie die Anweisung bekommen haben, die Köpfe, Eingeweide und Karkassen zum späteren Locken aufzuheben haben sie sie immer über Bord geworfen. Da schwammen dann schon 20 Albatrosse direkt neben dem Schiff, die da auf Leckerbissen gewartet haben.Am Nachmittag und Abend sind wir dann langsam vor der Südwestecke der größten Insel der Chathams hin und her gekreuzt und haben dabei mit den Fischresten gelockt. Dabei ging es hauptsächlich um den ultraseltenen Magentasturmvogel, der hier noch in ca. 50 Brutpaaren in einem Schutzgebiet und den umliegenden Wäldern brütet. Diese extrem geringe Weltpopulation ist zwar wohl dank starker Schutzbemühungen stabil oder sogar leicht ansteigend. Trotzdem wird die Art nur selten gesehen und ist für alle Seevogelspezialisten an Bord der heilige Gral. Für John Ryan, den netten Expeditionsarzt und Seevogelfanatiker war die Art beispielsweise der einzige mögliche Lifer des Trips.Zwar reagieren die Sturmvögel nicht so toll wie die Albatrosse auf den Chum, aber die Theorie war, dass die abends vom Meer aus zurück zu ihren Bruthöhlen kommen und dann kurz bei dem Trubel hinter dem Schiff vorbeischauen.Die meisten Fotografen und Nicht-Hardcore-Birder haben sich unten im Heck oder von den darüber liegenden Decks das Albatrosspektakel hinter dem Schiff angeschaut. Das war auch nett mit bis zu 10 Königsalbatrossen und massig kleineren, die sich hinter dem Schiff um die Fischreste gestritten haben.Wir haben uns aber wegen der besseren Rundumsicht mit den Engländern und den beiden besten Guides auf dem Dach der Brücke postiert. Das hat sich als die bessere Strategie erwiesen, als kurz vor der Dämmerung Dough, der mit Abstand beste Guide an Bord auf einmal in voller Lautstärke brüllte „possible Magenta Petrel“ und direkt danach genauso laut „Magenta Petrel going right towards the bow“. Die 2 Sekunden, die ich gebraucht habe, um den Vogel zu finden, waren etwas nervenaufreibend, aber als ich ihn hatte, war auf einmal Alles wunderbar. Der Sturmvogel ist tatsächlich sehr charakteristisch, mit dunklem Kopf und Unterflügeln und weißer Brust und Bauch, aber dafür muss man ihn halt von unten sehen. Besonders bei dem grenzwertigen Licht war auf der Oberseite nicht mehr viel zu erkennen, und von der Form her gibt es da eine Menge Verwechslungsarten.Auf den unteren Decks haben sie das zwar per Funk mitbekommen, und viele haben den Vogel auch noch gefunden, als er vor dem Bug gewendet hat und dann nochmal links am Schiff vorbei geflogen ist. Einige sind auch die Leitern raufgesaust und haben ihn oben noch kurz gefunden. Der ganze Spaß hat aber nur knapp 3 Minuten gedauert, so dass auch viele von den Leuten unten den Vogel komplett verpasst haben. Umso erstaunlicher, dass einige Leute, incl. Jochen, dabei auch noch sehr vernünftige Bilder hinbekommen haben.Abends war die Tagesbesprechung in der Bar dann auch wesentlich länger und feuchtfröhlicher, nachdem der Druck wegen der Starart der Tour raus war. Von den Leuten, denen die Art richtig wichtig war, hat zum Glück kaum einer gedippt. Immer wieder verblüffend, das auf so eine teure und ja eigentlich extrem auf Vogelkucker ausgelegte Tour Leute mitfahren, denen so etwas dann nicht so wichtig ist.Auf jeden Fall ein genialer Tag !

Campell Island

Wir hatten vorgestern eine angenehm ruhige Nacht in einem tiefen Fjord in der Ostseite der Campbell- Insel, der vollständig windgeschützt und ruhig war. Leider regnete es morgens sehr ausdauernd, auch wenn es nicht besonders windig war. Tom ist mit ein paar ganz harten Teilnehmern zu einer 16 km Wanderung aufgebrochen um die endemische Campbellschnepfe zu suchen. Die hatte vor der Auslöschung aller eingeführten bzw. eingeschleppten Säuger auf einer vorgelagerten Miniinsel überlebt und die Hauptinsel nach der Rattenausrottung von selber wieder besiedelt.

Jochen und ich haben uns für die softe Möglichkeit entschieden, und vormittags nur eine Schlauchboottour an der Küste mitgemacht, wo wir aber sowohl die endemische, flugunfähige Ente als auch den ebenfalls nur hier vorkommenden Kormoran gut gesehen haben. Nichts für Zartbesaitete war eine Beobachtung eines großen Seelöwen, der eine diesjährige Pelzrobbe gefangen hatte, und sie im Flachwasser herumschleuderte und auffraß, während sie noch lebte.

Nachmittags waren wir dann nach einer kurzen Wanderung auf einem Höhenrücken 260 Höhenmeter über dem Fjord und haben in der moorigen Tundravegetation die da brütenden südlichen Königsalbatrosse im Regen angeschaut. Das ist ein toller Anblick, die in der braungrünen Tundra an den Hängen verstreuten, schneeweißen Riesenvögel, die teilweise wenige Meter vom Bohlenweg für die Besucher entfernt auf ihren Nestern sitzen. Hochgelaufen sind wir gruppenweise, runter konnte dann jeder sein eigenes Tempo wählen.

Auf halbem Weg kam per Funk die Nachricht, dass sie oben am Grat eine Schnepfe gefunden hatte. Wenn es bei unserer Gruppe jemand gäbe, der die unbedingt sehen wollte, sollte der sich beeilen. Das haben Jochen und ich dann auch gemacht, und die relativ flugfaule Schnepfe noch sehr schön gesehen. Die laufen eher vor dem Beobachter weg und verstecken sich in der Vegetation, und fliegen nur ein paar Meter, wenn man wirklich fast drauftritt.

Ansonsten herrschte da oben englisches Wetter, zu dem Regen kam auch noch relativ dichter Nebel dazu, und kühl wurde es auch, so dass wir dann langsam wieder abgestiegen sind. Auf dem Runterweg konnte man unterhalb der Nebelgrenze zumindest noch ein paar Fotos von der tollen Landschaft und Vegetation mit teilweise untertassengroßen Flechten an den niedrigen Bäumen machen.

Unterwegs haben wir noch Tom getroffen, der nach der großen Wanderung mit 5 Schnepfen nach der Rückkehr klatschnass grade die kleine 7 km Wanderung auf den Sattel noch hinten drangehängt hatte. Das hatte mir der extrem nette schottische Arzt der Tour schon vorher berichtet, mit dem Kommentar „Your friend Tom is mad“.

Bei den Zodiacs, die uns wieder zum Schiff zurück gebracht haben, haben wir den noch durchgefrorenen, älteren Teilnehmern den Vortritt gelassen, weil Judd, der supereffiziente Expeditionsleiter, uns von einem Seeleoparden in der Nachbarbucht berichtet hat. Uns war zwar auch eiskalt, aber den wollten wir natürlich nicht verpassen. Judd hat uns und 4 weitere Teilnehmer dann in die nächste Bucht gefahren, wo wir den Seeleoparden dann auch toll gesehen haben. Der hat da auf einem grasigen Ufer rumgelungert und hat entgegen den Erwartungen kein Interesse daran gezeigt, uns aufzufressen. Er sah aber auch nicht 100%ig fit aus, hat sich wohl an zu vielen Pinguinen den Magen verdorben.

Zumindest war die Sauna bei unserer Rückkehr schon relativ warm, so das ich mich nach einer heißen Dusche dann noch länger bis in die letzten Ecken durchwärmen konnte.

Abends hat Tom dann ein paar Bier auf seine Schnepfenbeobachtungen ausgegeben, da waren wir aber schon wieder auf der offenen See und mussten uns bei ordentlichem Seegang beim Biertrinken gut festhalten. Da es keinen Trockenraum gibt, hing unserer Kabine bei laufender Heizung voller klatschnasser Klamotten, was ein fast schon tropisches Klima verursachte.

Die Nacht war dann wieder etwas unruhiger, weil man immer wieder durch die größeren Wellen an die Wand oder fast aus dem Bett heraus geworfen wurde. Naja, heute müssen wir uns nur auf der Brücke beim Vogelkucken festhalten, weil wir den ganzen Tag und auch die nächste Nacht auf See sein werden.

Ein Tag auf See

Langsam gewöhnen wir uns an das Geschaukel, jedenfalls haben wir alle drei trotz ordentlichem Wellengang gut geschlafen. Wir waren den ganzen Tag auf See und die meiste Zeit davon auf der Brücke. Es gab allerdings nicht so viele Vögel wie gestern, sodass man sogar eine Siesta halten konnte, ohne etwas zu verpassen. Das hatte ich zwar gestern auch gemacht, aber dadurch hätte ich fast den hübschen Blausturmvogel verpasst. Netterweise hat Jochen mich nach den ersten beiden gleich geholt, danach kam sogar noch eine Ansage über die Bordlautsprecher. Das gab es bisher nur bei den Walen. Als wir dann wieder auf der Brücke waren, hat Jochen in den Mengen von sonstigen Vögeln noch zweimal einzelne Blausturmvögel für mich rausgepickt, das waren auch die bisher letzten des Trips, uff.

Heute haben wir nachmittags auch mal bei langsamerer Fahrt mit Fischöl und -stückchen gelockt. Es kamen auch bis zu einem Dutzend Albatrosse (5 Arten) viele Sturmschwalben und einzelne Weißkopf-Sturmvögel, aber nichts, was wir nicht vorher schon hatten. Trotzdem gut für die Fotografen mit den schnellen Kameras.

Nach dem Abendessen war ich zum 2. Mal alleine in der bordeigenen Sauna, keine Ahnung, warum da sonst keiner drauf abfährt. Ich werde jetzt jedenfalls gut schlafen.

Nochmal Macquarie

Nach dem Frühstück und den teilweise recht nahen Orcas sind wir mit den Zodiacs zum erstem mal auf Macquarie gelandet, diesmal auch mit etwas mehr Action. Aber die Guides, die auch die Zodiacs fahren sind wirklich perfekt darin, selbst die teilweise geh-eingeschränkten, älteren Passagiere sicher und halbwegs trocken an Land zu bringen. Das ist manchmal nicht ganz so einfach, weil die Zodiacs entweder vorwärts an die tangbewachsenen Felsküsten ranfahren, und man muss im richtigen Moment raushüpfen und nicht ausrutschen. Oder sie fahren rückwärts an die Kiesstrände ran, die Guides halten das Boot in Wathosen von außen halbwegs stabil und man muss über die Seiten ins (meist nur) knietiefe Wasser aussteigen.

Bezeichnend war, als Alex, einer der jungen Guides, breitbeinig stehend und grinsend den Zodiac durch die Wellen steuerte. Nachdem ein Gast sagte er würde mit seiner Polarisationsbrille gut aussehen antwortete er „Not as good as I feel right now“. Da er das auch genauso meinte, kann man als junger Bursche kaum noch cooler sein. Die haben da wirklich die richtigen Leute an Bord.

Das Wetter war gut bis sehr gut, allerdings kalt und windig aber mit sonnigen Abschnitten. Wir sind zuerst bei der hübschen Forschungsstation der Australier am NO- Ende der ca 35 km langen Insel gelandet.

Die Wissenschaftler und Ranger hatten 9 Monate keine Fremden mehr gesehen und haben uns sehr nett mit frischen Brötchen und Kaffee in ihrem Aufenthaltsraum bewirtet. Die Station liegt auf einer schmalen Landzunge mit Kolonien von Eselspinguinen und freundlichen Seeelefanten. Unerwarteter Bonus war ein einzelner Zügelpinguin, der zwischen den Eselspinguinen stand. Der ist hier ein seltener Irrgast, auf den wir zwar gehofft hatten, aber dass das tatsächlich klappt, war natürlich super.

Die Seeelefanten liegen überall kreuz und quer rum, auch jede Menge riesige Männchen.

Und sie stören sich überhaupt nicht an den Menschen, von denen sie vor 120 Jahren noch zu Öl verkocht wurden. So ging es hier übrigens auch den Pinguinen, die von einem geschäftstüchtigen Neuseeländer ebenfalls zu Öl gemacht wurden. Er hatte die Rechte gepachtet und hat riesige Dampfkochtöpfe entwickelt, in die die Pinguine über Planken reingetrieben wurden um dann unter Druck das Öl zu extrahieren. Man kann nur hoffen, das der Typ heute in seinem privaten Dampftopf in der Hölle brutzelt.

Diese sogenannten „Digester“ stehen heute noch verrostet in den Pinguinkolonien, ziemlich gruselig.

Nachmittags waren wir etwas die Küste runter in der Sandy Bay, wo eine der größten Haubenpinguinkolonieen und eine kleinere Kolonie der Königspinguins liegen. Da war das Wetter dann bis auf ein paar Hagelschauer prima, und wir durften uns in einem größeren Gebiet frei bewegen. Das war unglaublich am Strand zwischen den Seeelefanten und den wunderschönen Königspinguinen zu sitzen und besonders die Pinguine kommen manchmal bis auf Zentimeter an einen heran. Diesmal wurden besonders Jochens Füße genauer untersucht, möglicherweise wegen dem den Pinguinen vertrauten Geruch ?

In der Kolonie der Haubenpinguine war man zwar ein paar Meter von den Pinguinen getrennt, konnte aber trotzdem toll die Interaktionen in der Kolonie und die Versuche der Braunen Skuas, Pinguineier zu mopsen, beobachten.

Auf jeden Fall war dieser Nachmittag eins der absoluten Highlights des Trips.

Das Alles war gestern, heute ist das Wetter etwas ungünstig er, und wir haben nur noch eine Zodiaktour vor der größten Kolonie der Königspinguine in der Lusitania Bay gemacht.

Hier brüten 150.000 Paare Königspinguine, mit den fast erwachsenen Jungvögeln zusammen bestimmt 400.000 Vögel. Aber bei 2°, horizontalem Wind und Schnee- und Graupelschauern war das nur eingeschränkt angenehm. Selbst Jochen hat gesagt, er wäre nicht böse gewesen, wenn die Tour eine Viertelstunde kürzer gewesen wäre.

Danach sind wir noch etwas vor der Küste gekreuzt in der Hoffnung, einen der weißen „Snowy“ Wanderalbatrosse zu sehen, was nicht geklappt hat. Dafür aber nochmal 3 Orcas und 4 Soft-plumaged Petrels.

Heute geht es dann wieder in Richtung NO in neuseeländische Gewässer, wo wir dann morgen Abend nach wieder ca. 36 h auf den Campbell Inseln ankommen werden.

Aber nach den ganzen Superbeobachtungen kann die Tour schon gar kein Reinfall meht werden, selbst wenn wir jetzt schlechteres Wetter kriegen sollten.

Von den Auckland zu den Macquarie-Inseln

In dem geschützten Hafen im Norden des Auckland Inselarchipels haben wir wirklich wie die Toten geschlafen, was sehr willkommen war. Morgens nach dem leckeren Frühstück sofort mit den Zodiacs auf die nördlichste größere Insel der Aucklands, Enderby Island, übergesetzt und an einem schönen Sandstrand gelandet. Das war eine sehr angenehme Landung, was durchaus nicht immer so sein muss.Wir sind in Gruppen eingeteilt worden, weil man auf der Insel nicht alleine rumlaufen darf. Wir sind zuerst in der Bucht geblieben und haben uns zuerst die hübschen Gelbaugenpinguine angekuckt, die hier im Wald brüten und morgens langsam über die Wiesen zum Meer wackeln. Dann kam Toms große Stunde, weil wir ausgeschwärmt sind und vorsichtig in den Seggen nach der endemischen Subantarktikschnepfe gesucht. Die sieht etwas wie eine größere Zwergschnepfe aus und sitzt auch genauso fest im Versteck. Nur fliegt sie nicht ab, wenn man fast drauftritt sondern fliegt höchstens 5 m und läuft dann wieder ins Gras. Es hat auch nicht lange gedauert, dann flog vor meinem Nachbarn eine auf und landete genau vor mir im Gras. Gleichzeit flog ein Maorifalke über uns und setzte sich fotogen auf einen Baumstumpf und ein anderer Teil der Gruppe hat in einem Torftümpel eine der kleinen, endemischen und flugunfähigen Aucklandenten gefunden. Bei den wenigen Arten hier trotzdem Reizüberflutung !Ich habe erstmal in Ruhe die Schnepfe fotografiert, dann die Ente und am Ende den Falken, der mich dann sogar noch gezielt angeflogen hat. Als er auf Augenhöhe angesaust kam, habe ich mich zur Freude der Gruppe doch sehr schnell zu Boden fallen lassen.Danach sind wir auf einem schönen Bohlensteg quer über die Insel gelaufen zur Steilküste im Norden der Insel. Der Weg führt durch wirklich eindrucksvolle Botanik mit dem windgepeitschten Rafa-Wald und den endemischen Staudenarten und dann über eine grasbewachsene Hochebene mit mehreren Paaren des südlichen Königsalbatrosses. Absolut genial, die über der Hochfläche starten, segeln und landen zu sehen.An der Steilküste haben wir dann zuerst noch eine der Schnepfen entdeckt und dann brütende und balzende Graumantel-Albatrosse. Ein Paar hat in den Klippen direkt unter uns gebrütet und gebalzt.Das ist für mich der eleganteste und schönste Albatros und war nach dem Königspinguin die 2. Art auf meiner Wunschliste für den Trip. Nachmittags sind wir dann östlich der Inselgruppe nach Süden gefahren und hatten in einem geschützen Hafen dort noch eine ruhige Nacht ohne zuviel Geschaukel.Am Morgen danach sind wir noch kurz mit den Zodiacs zu einer kleinen Kolonie des Südfelsenpinguins gefahren die da in den Blockschutthalden unter einer steilen Basaltklippe brüten.Sehr lustig, die Burschen über die Felsen hüpfen zu sehen. In englisch heißen sie deshalb auch passender Rockhopper Penguin.Danach sind wir dann zu einer 36-stündigen Seereise nach Südwesten in Richtung der australischen Macquarie-Insel aufgebrochen. Tagsüber sehr nett mit den unglaublichen Mengen von Seevögeln und trotz einiger riesiger Wanderalbatrosse waren 9 Pottwale direkt neben dem Schiff das ultimative Highlight.Dafür war die Nacht wegen der Achterbahn wieder weitgehend ungemütlich.Wow, grade sind wir vor Macquarie vom Frühstück weggerufen worden, weil drei Orcas hinter dem Schiff kreuzten. Ein großes Männchen habe ich mehrfach gesehen, bevor es mir in Sandalen und Hemd bei Schneeregen doch zu ungemütlich wurde. Was für ein toller Beginn des 3 Pinguinlifer-Tages.

Auf dem Schiff

Gestern sind wir mit 48 anderen zahlenden Gästen erst noch auf eine Morgenexkursion in die Curio Bay gefahren. Da gab es zwar keine besonderen Vögel aber immerhin eine Gruppe der kleinen Hectordelphine in der Bucht. Nachmittags haben wir dann unsere kleine Dreierkabine auf der Spirit of Enderby bezogen. Das ist ein ehemaliges russisches Arktis-Forschungsschiff, was inzwischen von der Organisation Heritage Expeditions für die Naturkreuzfahrten der etwas extremeren Art in die Arktis und Antarktis benutzt wird.

Auf dem Schiff gibt es zwar Internet, dass ist aber teuer, langsam und mengenbegrenzt. D.h. es gibt zwar einige Beiträge, wenn ich mal dazu komme, aber die Bilder muss ich leider später nachliefern. Nicht dass ich bisher so viele gemacht hätte, das erfordert doch etwas mehr Können, als ich bisher habe, bei dem Gewackel auch noch vernünftige Bilder zu machen.

Die ersten paar Stunden an Bord hatten wir in der sehr windigen Fauveaux-Straße zwischen Stewart Island und der Südinsel schon ordentlichen Wellengang und konnten uns an das Laufen an Bord gewöhnen, bei dem man sich immer irgendwo festhalten muss. Das Beobachten wird auch nicht einfacher, wenn man sich immer mit mindestens einer Hand festhalten muss. Das köstliche erste Abendessen an Bord war auch interessant bei teilweise ordentlicher Schräglage. Die Stühle im Essraum sind zwar am Boden festgeschraubt, aber alles was auf den Anti-Rutsch-Matten auf dem Tisch steht kommt einem bei größeren Wellen dann doch entgegen. Der Seegang wurde dann zur Nachht hin noch einmal stärker, Tom und ich hatten glücklicherweise keine Probleme mit Seekrankheit, und Jochen hatte rechtzeitig eine Pille genommen.

An Schlaf war in unseren Kojen trotzdem nicht zu denken, es war ungefähr so, als ob man versuchen würde, in einer außer Kontrolle geratenen Achterbahn zu schlafen versuchen. Entsprechend übernächtigt waren wir beim Frühstück im kaum zu merkenden Windschatten der kleinen Snares-Inseln.

Hier eröffnete uns der Expeditionsleiter, das wegen der Wetterbedingungen die Zodiacfahrten in der Nähe der Inseln (die aus Naturschutzgründen nicht betreten werden dürfen) leider nicht stattfinden können. Immerhin sind wir mehrfach so nah wie möglich mit dem Schiff vor den Inseln hin und her gefahren und haben den nur hier vorkommenden Snaresinsel-Pinguin mehrfach sehr gut gesehen. Die Kolonien auf den wenigen flacheren Küstenabschnitten waren zwar nur als Pinguinpünktchen zu erkennen. Aber glücklicherweise schwammen mehrfach einzelne Vögel oder kleine Gruppen in der Nähe des Schiffs, die man gut gesehen hat. Ganz am Ende gab es sogar nochmal einen 20er Trupp, der nah am Schiff an der Oberfläche jagte, so dass alle Leute an Deck sie gut gesehen haben.

Danach ging es aus dem Windschatten heraus und Richtung Süden zu den Aucklandinseln. Wir dürfen von der Brücke aus beobachten, wenn es zu wackelig oder regnerisch ist, um vom Bug aus zu gucken. Da schaut man zwar durch die Scheiben, steht aber dafür im Warmen. Und die Seevogelmengen sind wirklich beieindruckend. 5 verschiedene Albatrosse (incl. den riesigen südlichen Königsalbatrosse), Sturmvögel, Sturmtaucher, Sturmschwalben und Prions und man sieht praktisch dauernd Vögel. Die beiden sehr guten Seevogelguides sind da auch meistens und sagen viele der Vögel an, wenn man also nicht grade Mittagsschlaf macht, hat man gute Chancen, die meisten besseren Vögel zu sehen.

Es war auf jeden Fall ein absoluter Supertag mit 6 Lifern für mich, und der beste Abschluss war, dass wir abends um 20 Uhr in eine ruhige Bucht im Norden der Aucklandinseln eingefahren sind, und deshalb ohne Achterbahn wie die Toten geschlafen haben.

Morgen geht es los

Wir sind heute morgen von Stewart Island wieder nach Invercargil übergesetzt und diesmal hat es auf der Fährfahrt ordentlich gewackelt. Nach der Ankunft haben wir unser Gepäck im Hotel deponiert und haben in einem netten Feuchtgebiet noch etwas gebirdet, bis der Wind so stark wurde, dass die Chancen auf den Fernbird, den wir finden wollten, gen Null gingen. Immerhin 100erte von Trauerschwänen und Australischen Löffelenten und ein paar Limikolen.

Heute abend lernen wir die restlichen Teilnehmer der Schiffstour kennen beim offiziellen ersten gemeinsamen Abendessen. Und morgen geht es dann los bis zum 1. Dezember.

Hier unsere geplante Reiseroute:

Und die Mitreisenden, die ich schon kenne:

Jetzt noch zum letzten Mal umpacken und dann kann es losgehen.

Ich melde mich vom Schiff, wenn wir uns mal das teure Internet gönnen.

Stewart Island II

Gestern haben wir morgens den letzten möglichen Landvogel hier, die nette kleine Tomtit, im Wald gefunden und sind dann mittags auf einen kleinen Pelagic zu ein paar vorgelagerten Inseln rausgefahren.Der Kapitän war ganz nett und kannte sich recht gut aus. Er hatte zwei große Eimer Dorschkarkassen als Lockfutter mit und es kamen auch recht bald die ersten Albatrosse.Sowohl wieder alte und junge White-capped Albatrosals auch ein einzelner Salvin’s Albatros.Außerdem gab es noch ein paar Braune Skuas,die erhoffen Fjordland Crested Penguins (Dickschnabelpinguin) und die ersten New Zealand Fur Seals auf den recht hübschen Inseln.Auch wenn wir uns nur in den Küstengewässern aufgehalten haben, gab es schon ein paar nette Fotomöglichkeiten.Als wir nachmittags wieder im Backpackers waren, war der dritte Mitfahrer für die Schiffsfahrt, Tom Noah aus dem Spreewald, inzwischen eingetroffen.Tom hat grade eine 6-tägige Wanderung in den Süden der Insel gemacht, wo er die südliche, extrem seltene Unterart des New Zealand Dotterel gesucht und gefunden hat. War wohl recht anstrengen, aber er hat es überlebt.Nach einem Willkommensbier waren wir nachts noch auf eigene Faust Kiwis suchen, mit deutlich geringerem Erfolg als am Vortag, nämlich genau 0.Heute morgennwaren wir dann bei tollem Wetter nochmal auf Ulva Island, und haben schon bei der Überfahrt auf dem kleinen Fährbootwieder ein paar Zwergpinguine gesehen.

Auf der Insel war bei deutlich besserem Wetter heute deutlich weniger Vogelaktivität, so dass wir schonnum 15 Uhr zurück wsren, und den Nachmittag mit Siesta, Kaffeetrinken, Schwätzen und Kochen verbracht haben.

Zumindest haben wir alle für uns möglichen neuen Artenauf Stewart Island gesehen, und das noch bei meist gutem Wetter und entspannter Atmosphäre, war also eine gute Entscheidung, uns hier auf die Schiffsreise einzustimmen.