Auch wenn es nördlich von Eilat zum Teil wirklich extreme Wüstengebiete gibt haben die Israelis hier doch auch eine Reihe von hübschen grünen Oasen geschaffen, die den Vögeln eine Kette von Trittsteinen in der Mondlandschaft bieten. Am bekanntesten ist die Ortschaft Yotvata und da besonders die Felder zwischen dem Ort und der jordanischen Grenze. Ich war dreimal da, und die Variationsbreite der anzutreffenden Arten ist schon erstaunlich. Besonders bekannt ist die Gegend auch für zwei Nachtvögel, den Pharaonenziegenmelker und den Wüstenuhu, sowie einzelne Beobachtungen der Streifenhyäne. Deswegen war ich auch zweimal abends da. Die Leute aus dem Ort kennen das Spiel schon, wenn da abends Autos mit starken Lampen durch ihre Felder fahren. Sie wissen, das sind nur verrückte Ornis und keine Eindringlinge von jenseits der Grenze.

Leider hatte ich beim ersten Versuch kein Glück und nur nicht zählbare, weit entfernte und kurze Beobachtungen eines Ziegenmelkers. Dafür drei tolle und nahe Schleiereulen Goldschakal, Rotfuchs und Kaphase. Beim 2. Mal hatte ich den netten jungen Birder aus Eilat mitgenommen der hatte einen unglaublich starken Scheinwerfer dabei. Der Wüstenuhu und die Hyänen haben sich zwar wieder nicht gezeigt, aber dafür haben wir den Pharaonenziegenmelker toll aus nächster Nähe gesehen. Er hat sogar zwei komplette Runden um uns herum gedreht, besser geht es kaum. Als Zugabe gab es dann noch eine nahe Zwergohreule in einem Baum, bevor wir Schluss gemacht haben.
Ein weiterer toller Platz ist das kleine Kibbutz Samar etwas weiter das Tal rauf. Hier ist der grüne Fleck wirklich nur innerhalb der runden Begrenzungszaunes des Kibbutz, dafür sind hier aber dank der Bewässerung Bäume, Büsche, Rasenflächen und teilweise kleine Dickichte zwischen den Obstbäumen und Häusern.

Die Leute sind vollkommen entspannt gegenüber den Birdern, die quer durch ihr Zuhause wandern. Zäune gibt es nicht, und wenn man etwas aufpasst und nicht mit den Hunden (die meist aber auch nett sind) aneinandergerät, kann man überall auf Überraschungen stoßen.
Die Häuser sind alle etwas chaotisch gestaltet, teilweise überall mit Kunstwerken verziert und haben viel Platz dazwischen. Überall sausen auch freundliche, etwas zottelige Kinder rum und spielen richtige Geländespiele (ohne Smartphone).



Da würde ich als Vogel auch eine Zwischenlandung einlegen. Jedenfalls nett, mal wieder einen Wendehals auf einer Rasenfläche, eine Blaumerle auf einem Zaun und ein Blaukehlchen im Hausgarten zu sehen.

Der Star der Show ist hier aber der Rußheckensänger, ein eigentlich afrikanischer Singvogel, der sich hier vor ein paar Jahren im Südzipfel Israels als seltener Brutvogel angesiedelt hat. Zuerst gab es einzelne, länger verweilende Irrgäste, und dann die ersten Bruten. In diesem Jahr gibt es nur wenige bekannte Reviere, aber drei davon liegen in diesem Kibbutz. Deshalb kennt hier auch jeder die Vögel und obwohl die sich fast nur am Boden aufhalten, schaffen sie es offenbar, nicht von den Katzen gefressen zu werden.
Man bekommt ständig Tips, wo die Vögel grade waren, die sind aber ziemlich mobil in ihren wohl recht großen Revieren. Das heißt sie sind dann immer schon wieder woanders. Aber da das Gebiet nicht so groß ist, kommt !an nach einer Weile dann doch zusammen, und ich zu einer neuen Art in der Westpalearktis.


Ja, und dann gibt es noch die Stellen, an denen man von alleine nicht anhalten würde, wo aber zur Zugzeit auch immer alles mögliche auftauchen kann. Ich war noch nördlich von Yotavata bei Yahel unterwegs gewesen und hatte mich über die ca. 15 am Straßenrand mitten in der Wüste abgestellten Autos aller möglichen Sorten gewundert. Da ich keine Leute gesehen habe, bin ich weitergefahren, dachte aber dass das so aussehen müsste, wenn hier irgendwo eine richtige Seltenheit auftaucht. Und so war es denn auch, Israels 3. Turkestanwürger ist da durch Zufall morgens von einer Birdergruppe gefunden worden. Als ich das später durch Klil mitkriegte, bin ich sofort zurück gefahren. Leider waren alle israelischen Twitcher schon wieder weg und an den Google-Koordinaten vom Morgen saß der Vogel nicht mehr.


Glücklicherweise habe ich ihn nach einer kurzweiligen Dreiviertelstunde wiedergefunden, direkt bevor Steve Arlow, ein netter Engländer, ankam. Den hatte ich verständigt er ist wegen der Art aus Eilat hochgesaust. Fast wie beim Twitchen zuhause.
Die Zeit des Suchens war deshalb so nett für mich, weil es in dem Streifen von niedrigen Büschen entlang der Straße tatsächlich von Vögeln wimmelte. Und das waren nicht nur die allgegenwärtigen Klappergrasmücken, sondern auch mehrere Maskengrasmücken, zwei Rotkopfwürger, ein Raubwürger und Trupps von Grauortolanen und Weißflügelgimpeln. Man wusste gar nicht wo man zuerst hinschauen sollte. Deswegen fährt man zur Zugzeit nach Israel !





































Gegen 00:30 haben wir uns dann noch unser letztes Bier geteilt, um die Kiwis zu feiern, bevor wir in unsere Kojen gefallen sind.
Dann sind wir in ein winziges Kaff mitten im Nichts am Nordrand der Reste des früher großen Pureora-Waldes gefahren. Hier hatten wir für eine Nacht ein Zimmer in einer etwas heruntergekommen Herberge reserviert. Der Wald ist zwar am Nordrand ziemlich fragmentiert durch Kieferplantagen und Weiden. Aber die Reste der ursprünglichen Urwälder aus bis zu 50 m hohen Rimu-Bäumen und vielen anderen Arten mit einem dichten Unterholz aus Baumfarnen sind wirklich eindrucksvoll.
Unsere beiden Zielarten hier waren die beiden Kuckucksarten, die wir aber beide nur gehört haben. Dafür schöne Ausblicke in die Mittelschicht des Waldes von einem 12 m hohen Holzturm und eine kurze, aber sehr schöne Beobachtung eines Maorifalken beim Starejagen.Am Morgen sind wir gleich nach Sonnenaufgang wieder im Wald gewesen, und haben es diesmal besser angestellt mit den Kuckucken. Nachdem wir wieder einen Long-tailed Cuckoo gehört haben sind wir ihm sofort in den hier relativ lichten Urwald hinterhergelaufen und haben die Klangattrappe erst angemacht, als wir fast direkt unter ihm waren. Das war ihm dann doch nicht recht und er hat sehr entrüstet gerufen und sich auch kurz aber sehr schön anschauen lassen. Das war die Art, die wir hier unbedingt sehen mussten, das hat also doch gut funktioniert. Der kleine Shining Bronze Cuckoo hat sich nicht mehr hören lassen, aber bei dem haben wir auch an anderen Stellen noch Chancen.Nachmittags sind wir dann nach Gulf Harbour gefahren, wo am nächsten Morgen unsere Fähre nach Tiritiri Matangi losfährt. Abends haben wir noch einen Großeinkauf für die nächsten 4 Tage gemacht, weil es auf der Insel keinen Laden gibt.
Zwar nicht so viele wie auf der Schiffstour vor den Chathams, aber dafür viel näher und besser zu fotografieren.Hier vorne ein junger Wanderalbatros, hinten rechts ein adulter nördlicher Königsalbatros und hinten rechts ein Salvinalbatros.
Und mit den teilweise noch schneebedeckten Bergen im Hintergrund ein sehr ungewöhnlicher Anblick.
Dazwischen auch noch ein paar Sturmtaucher, Sturmvögel und Delfine, insgesamt also ein sehr netter Ausflug, bei tollem Wetter. Nachmittags haben wir dann noch eine schöne 12 km Wanderung rund um die Halbinsel vor Kaikoura gemacht. Leider ohne die hier angeblich häufige Zaunammer zu sehen. Das ist der letzte europäische Neozoon, der auf der Tour noch fehlt. Dafür wie immer massig Goldammern, Grünfinken, Stieglitze und Amseln, nicht zu reden von Hunderten von Feldlerchen.Wenn die Feldlerche bei uns mal ausstirbt, weil die Franzosen sie alle auffressen, gibt es hier zumindest ein gutes Reservoir für eventuelle Wiederbesiedlungsprojekte.Am Freitag haben wir dann die Bootstour vom Hafen von Picton aus
im Picton-Sund gemacht, und uns auf Blumine Island, einer der säugerfreien Inseln im Sund aussetzen lassen.
Auf dem Weg hatten wir eine Gruppe jagender Delphine an einem großen Fischschwarm mit Australtölpeln und Flattersturm-tauchern.

Da wir morgens rausgefahren sind und erst von der Nachmittagstour wieder eingesammelt wurden, hatten wir ca. 5 h Zeit auf der Insel. Wir wollten sicher gehen, dass wir den hier in einer Zweitpopulation lebenden Malherbesittich, den ich am Arthurs Pass verpasst hatte, auch wirklich sehen. Mit der Stimme auf Band hat es tatsächlich nur 10 min gedauert, die ersten beiden Sittiche zu finden. Insgesamt haben wir 3 Paare gesehen, allerdings sind die ziemlich unauffällig in der Mittelschicht der Bäume, ohne Tonkonserve könnte man den auch gut verpassen. Ansonsten war es nett, als einzige Menschen auf der Insel zu sein. Ich war sogar kurz im Meer schwimmen, sehr schön aber doch recht kalt. Zeitlich waren wir dann tatsächlich so gut versorgt, dass es sogar noch zu einem Mittagsschläfchen am Strand gereicht hat, bevor wir wieder abgeholt wurden.Danach waren wir noch auf einer weiteren Vogelschutzinsel, allerdings nur 1 h und mit massig normalen Touris, so dass ausser mehreren South Island Robins und 2 Saddlebacks (siehe unten), die wir beide schon hatten, nichts zu sehen war.
Immerhin eine Eidechse gab es noch, Reptilien sind hier erstaunlich selten.
Gestern haben wir dann noch ein paar Feuchtgebiete zwischen Kaikoura und Picton angeschaut und am Lake Elterwater nicht nur den vor kurzem aus Australien eingewanderten Haarschopftaucher sondern auch endlich den endemischen Maoritaucher gesehen, für mich der 82. Lifer des Trips.Jetzt sind aber nur noch maximal 10 weitere drin, die 100 sind bei dem Trip also tatsächlich unrealistisch.Heute morgen waren wir noch kurz birden und sind dann zur Fähre in Picton gefahren. Momentan sind wir bei murkeligem Wetter mitten in der Cook-Straße. Die riesige Autofähre liegt trotz heftigem Wind so ruhig im Wasser, dass man nicht glauben würde, man wäre auf See, wenn man nicht aus dem Fenster schaut.