Unerwartete Pause auf Ambon

Jetzt ist tatsächlich mal etwas schief gegangen mit der Planung, wo bisher Alles so perfekt funktioniert hatte. Ich wollte mein Visum, das heute abläuft, hier in Ambon verlängern lassen, weil es hier einfacher, schneller und günstiger sein sollte, als fast überall in Indonesien. Laut Internet war es das jedenfalls bis letztes Jahr, wo Leute das hier in einem Tag erledigt hatten. Das hat sich leider geändert, es dauert jetzt 3 Tage, ist kompliziert und außerdem dreimal so teuer. der Monat Verlängerung war mit 65 € jetzt deutlich teurer als das 60 Tage Visum in Deutschland. Also beim nächsten mal wieder nur 60 Tage im Land.

So bin ich zu 3 zusätzlichen Tagen in Ambon gekommen. Ich dachte zuerst, dass das in der wohl vogelleersten Insel der Region ja nicht unbedingt erfreulich ist, aber ich habe mich zum Glück geirrt. Bisher war ich nur zweimal kurz in den Bergen 5 km außerhalb der Stadt, und habe beide Male den endemischen Brillenvogel, aber sonst praktisch nichts gesehen. Tageslisten von 4-6 Arten führen ja nicht grade zu Begeisterungsausbrüchen.

Am Dienstag bin ich dann mit dem Taxi zu einer Bucht an der Nordküste gefahren. Hier ist das im Gegensatz zur Großstadt alles extrem ländlich und verschlafen, und die Bucht war wirklich klasse. Kleine Restaurants auf Stelzen direkt über dem Riff, d.h. über eine Leiter kann man vom Kaffeetisch direkt ins Meer steigen, und die Besitzer passen derweilen auf die Klamotten und den Rucksack auf.

DSC03526

Und farbenfroh mögen sie es hier ganz besonders.

DSC03578

Der Blick vom Restaurant sah so aus.

DSC03594

Oder so:

DSC03569

Ich habe mich schon geärgert, dass ich nicht doch vorher noch eine kleine Unterwasserkamera gekauft habe. Neben den Korallenfischen am Riff und besonders an den tollen Steilabhängen rund um die Bucht, wo Millionen von Fischen die aufsteigenden Strömungen bevölkerten waren vor allem die vielen Schwärme pelagischer Arten toll. Die kleinen Thunfische waren eher scheu, aber in den großen Makrelenschwärmen konnte man manchmal in der Mitte mitschwimmen.

DSC03588

Besondere Highlights waren außerdem drei Schwarzspitzen-Riffhaie, eine sehr nahe Karettschildkröte und ein Trupp von mindestens 20 kleinen Walen (mit stumpfer Schnauze, mglw. Grindwale) vor der Bucht beim Kaffeetrinken.

Weil an der Nordküste durchaus noch ganz netter Wald war, habe ich mir dann am Dienstag für 3 Tage einen Motorroller gemietet. Eigentlich dachte ich ja, dass ich mir das Fahren in der Großstadt Ambon City nicht zutrauen würde, aber mit etwas Übung geht das dann doch sehr gut. Und man ist unabhängig für 9 € am Tag. Die Dinger sind meist Automatikroller, mit 125 ccm schnell wie verrückt, wendig und verbrauchen fast nichts. Meiner hier hat sogar neue Reifen und eine Start-Stop Automatik, hatte ich beim Moped auch noch nicht.

Im Ort muss man wie in Vietnam einfach im Verkehr mitschwimmen, sich nach vorne orientieren und auf die Vorderleute reagieren. Das machen die hinter einem genauso, um die kümmert man sich also nicht. Nur hektische, unvorhersehbare Aktionen sollte man vermeiden. Rechtsabbiegen durch den fließenden Verkehr (bei Linksverkehr) ist ohne Ampeln allerdings nervenaufreibend.

Außerhalb der Stadt sind es, wie überall, plötzlich ohne Blinker anhaltende Sammeltaxis, Ziegen, Hühner, Küken, Kleinkinder und tiefe Schlaglöcher auf den Straßen, die das Fahren interessant machen. Mal keine dämlichen, auf der Straße schlafenden oder das Bike jagende Köter wie auf Kei oder Seram. Das liegt daran, dass die hier wie in Nordsulawesi gerne Hunde essen und es deshalb weder Straßenköter noch überhaupt frei rumlaufende Hunde gibt. Sehr angenehme Abwechslung.

Mit dem Moped bin ich dann auch zu weiter entfernten Waldresten gekommen, und habe dann doch ein paar Vögel gesehen. Wie beispielweise das schon erwähnte endemische Ambon White-eye.

Ambon White-eye

Oder die hier endemische Unterart des hübsch singenden Seram Golden Bulbul.

golden bulbul

Unerwartet war allerdings besonders ein Lifer, mit dem ich nicht mehr gerechnet hatte. Den kleinen Moluccan Brush-Cuckoo hatte ich in Seram zwar zweimal gehört, aber nie gesehen. Auf Klangattrappe haben die da überhaupt nicht reagiert. Ich hatte zwar auf den Kai-Inseln einen gesehen und auch gehört, den darf es da aber eigentlich gar nicht geben. Deswegen hatte ich ihn noch nicht gezählt und wollte zuhause erstmal recherchieren.

In einem Waldreste an der Ostküste habe ich dann gestern mal das Band gespielt und war doch sehr überrascht, als rund um mich rum auf einmal drei Vögel antworteten. Nach viel Mühe habe ich dann auch einen gesehen und fast vernünftig fotografiert. Leider kamen grade da drei Teenager auf einem Moped vorbei, die mich dermaßen laut begrüßen mussten (natürlich auch mit der Hupe und vielstimmigem „Hello Mister“), das der Vogel danach verschwunden war.

Deswegen war ich heute nochmal da, und diesmal hat es besser funktioniert.

Moluccan CuckooDer hat sich grade etwas breit gemacht, weil er in dem Moment von zwei Nektarvögeln gehasst wurde.

Und gegen mittag habe ich dann mein Visum bekommen, insgesamt war die Zwangspause hier also doch gar nicht so schlimm.

Und morgen geht es nach Bali.

Exkursion zu den Großfußhühnern

Nachdem ich das Wochenende ja im vogelarmen Ambon zubringe und das angenehme Leben mit nettem Hotel und leckerstem Essen genieße, kam gestern endlich die Gelegenheit, in Ruhe den Ausflug nach Haruku Island anzugehen. Diese östliche Nachbarinsel von Ambon ist das genaue Gegenteil dieser Verwaltungsinsel mit Großstadt. Hier gibt es nur kleine Dörfer an der Küste,

DSC03520

DSC03516dafür aber eine der letzten halbwegs stabilen Populationen des hübschen Wallace-Großfußhuhns. Die zugänglichste Stelle ist der Ort Kailolo an der Westküste, wo die Vögel nachts ihre Eier in sandigen Lichtungen in der Nähe des Strandes vergraben, und sie da von der Sonne ausbrüten lassen. Die Stellen sind natürlich bekannt, und die sehr großen Eier werden am morgen von den Locals ausgebuddelt und gegessen oder verkauft. Die Rechte, das machen zu dürfen, werden jährlich versteigert. Hört sich eher weniger nachhaltig an, übersehene Eier können sich aber entwickeln, und wenn die Leute beim Buddeln Kücken finden, lassen sie sie frei. Die Küken schlüpfen übrigens voll befiedert und flugfähig.

Ich bin schon mittags mit Henry, einem netten jungen Englishlehrer, den ich mir als Organisator bestellt hatte, mit dem Motorrad zum Hafen von Tulehu gefahren. Da wir nicht ewig auf ein planmäßiges Speedboot warten wollten, hat Henry einem Bootsfahrer 200.000 Rp geboten, wenn er uns rüberfährt, wartet und nachts zurückbringt. Kam mir sehr billig vor (12 €), aber er hat sofort eingewilligt. Der Bursche ist geheizt wie Don Johnson in Miami Vice und hat für die 10 km zwischen Ambon und Haruku nur knapp eine halbe Stunde gebraucht. Dazwischen sind wir noch durch ein ordentliches Gewitter gefahren, was man hier mit Ambon im Hintergrund über dem Meer noch sieht.

DSC03511

Am Hafen zeigt ein großes Wandgemälde das Wallace-Großfußhuhn, man weiss also gleich, das man an der richtigen Stelle ist.

DSC03517

Wir sind dann zum muslimischen Friedhof nördlich des Dorfes gelaufen, nachdem Henry die meisten potentiellen „Guides“ gekonnt abgeschüttelt hatte. Irgenwann tauchte dann allerdings der Heini auf, der dieses Jahr die Eisammelrechte hat. Den konnten man natürlich nicht wegschicken, weil er ja seinen Zusatzbackschisch vom Orni haben wollte. Wir haben uns die Lichtungen im Küstenwald angeschaut, wo die Vögel ihre Eier ablegen und dabei ein Forstengroßfußhuhn, das hier ebenfalls vorkommt, super gesehen. Das hatte ich in Seram schon ein paarmal schlecht gesehen, diesmal die bisher beste Beobachtung. Auch wenn die Art vollkommen anders aussieht, und im Gegensatz zum Wallace-GFH Nesthügel für die Eier anlegt, wollten mir die örtlichen Spezialisten den Vogel als das Männchen der anderen Art verkaufen. Soviel zur local knowlege über zwei hier doch wirtschaftlich bedeutende Arten.

Ich wusste ja, das die weiblichen Moluccan Scrubfowls ja erst bei beginnender Dunkelheit zur Eiablage einfliegen. Deshalb habe ich noch 2 h nett mit Henry am Meer geplaudert bis es dunkel wurde. Dann forderte uns der Eiersammler, zu dem sich inzwischen ein Kumpel gesellt hatte, auf, mit auf die erste Livhtung zu kommen. Hier stellte er sich mitten drauf und erklärte lauthals, die Vögel wären noch nicht da und würden auch erst um 22 Uhr kommen, wenn der Mond aufgeht. Was für ein Vollidiot, klar fliegt kein Vogel ein, wenn der mitten auf der Freifläche steht und lauthals labert. Ich habe dann Henry gebeten mit den beiden Trotteln in den Wald zu gehen und sie in mindestens 50 m Entfernung leise zu halten. Alleine dafür war er sein Gehalt mehr als wert, das hätte ich alleine nicht hingekriegt.

Inzwischen war es 19 Uhr und fast dunkel. Ich habe mich durch einen Busch gedeckt an den Rand der Lichtung gesetzt und musste auch nicht lange warten. Um 19:05 Uhr kam der erste Vogel eingeflogen und landete ca. 10 m vor mir auf der freien Sandfläche. Im Licht der starken Taschenlampe eine Superbeobachtung ! Nur blöd, das Henry nicht da war, um die Lampe zu halten, wäre sonst ein super Foto geworden. Als ich es alleine versucht habe, wackelte die Lampe und der Vogel flog ab. Ich habe dann Henry gerufen und bald darauf kamen zwei weitere Vögel eingeflogen, die er auch schön gesehen hat. Die waren aber weiter weg und flogen schneller ab. Inzwischen frischte der Wind immer mehr auf, und nachdem wir dann mit dem Eierheini an einer anderen Stelle noch ein Huhn (noch kürzer und schlechter) gesehen hatten, rief der Bootsführer an und drängelte zur Abfahrt. Da ich den 1. Vogel ja dermaßen genial gesehen hatte, habe ich auf Fotos verzichtet. Dem Local habe ich 3 € gegeben, die er hochzufrieden einsteckte. Das ist soviel, wie er 25 Eier bekommt, hoffentlich Anreiz, ein paar mehr Küken fliegen zu lassen. Eigentlich hätte man den Blödmann ja selber im Sand vergraben sollen, damit er von der Sonne ausgebrütet werden kann. Ein bisschen nachhaltiger Ökotourismus würde der Stelle gut tun. Das haben wir bzw. Henry als Dolmetscher, den Einheimischen, die am Hafen rumhingen, auch nochmal erklärt.

Die Rückfahrt über das stockdunkle Meer ohne Licht bei starkem Wind und hohen Wellen war nichts für schwache Nerven. Der Bootsmann ist wieder geheizt wie der Teufel und ich habe jeden Moment auf das Krachen gewartet, wenn wir auf einen treibenden Baum- oder Palmenstamm auflaufen. Von denen hatten wir auf der Hinfahrt einige gesehen und umfahren, aber jetzt waren sie natürlich nicht zu erkennen. Aber mit Gottes oder Allahs Hilfe sind wir heil wieder rüber gekommen, uff !

Dann noch 1 Stunde Motorradfahrt zurück zum Hotel, aber ganz langsam, da unser Glück für heute wirklich ziemlich aufgebraucht war. Insgesamt auch ein gelungener Ausflug und ein toller und selten gesehener Lifer für ein bischen Organisationsarbeit und insgesamt 54 €. Um 21:30 habe ich den Abend dann mit einer Hühnersuppe und einem kalten Bier auf der Dachterrasse ausklingen lassen.

 

8 Tage auf Seram

So, die Tour nach Seram war sehr erfreulich, und von Ambon aus mal nicht mit einem Flug verbunden. Es fährt eine komfortable und billige Schnellfähre die 2 h von einem der Hafen im Osten von Ambon nach Masohi an der Südküste von Seram. Seram ist nach dem Glauben der ursprünglichen Bewohner der Molukken die Mutterinsel, von der sich alles Leben auf den Inseln ausgebreitet hat. Hier gibt es den Manusela Nationalpark, den ältesten NP der Molukken, und immer noch einer der Größten. Und der ist anscheinend auch relativ gut geschützt, im Gebirge im Zentrum der Insel sind die Primärbergregenwälder jedenfalls vollkommen intakt.

DSC03059

Von Masohi aus gibt es nur eine Straße an die Nordküste der Insel nach Sawai, die mitten durch den Nationalpark führt. Für die 130 km braucht man mit dem Taxi ca. 2,5 h, wenn man denn ein bezahlbares findet. Am Hafen wollten sie den dummen Weißen unbedingt ausnehmen und haben 60 € für die Fahrt verlangt. Also bin ich für 60 cent mit dem Sammeltaxi in die Stadt gefahren und habe es da nochmal versucht. Nachdem ich den Taxifahrern da klar gemacht hatte, das ich den gängigen Preis, 36 €, kenne, hat sich dann endlich einer bereit erklärt, mich zu fahren. Ich war dann bald sehr froh, dass ich meinen Plan B nicht umgesetzt hatte und mit  dem Mietmotorrad oder Ojek die ganze Strecke gefahren bin. Es fing nämlich an, sintflutartig zu gießen, wäre mit dem Gepäck auf dem Motorrad kein Vergnügen gewesen.

In Sawai am Meer angekommen hat sich das Taxi durch die extrem engen Gassen des Ortes gequetscht und mich an der Lisar Bahari Homestay am Ortsende abgesetzt. Auch hier sind die Unterkünfte auf Stelzen im Meer gebaut, weil am Land der Hang so steil ansteigt, dass da kein Platz zum Bauen ist.

DSC03116

Ein Vorteil ist, dass man direkt von der Terrasse losschnorcheln kann. Das eigentliche Korallenriffe ist zwar durch die Anker und früheres Dynamitfischen ziemlich kaputt, aber darauf wachsen überall tolle Anemonen und Weichkorallen und massig bunte Fische gibt es auch. Einmal sogar eine große Meeresschildkröte direkt vor der Haustür. Nachts mit der Taschenlampe konnte man außerdem große bunte Sepias und allerlei andere interessante Viecher spotten.

Seram hat 35 für mich neue Vogelarten, entweder Endemiten dieser Insel oder welche, die hier und in Buru vorkommen. Da werde ich es auf diesem Trip aber nicht mehr hin schaffen. Wäre wegen der Kosten für den 4×4, um in die Berge zu kommen, auch alleine sehr teuer. Die Arten verteilen sich allerdings auf die unterschiedlichen Höhenzonen zwischen dem Tieflandregenwald und den Bergregenwäldern zwischen 300 m und 1260 m am höheren der beiden Pässe an der Hauptstraße. Einige Arten kommen auch nur deutlich darüber vor, sind also von der Straße aus praktisch nicht zu kriegen. Ist also alles etwas schwieriger als in Tanimbar, wo die 30 neuen Arten für mich nur im Tieflandwald rund um die Homestay vorkamen.

Ich habe mir erstmal einen Motorroller für die nächsten Tage gemietet, zwar ein bißchen teurer als ein Ojek für den ganzen Tag (12 statt 9 €). Aber so bin ich unabhängig, und muss bei Regen oder Kälte keinen unwilligen Fahrer bei Laune halten, falls es grade beim Birden gut ist. Der Hauptpreis im Tiefland hier ist der große, endemische Salmon-crested Cockatoo, der lleider stark vom Jagddruvk durch die Vogelfänger bedroht ist. Ich habe aber zumindest an 3 Tagen welche fliegen sehen und einmal bei Regen an den steilen Hängen oberhalb der Homestay ein Paar im Spektiv gehabt. Und einmal abends dann auch Glück mit 2 sitzenden Vögeln am Schlafbaum. Zwar bei schlechtem Licht, aber vergleichsweise nah.

Salmon-crested Cockatoo

Ansonsten sind auch sonst in den niedrigen Wäldern ein paar nette Arten wie der ebenfalls endemische Lazuli Kingfisher, der ungewöhnlicherweise in den Baumkronen Laubheuschrecken, Zikaden und Eidechsen jagt.

Lazuli Kingfisher

Oder der hier überall noch relativ häufige Blyth Hornbill, den ich schon die ganze Tour entlang sehe.

IMG_20190223_130106

Und hier hatte ich nachts auch endlich mal wieder Glück mit einer Eule dem Seramkauz.  In den Bergwäldern gab es gute Schwärme kleinerer Singvögel, die aber meist zu hektisch für Fotos waren und ein paar neue Tauben und Papageien für mich. Aber auch jede Menge Regen, der die supersteile Abfahrt vom Pass auf 1260 m bis runter zum Meer mit einem total blank gefahrenen Vorderreifen zu einer echten Mutprobe machte. Mehrmals bin ich schon mittags klatschnaß und vom Fahrtwind durchgefroren wieder in der Unterkunft angekommen. Dann taten das Schnorcheln im warmen Meer und die superleckeren Fisch- und Gemüsegerichte zum Lunch doppelt gut.

Am 4. Tag habe ich einen sehr netten deutschen Naturschützer, der Chef und Projektmanager für Asien bei einer der größten Naturschutz-NGOs der Welt, Flora and Fauna International, ist. Er macht mit seinem indonesischen Freund hier grade Urlaub und ist ebenfalls Vogelkucker.

Mit den beiden habe ich am nächsten Tag die Bootstour zu zwei kleinen Inseln vor der Küste geteilt. Das wurde dadurch für mich deutlich günstiger und war natürlich auch sehr nett, sich nach 8 Wochen alleine mal etwas austauschen zu können. Auf einer Sandbank vor den Inseln überwintert seit 10 Jahren regelmäßig die einzige Bernsteinseeschwalbe, deren Winterquartier bekannt ist. Diese meist mit Eilseeschwalben vergesellschaftete Art galt vor ein paar Jahren noch als ausgestorben, bis ein paar kleine Brutvorkommen auf Inseln vor der koreanischen und chinesischen Küste wiederentdeckt wurden. Immer noch wird die Weltpopulation aber auf weniger als 100 Exemplare geschätzt. In den letzten Tagen hatte ein Team der Unis in Hongkong und Oregon da Seeschwalben zum Besendern gefangen und den Rastplatz ziemlich beunruhigt. Sie hatten in 4 Tagen die Bernsteinseeschwalbe zweimal gesehen, aber zum Glück (für uns, nicht für die Wissenschaft) nicht gekriegt. Angeblich hatte der Trupp aber außer der BSS ca. 120 Eilseeschwalben und 1 Rüppelseeschwalbe.

Ich hatte die Sandbank in meinem GPS gespeichert und wunderte mich deshalb etwas, dass der Bootsmann zuerst eine nur bei Ebbe sichtbare, nur ca. 10 m lange Sandbank 500 m westlich der Stelle ansteuerte. Aber da saßen tatsächlich 22 Seeschwalben drauf, die ich nach der UliU-Eidam-Methode (erst fotografieren, dann bestimmen) erstmal alle fotografiert habe. Dann durchschauen und Bingo, der 4. Vogel war der Hauptgewinn. Verblüffend auffällig durch im Vergleich zu den 20 Eilseeschwalben und der einzelnen Rüppelseeschwalbe dort nicht nur den schlanken Schnabel mit schwarzer Spitze sondern besonders durch die insgesamt viel helleren Flügel.

Chinese Crested Tern

Ich hatte es bis dahin ja eigentlich nicht zu hoffen gewagt, dass das wirklich klappen könnte, und jetzt hatte ich den sicher seltensten Vogel des Trips tatsächlich problemlos selber gefunden.

Der Bootsmann hat natürlich für sein gutes Mitdenken ein ordentliches Trinkgeld bekommen, denn die Sandbank, wo die Seeschwalben normalerweise rasten, war völlig leer. Die Fangaktion hat die Vögel hier wohl erstmal vergrämt. Danach haben wir uns noch den Olive Honeyeater auf der winzigen Insel Pulau Loesolate angeschaut, was mit ca. 20 Vögeln auch prima geklappt hat.

Olive Honeyeater

Diese Art ist eine sogenannte Supertramp-Species, die nicht unbedingt vorhersehbar auf solchen winzigen und damit sehr konkurenzarmen Inselchen auftaucht und hier auch brütet. Zu anderen Zeiten sind sie aber definitiv nicht anwesend und keiner weiß, was sie dann machen und wo sie sich aufhalten. Wäre was für Martin’s Icarus-Projekt. Aus ebird wusste ich, dass es hier aus dem Juli und August einige Beobachtungen gab, aber z.B. mehrere Beobachter im Oktober keinen einzigen Vogel gesehen hatten. Aber heute war unser Glückstag. Auf dem Rückweg haben wir noch in zwei wesentlich besseren Riffen geschnorchelt, mit Korallenschlangen und einem Stachelrochen als Highlights. Abends hat Frank dann eine Flasche Rotwein aus seinem Rucksack gezaubert und dann haben wir unter den etwas mißbilligenden Blicken der (muslimischen) Kellnerinnen diesen Supertag gebührend gefeiert.

Die letzten beiden Tage war ich im Bergwald unterwegs, einmal mit Frank, Immul und ihrem recht guten Guide Boce aus dem christlichen Nachbardorf von Sawai. Das endete aber im Regen. Am letzten Tag war ich mit Boce alleine am Paß, und wir sind über einen winzigen, megasteilen Pfad zu einem Höhenrücken auf 1600 m aufgestiegen. Die 500 Höhenmeter vom Startpunkt des Pfades auf 1100 m waren der Killer, wir haben hoch fast ohne Pause fast 3 h gebraucht, für 1,6 km !

Und oben gab es zwar einige nette Arten, die ich weiter unten nur jeweils einmal schlecht gesehen hatte, in größeren Anzahlen und mit besseren Beobachtungen. Aber nicht die erhoffte Seram Red-bellied Pitta, die sich nicht einmal hören ließ. Und auch nicht die mystische Seramdrossel oder der hübsche Hochlandsittich (Blue-eared Lorikeet). Da keimte zwar mal Hoffnung auf, die Rufe kamen aber nur von dem auch im Tiefland häufigen Red Lory.

Red Lory

Aber es kann halt nicht immer alles klappen. Allerdings hätte die Anstrengung, da hoch zu kommen, eine Belohnung verdient gehabt. Der Abstieg war auch etwas kritisch und gefährlich, ging aber trotz einiger Stürze mit ein paar harmlosen Schrammen und blauen Flecken noch gut aus. Trotzdem habe ich mich auf der Straße wie nach ein paar Runden Boxkampf mit Muhamad Ali gefühlt.

Insgesamt war Seram für mich super, 22 Lifer, und von den praktisch möglichen alle für mich wichtigen Arten gesehen. Dazu der unglaubliche Superbonus mit der Seeschwalbe, ein voller Erfolg.

Jetzt bin ich wieder mal in Ambon, wo ich hoffentlich morgen mein Visum, das am Freitag abläuft, ohne große Probleme verlängern kann. Vom Ausgang dieser Aktion hängen die weiteren Pläne ab.

 

Nicht so erfolgreich auf den Kai Inseln

So, bin wieder in Ambon und grade 5 km bei Berufsverkehr auf dem Ojek durch die Innenstadt gefahren. Sitze jetzt mit einem kühlen Bier in meinem Lieblingsfischrestaurant und der kalte Angstschweiß trocknet langsam wieder. Wie der Mopedtaxifahrer sich durch den megadichten Verkehr quetscht muss man gefühlt haben. Manchmal waren zum nächsten Auto noch gefühlte 0,5 mm Platz.

Tja, auf den Kai-Inseln war ich mal weniger erfolgreich. Das Wetter hat zur Abwechslung aber auch mal nicht mitgespielt. Ich hatte mir gleich am Ankunftstag für die nächsten 3 Tage ein Moped gemietet, und der Plan war, am ersten und letzten Tag die dichter besiedelte, kleinere Insel Kai Kecil abzugrasen und am 2. Tag mit dem Boot auf die gebirgige, größere aber deutlich weniger entwickelte Nachbarinsel Kai Besar überzusetzten. Da fährt das letzte Boot zurück irgendwann mittags, d.h. man kann da mit Pech auch hängen bleiben, und erst am nächsten Tag zurückkommen. Das ging natürlich nicht, wenn morgens der Flieger geht.

Am 2 Tag hat es aber den ganzen Morgen geschüttet, so dass ich es gar nicht bis zum Hafen geschafft habe. Auf Kai Besar sind also schon mal 3 Arten liegen geblieben, aber nach meinem guten Abschneiden in Tanimbar hat auch Kai Kecil nicht so gut funktioniert. Je nach Systematik habe ich nur 2 bis maximal 5 Lifer gesehen, aber auch zwei nur hier kriegbare Arten verpasst. Immerhin Little Kai White-eye (ohne weiße Brille, die es als Brillenvogel eigentlich haben sollte)

IMG_20190213_172250

und der hübsche White-tailed Monarch haben mehrfach und gut geklappt. Auch die schon sehr eigen aussehenden lokalen Unterarten des Northern Fantails

DSC03007

und des Variable Goshawks waren noch vergleichsweise einfach zu finden.

goshawk

Aber es kann ja nicht immer so reibungslos funktionieren wie in Tanimbar.

Sehr nett war eine flache Bucht mit leicht schlammigem Boden südlich des Traumstrandes an der Westküste, an dem ich gewohnt habe (Bild oben). Die Bucht lief bei ablaufendem Wasser blitzschnell vollkommen leer und wurde zum Jagdgebiet für ein paar Limicolen, mit denen ich auf diesem Trip bisher noch nicht so verwöhnt wurde. Es waren zwar nicht viele Arten und Individuen, aber 5-6 Isabellbrachvögel, ein Großer Knutt

Großer Knutt

und einige Mongolenregenpfeiffer und Grey-tailed Tattler zum Teil recht nahe zu sehen, war schon sehr nett. Auch die überall nach Winkerkrabben jagenden Küstenreiher beider Farbvarianten ( schwarz und weiß) waren schön zu beobachten.

DSC02916

Als ich hier am letzten Tag nochmal vorbei gefahren bin, rastete hier ein Trupp von 21 australischen Brillenpelikanen, auch ein Highlight.

Die hatte ich zuletzt 1997 in Australien gesehen. Insgesamt war das Birden aber etwas anstrengend, weil man sich dauern den nächsten Unterstand für den kommenden Schauer suchen musste. Das Moped war auch nicht das Beste, Batterie platt und es zog tierisch nach rechts, was Linkskurven etwas tückisch machte. Der Wald ist auch etwas schwierig zu erreichen, meist kommt man von Gestrüpp oder Feldern erstmal in relativ langweilige Teakplantagen bis man dann endlich ein bißchen naturnäheren Wald findet.

Eine nette Begegnung gab es noch am 3. Morgen, als ich grade losgefahren war. Auf einmal spürte ich eine kühle Bewegung an meinem linken Unterarm. Als ich hinkuckte, ringelte sich grade eine ca 1 m lange Baumnatter meinen Arm hoch. Die hatte wohl in der Verkleidung übernachtet und wollte jetzt wieder in die Bäume. Mein Armschlenkern hat sie auf die Straße befördert, glücklicherweise neben und nicht vor das Moped. Sie hat es also überlebt und ich auch, auch wenn ich auf dem Sandweg etwas ins Schlingern geraten bin.

Das Schnorcheln vor meinem Guesthouse war twar ganz nett, mit den unglaublich bunten Riffen auf Waigeo nicht zu vergleichen. Vor allem, da die Dornenkrone, ein fieser, korallenfressender Seesteen hier häufig ist. Und das sieht man den Riffen leider schon an.

Trotzdem war das Baden im warmen Wasser am vollkommen leeren Strand sehr nett und gut für juckende Stiche.

Jetzt sitze ich nach 1 Nacht in Ambon auf der Schnellfähre nach Seram. Da werde ich mich zur Nordküste aufmachen und die nächste Woche entlang der Straße in den Bergen Endemiten suchen.

Und davon gibt es da noch einige, werde berichten, wie es lief.

Tanimbar

So, ich bin wieder auf Ambon nach 5 Tagen in Tanimbar. Das ist die südlichste Inselgruppe der Molukken, die aber avifaunistisch schon viel mit den kleinen Sundainseln im Westen und besonders mit Timor gemeinsam hat. Das war durch den hervorragenden Reisebericht des Budgetbirders Ross Gallardy diesmal einfach zu organisieren. Wenn Ihr mal sehen wollt, dass es auch heute noch die richtigen, Hardcore-Expeditionsbirder gibt, schaut Euch mal seine Internetseite, budgetbirder.com an. Der Typ und seine Frau machen wirklich Sachen, vor denen ich meinen Hut ziehe.

Jedenfalls habe ich das nette Paar, Emus und Vera von der Homestay am Goffin Lab kontaktiert, die er in seinem Report von 2017 empfohlen hat.

DSC02893

Diese Homestay ist von einem österreichischen Wissenschaftler, der hier an den endemischen Tanimbar Corellas (lokal Goffin), einer kleinen Kakadu-Art forscht, angeregt worden.

dsc02799.jpg

Die beiden Besitzer waren bzw. sind seine Gastgeber und wissen, was Birder wollen. Ausserdem wohnen sie mitten im besten Gebiet ca. 25 km nördlich der einzigen Stadt auf der Hauptinsel des Archipels. Man ist also mitten im Gebiet, spart sich lange komplizierte Anwege und es gibt einige Wege, die durch die straßennahen Felder und Sekundärwälder in teilweise recht guten Primärregenwald führen. In dem sind zwar auch nahe der Wege einzelne große Bäume gefällt und an Ort und Stelle zu Brettern verarbeitet worden. Aber es stehen auch noch genug riesige Brettwurzelbäume um den Eindruck des richtigen Regenwalds zu unterstützen.

Damit ist also die Logistik hier ziemlich einfach, Emus hat mich mit dem Moped vom Flughafen abgeholt (3 €) und die Nacht kostet 18 €, wobei da drei hervorragende Mahlzeiten mit dabei sind. Vera kocht wirklich extrem gut, das war hier mit die beste Hausmannskost, die ich je in Indonesien gegessen habe. Und sie haben gleich am 1 Tag mein allmählich lästiges Gesundheitsproblem, die entzündeten Chiggerbisse aus Malagufuk, geheilt. Von den ursprünglich 12 entzündeten Bissen (heiß, rot, Druckschmerz und jede Menge gelber Eiter) habe ich mit diversen antibiotischen Salben und Pudern 9 selber geheilt, aber die drei schlimmsten flammten immer wieder auf. Das wurde allmählich lästig. Vera hat nach einem Blick sofort eine Kapsel hochdosiertes Tetracyclin geholt, die mit einer Nadel aufgepiekt und etwas von dem gelben Glibber darin auf die drei Stellen getupft. Das wurde fast sofort hart und hat die Eiterstellen verschlossen. Seitdem hatte ich Ruhe und die fiesen Bakterin haben offenbar den Geist aufgegeben. Das Zeug habe ich mir hier in Ambon natürlich sofort gekauft.

Emus (abgekürzt für Wilhelmus, nach einem holländischen König) ist zwar kein Birdguide, möchte es aber werden und hat mich gebeten, doch mitkommen zu dürfen, nachdem er mir die Wege in der Nähe gezeigt hat. Er wollte kein Geld dafür, und war leise und sehr lernwillig, so dass ich ihn natürlich gerne mitgenommen habe.

Die Vögel hier waren teilweise leicht zu sehen, aber Fotos waren im häufig sehr dunklen Wald und bei extrem kurzen Beobachtungszeiten mit meiner Kamera leider schwierig.

dsc02822.jpgDiese hier häufige Rose-crowned Fruitdove war eine der wenigen Ausnahmen. Insgesamt sind hier ca. 30 bis 31 Endemiten bzw. lokale Spezialitäten zu sehen, plus wieder massig sehr eigenständige Unterarten, die mglw. bald Artstatus erhalten werden. Dabei so tolle Papageien wie der wunderschöne, knallrote Blue-streaked Lory oder die Slaty-backed Thrush, eine der coolsten asiatischen Dschungeldrosseln. Auch die lokale Unterart der Elegant Pitta, hier häufig aber wie die meisten Pittas nicht leicht zu sehen, habe ich nach etwas Planung mit dem Recorder kurz, aber supergenial gesehen.

Insgesamt habe ich tatsächlich tagsüber alle für mich potenziell neuen Arten gesehen, nur die beiden endemischen Eulenarten haben trotz viel Mühe in den Nächten nicht geklappt. Aber 29 von 31 möglichen Lifern in 5 Tagen sind ja kein Grund zu übertriebenen Klagen.

Insgesamt trotz der sintflutartigen Regenfälle am 2. Tag (durch die das gesamte Mobilfunknetz der Insel für 2 Tage lahm gelegt war) ein sehr netter Abstecher. Bin inzwischen wieder auf Ambon und fliege gleich weiter auf die Kei-Inseln. Es hätte zwar heute auch eine billige Fähre gegeben (19 h Deckklasse, 10 €), aber bei dem momentan sehr stürmischen Wetter, war die Ankunftszeit gestern noch unklar, und so bin ich doch lieber auf den sicheren Flieger umgestiegen.

Ich freue mich neben ein paar weiteren neuen Vögeln schon auf einen der angeblich schönsten (und leersten) Strände Indonesiens und das Schnorcheln direkt davor.

Auch da ist wohl kaum Internet, aber ich werde berichten, wenn ich wieder hier in Ambon bin, dh bevor ich nach Seram aufbreche.

Auf dem Weg nach Saumlaki

Nach meinem Abschied aus Neuguinea habe ich einen Tag Organisationsstop in Ambon gemacht. Diese kleine, aber dicht besiedelte Insel direkt südlich von Seram ist der Verkehrsknotenpunkt der südlichen Molukken und wird mich in den nächsten Wochen noch öfter zu sehen bekommen.

Ich bin im noblen City Hotel abgestiegen, was sich als gute Entscheidung heraus stellte. Die Zimmer sind supersauber und leise (selten, aber extrem nett in Indonesien) und das Riesenfrühstück auf der tollen Dachterasse unglaublich.

Oben der Blick am Abend über die Stadt. Alle Angestellten sprechen englisch und überschlagen sich fast, einem zu helfen.

Da kann man schon mal 30 € pro Nacht investieren. Ausserdem kann ich hier gut meine Campingsachen und sonstiges Übergepäck deponieren, weil man bei Wings Air jetzt alles Gepäck extra bezahlen muss.

Morgen war ich mit einem vom Hotel bestellten „Ojek on demand“ übers Internet gebuchtin den Bergen oberhalb der Stadt. Der Mopedtaxifahrer hatte das Ziel im Handy und der Preis war fest, also kein Feilschen nötig. Ambon hat tatsächlich eine endemische Art, einen Brillenvogel (Ambon White-eye, der natürlich das Ziel der Exkursion war. Im 1. besseren Waldstück reagierten auch gleich zwei Exemplare auf das Band, die ich hervorragend gesehen und schlecht fotografiert habe. Ich dachte noch, das ist ja einfach. Waren allerdings die beiden einzigen Brillenvögel des Vormittags, also eher Glück. Ansonsten war in dem wirkulich gut aussehenden Wald nicht viel los, aber alle möglichen sonstigen Lifer hier sind in den Wäldern Serams wesentlich einfacher zu sehen.

Nachmittags habe ich mir dann ein Fährticket für den 9. Februar von Tanimbar nach Tual auf den Kei-Inseln besorgt, weil es da momentan keine direktflüge gibt. Die Fähre braucht zwar 19 h, kostet aber nur 10 €. Falls also doch noch ein Flug existiert, kann ich die Fähre auch verfallen lassen.

Jetzt sitze ich im Flughafen und warte auf meinen Flug nach Saumlaki auf Tanimbar. Da werde ich von meinem Gastgeber mit dem Moped abgeholt und wohne in einer Homestay für Birder direkt in dem Wald, in dem alle 30 (!!!) für mich möglichen neuen Vogelarten der Inselgruppe vorkommen und auch gesehen werden. Ein einzelner Platz mit 30 machbaren Lifern ist für mich auf der Welt nicht mehr oft zu finden. Bin schon entsprechend aufgeregt.

Leider regnet es die nächsten Tage laut Internet, aber hoffentlich nicht dauernd.

Internet gibtes da wohl nicht dauernd, aber ich bemühe mich trotzdem um ein Update.

Abschied von Neuguinea

Nachdem ich gestern abend mit der Schnellfähre wieder von Waigeo nach Sorong zurück gefahren bin, habe ich erstmal alle Klamotten, die ich nicht grade getragen habe, in die Hotelwäscherei gegeben, das war nach 4 Wochen Handwäsche doch dringenst nötig. Dann Bier kaufen und kaltstellen, ich kenne jetzt ja den Laden, wo es das gibt. Und dann habe ich endlich ein paar Bilder in die letzten beiden Beiträge reingebastelt. Ihr könntet also mal zurück blättern.

Heute hatte ich noch den ganzen Tag hier in Sorong, weil ich es doch in den sehr guten Mangroven südöstlich des Flughafens noch einmal mit dem extrem schwierigen Blue-black Kingfisher probieren wollte. Der Holländer, von dem ich die Stelle habe, hat ihn hier 2017 gehört und ich war am Samstag schon mal hier, um die hier machbare Collared Imperial Pigeon, ebenfalls gerne in Mangroven, zu suchen (mit Erfolg). Dabei habe ich an zwei verschiedenen Stellen den Eisvogel gehört, aber trotz ewiger Versuche in den superdichten Mangroven nicht gesehen.

Benny, mein Guide auf Waigeo kannte die Stelle auch, und hat mir den Tipp gegeben, bei Ebbe zu gehen, weil dann die Mangrovenwurzeln frei liegen, und wenn der Eisvogel niedrig kommt, hat man eine bessere Chance, ihn auch zu sehen. Heute war Niedrigwasser um 9:20 Uhr und ich war schon gegen 7 Uhr vor Ort.

Die 10 km haben mich 60 Cent gekostet, weil ich inzwischen das Bemo (Sammeltaxi) -system begriffen habe. Jede Fahrt kostet 30 Cent, egal, wie lange man drinnen sitzt. Man steigt also einfach in die richtige Richtung ein, und hüpft raus, wenn es von der gewünschten Strecke (Google Maps ist dafür genial) abfährt. Dann nimmt man das nächste. Die letzten 3 km hat mich ein netter Bauer auf dem Moped mitgenommen, ohne Geld dafür anzunehmen. Die Leute hier sind einfach supernett!

Zurück zum Eisvogel: Ich hatte mir die Stelle gemerkt, wo ich am Samstag fast 1 h mit dem Paar kommuniziert hatte. Hier rief auch gleich unprovoziert ein Vogel. Kaum hatte ich das 1. Mal den Ruf abgespielt, kam der Vogel tatsächlich niegrig zwischen den Wurzeln rausgeflogen, flog 2 m an mir vorbei, über die Straße und in die Mangroven auf der anderen Seite, strike ! Habe ihn zwar nicht im Fernglas gehabt, aber auf die Entfernung funktionieren auch meine Augen noch. Der Partner des Vogels rief dann auch, aber ist leider nicht hinterher gekommen.

Wow, das war der letzte Lifer in Neuguinea, aber was für ein toller und lange herbei gesehnter. Manchmal kann einem ein kurzer Sekundenbruchteil sehr lange vorkommen, der ist jedenfalls in der Erinnerung eingebrannt.

Danach kamen sogar noch ein paar neue Arten für den Trip, aber gegen 12 Uhr war es in den Mangroven dermassen heiss, dass ich abgebrochen habe, und mir jetzt einen ruhigen Nachmittag im Cafe mit Wlan (das im Hotel ist kaputt) gönne.

Ja, Fazit Neuguinea (Irian Jaya, der indonesische Teil):

Etwas anstrengend, aber mit etwas Wetterglück (das ich hatte) auch in der Regenzeit alleine zu bereisen. Zwar teuer, aber trotzdem habe ich pro Tag nur knapp ein Drittel der 200 € ausgegebem, die unsere organisierte Tour mit dem Papua Bird Club vor 10 Jahren pro Tag gekostet hat.

Und ich habe 55 neue Arten gesehen, dabei alle 5 auf der Route möglichen neuen Paradiesvögel, den Red-billed Brushturkey, Victoria Crowned Pigeon und 5 der 6 schwierigen Waldeisvögel. Auch wenn ich mit den Snow Mountains (die aber immer noch nicht wieder für Treks zum Lake Habema freigegeben sind) sicher weitere 50 neue Arten hätte sehen können, bin ich bisher also hochzufrieden.

Morgen geht es nach Ambon die kleine Insel, die verkehrsmässig die Drehscheibe der zentralen und südlichen Molukken ist. Davon und von Tanimbar schreibe ich dann in einem neuen Kapitel.

Birden im Paradies

Die Idee, nach Waigeo zu fahren um ein bisschen zu Schnorcheln, den unglaublichen Wilson’s Bird of Paradie nochmal besser zu sehen und nebenbei noch 7-8 Lifer einzusammeln war ganz offensichtlich ein Volltreffer. Ich wohne sehr nett über dem Meer in einer Holzhütte mit Palmdach auf Pfählen.

Die ganz linke ist meine. Vorgestern nacht bei einem Sturm hat sie ordentlich gewackelt, aber die Veranda mit Hängematte ist supergemütlich. Die Unterkunft kostet 21 € pro Nacht, da sind aber ein einfaches Frühstück, Kaffee, Tee und Trinkwasser und zwei superleckere Hauptmahlzeiten (wenn man Fisch und Tofu mag) mit enthalten.

dsc02734

Und gefährliche Einheimische laufen unter der Hütte mit Stöcken bewaffnet am Strand entlang.

Das Schnorcheln geht 100 m vor dem Strand los und ist hervorragend. Vor allem die intakten, lebenden und unglaublich bunten Korallen sind nach den doch sehr ausgebleichten Riffen in Kuba im letzten Winter eine Offenbarung. Direkt hier sind zwar kaum größerre Fische, aber der schier unglaubliche Artenreichtum ist dafür umso bemerkenswerter. Und da es kaum Strömung gibt, kann man ewig über einer kleinen Abbruchkante schweben und dem bunten Treiben zuschauen.

Die Homestay ist bei Birdern beliebt, weil sie direkt am Start der einzigen Straße in den Wald von der Südküste aus geht. Die führt zu den Paradiesvogelleks im Wald, der Benny, dem Bruder und Nachbarn meines Gastgebers gehört. Benny ist neben Shita der Hauptguide des Papua Bird Clubs, aber jetzt in der Off-Season lungert er zuhause am Strand rum.

Ich war heute morgen mit ihm im Wald, an der Straße darf man auch alleine birden, aber zu den Leks oder in den Wald rein darf man nur mit Guide. Benny ist aber wirklich gut, und es war nach den Anstrengungen auf Batanta vor 10 (?) Jahren fast irreal, praktisch mit den Händen in den Hosentaschen 1 h einen Weg entlangzuschlendern, sich in einen hübschen Hide (ohne Moskitos) zu setzen und einer der 10 coolsten Vögel der Welt produziert sich direkt davor.

dsc02751

Die Balzarena vor dem Hide.

dsc02667

Der Eigentümer vor der Bodenbalz.

dsc02694

Und bei der Baumbalz direkt darüber.

Und alles für 36 € (Hidegebühr und Guide) und ohne dafür richtig ins Schwitzen zu geraten. Der Wilson’s BoP rief schon auf dem Weg zum Hide und vollführte dann sowohl Baum- als auch Bodenbalz und Alles wie bei Attenborough in Paradise. Steigerung nicht mehr möglich !!!!

Das hat sogar die 3 kosmischen Lifer, die ich heute hatte etwas in den Schatten gestellt.

Zuerst hatten wir beim Anweg zwischen 5 und 6 Uhr mit Tonband und meiner neuen, unglaublich starken Orcatorch locker sowohl den Marbled Frogmouth, einen großen Eulenschwalm und den Papuan Boobok, eine kleine, hübsche Eule schön gesehen.

dsc02628

Zusätzlich haben wir mit den Lampen eine schlafende Hooded Pitta in den Büschen nebem dem Weg gefunden, nett die mal länger von Nahem anzuschauen.

dsc02640

Und dann reagierten gleich zwei der fast unmöglichen, nachtaktiven Hook-billed Kingfisher prima auf das Band, kamen aber nicht nahe genug um sie zu finden, obwohl wir sie 20 min im stockdusteren Wald angepirscht haben (zum Glück gibts hier keinen Rattan, wäre sonst schmerzhaft). Naja, das hatte ich schon öfter, die Art ist halt schwierig. Umso erstaunlicher war, dass auf dem Rückweg gegen 9:30 Uhr Benny sagte, dass wir jetzt an einem ihm bekannten Territorium den Eisvogel nochmal versuchen würden, der würde da manchmal auch tagsüber reagieren. Meine Erwartungen bewegten sich so im Bereich der Chance 1 zu 1 Million, aber es könnte klappen. Deshalb konnte ich erst gar nicht glauben, als am Fuss eines steilen Hanges, den wir runtergekraxelt waren, der Vogel auf das 1. Abspielen der Klangattrappe sofort antwortete und dann die nächsten 20 min tatsächlich immer näher kam. Plötzlich habe ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung gesehen, und da saß er, zwar etwas verdeckt in einer Baumkrone, aber gut sichtbar. Damit ist auch der 13. Eisvogel des Trips auf der Liste, die 13. war schon immer meine Glückszahl. Und ich habe sogar Fotos, wenn ich damit auch keine Wettbewerbe gewinnen werde. Damit sind die 4 Hauptgründe für diesen Abstecher nach Waigeo incl. der 3 schwierigen Nachtvögel gefallen. Da kann ich mich die nächsten 1,5 Tage auf die 3 eigentlich einfacheren Singvögel, die mir hier noch fehlen ( und natürlich aufs Schnorcheln und Fischessen) konzentrieren. Heute nacht werde ich aber erstman noch versuchen, den hübschen Waigeo-Tüpfelkuskus zu spotlighten.

Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, eine Wifi- oder Bluetoothverbindung zwischen dem Iphone und der Kamera oder dem Tablet herzustellen. Die Bilder aus Malagufuk sind bearbeitet auf dem Tablet, aber ich bekomme sie erst am Donnerstag in Sorong über Wlan in den Blog reingeladen.

So, das war es erstmal, schöne Grüße aus dem Paradies.

Zurück in der Zivilisation

Es hat tatsächlich mal wieder Alles geklappt, immer wieder verblüffend. Am Montag morgen um 6 Uhr hat mich Jerry, ein netter Ambonese, der für den Papua Bird Club manchmal als Fahrer arbeitet im 4×4 vom Hotel abgeholt. Überpünktlich. Auf der 60 km langen Strecke bis zur Abzweigung nach Malagufuk dachte ich zuerst nicht, dass der Geländewagen nötig gewesen wäre, aber die letzten 20 km sind unasphaltiert und teilweise megasteil, da wäre für jeden normalen PKW Schluss gewesen. Am Start des schmalen Waldwegs, der zum Ort führt, warteten nicht wie ausgemacht zwei Träger, um mein Gepäck zu transportiern. Deshalb hat Jerry kurzerhand einen vorbeilaufenden Papua, der sich auch gerne die 6 € Trägerlohn verdienen wollte, verpflichtet. Ich habe die Hälfte meiner Vorräte noch in meinen Daypack gepackt und dann ging es los. Der Träger hat meinen großen Rucksack und den Rest der Vorräte geschleppt, uff ! Er grinste aber die ganzen 4 km durch den Wald fröhlich, war also offenbar nicht schlimm für ihn. Trotzdem hätte ich ungerne getauscht. Im Ort hatte ich grade die Organisatorin des Ökotourismusprojektes gesprochen und mein sehr einfaches Quartier bezogen, als mich lautstark eine Horde Kinder abholte und zu einem Garten in der Nähe mitschleifte.

dsc02174

Da wurde grade ein junger nördlicher Kasuar von einer älteren Dame mit Bananen gefüttert. Der Vogel ist aus einem im Wald gesammelten Ei im Dorf erbrütet worden und hält sich normalerweise in den angrenzenden Wäldern auf. Da niemand aus dem Dorf noch Vögel jagt (die Vogelkucker bringen einfach zuviel Geld ins Kaff) geht es ihm dabei ziemlich gut. Ab und zu kommt er für ein paar Leckerbissen im Dorf vorbei. Noch viel verblüffender ist, dass es auch einen adulten Kasuar gibt, der habituiert ist und ebenfalls manchmal im Ort spazieren geht.

dsc02560Der soll abgeblich von alleine angefangen haben, sich den Menschen zu nähern. Keine Ahnung, ob man das glauben kann, im Gegensatz zu den teilweise handzahmen Helmkasuaren in Australien, die seit Generationen geschützt sind, gehört der nördliche Kasuar zu den mit Abstand scheuesten Vögeln der Welt.

Malagufuk ist eigentlich nur eine Lichtung im ungestörten Tiefland-Primärregenwald an der Südseite der Vogelkopf-Halbinsel. Die Leute hier jagen schon seit 10 Jahren nicht mehr oder nur noch Wildsauen und Rusa-Hirsche (beides nicht einheimisch). Dadurch sind die Vögel hier nicht so irrsinnig megascheu wie in den normalen Wäldern Neuguineas. Es gibt hier also auch die Möglichkeit, Arten wie den Red-billed Brushturkey, eins der truthahngroßen Thermometerhühner, wirklich zu sehen und nicht nur aus Kilometerabstand rufen zu hören. Man wohnt hier sehr einfach in einer Hütte mit Moskitonetz und dünnen Schlafmatten darunter ( glücklicherweise habe ich die Thermarestmatte mit). Davor eine kleine Veranda, auf der dreimal täglich mein mitgebrachtes Essen von der Nachbarin gekocht serviert wird. Strom, Handynetz oder gar Internet gibt es natürlich nicht. Es ist nett, mal wieder Kinder (und davon ne Menge) zu sehen, die sich mit Blättern, Stöcken und sonstigen selbstgefunden Spielsachen prima beschäftigen können. Wenn das mal zu langweilig wird, kann man immer noch die Hühner ärgern oder dem weißen Mann bei Vögelkucken zuschauen (ohne dabei zu nerven).Es gibt auch mehrere angebliche Guides, die aber außer den Wegen nichts kennen. Und dann glücklicherweise noch Daniel, einen 20-jährigen mit dem Können eines großen Guides.

dsc02419Er kann die Stimmen der hier wichtigen Arten und weiss wie man sie findet. Man sieht in ihm die Seele des Jägers. Er läuft tiefenentspannt barfuss vor einem durch den Wald, schneidet beiläufig runterhängende Rattanranken und quer verlaufende Lianen ab (damit auch der tollpatschige Weiße leise durch den Wald kommt). Ab und zu pflückt er mit der Machete einen Landblutegel zwischen seinen Zehen raus und zerquetscht ihn am nächsten Baum. Und auf einmal bemerkt es eine Bewegung oder ein Geräusch, das ich gar nicht mitbekomme. Aber ich sehe an seiner vollkommen veränderten Körperspannung, das er irgendetwas Gutes gefunden hat. Da er ausser ein paar Vogelnamen kaum englisch kann, ist das beschreiben manchmal nicht ganz einfach, aber am Ende habe ich die meisten Sachen dann gefunden. Es hat jedenfalls echt Spaß gemacht, mit ihm unterwegs zusein. Bei den kleineren Singvögeln in den gemischten Schwärmen ist er noch nicht so firm, aber die kann ich ja auch selber bestimmen. Nachmittags war ich dann meist mit dem GPS alleine unterwegs, und habe tatsächlich 7 der 11 hier für mich neuen Arten selber gefunden. Aber den Red-billed Brushturkey (das Thermometerhuhn) und den superschwierigen Red-breasted Paradise-Kingfisher

dsc02343hätte ich ohne Daniel sicher verpasst.

Falls Ihr Euch wundert, warum es bei dieser  Tour so oft um Eisvögel geht, hier ist das Evolutionszentrum dieser coolen Gruppe. Hier ist noch einer, der Rufous-bellied Kookaburra.

dsc02288Auch den letzten, für mich möglichen neuen Paradiesvogel auf dieser Tour, den Manificent Riflebird, hat Daniel mir gefunden. Der ist hier allerdings so häufig, dass er auch problemlos alleine findbar ist, wenn man die Stimme erstmal drauf hat.

Auch nett, bis zu drei balzende King Bird-of-Paradise gleichzeitig.

dsc02256Ja weitere Highlights u.a. 9 Papageienarten, 5 Eisvögel, der seltene Hooded Monarch und täglich mehrere Brown Forest Wallabies. Es ist merkwürdig, auch mal außerhalb von Australien Kängurus zu sehen.

Naja, die 4 Tage sind schnell rumgegangen und haben außer 11 wichtigen Lifern auch eine Menge garstige Chiggers-Bisse gebracht, von denen ich noch eine Weile was haben werde. Dafür gab es keine Mücken und die Blutegel haben mich wegen der Gummistiefel auch weitgehend verschont.

Eine erwas ärgerliche Situation ergab sich am Ende, als die Rechnung merkwürdigerweise mehr als das Dreifache des ursprünglich ausgemachten Betrages umfasste. Mein Fehler, das ich das nicht schriftlich hatte, ist aber sehr selten in Indonesien. Habe dann kräftig unberechtigte Positionen gekürzt, aber am Ende doch das Doppelte bezahlt. Nicht die beste Werbung für ein eigentlich sehr gutes Projekt. Hoffentlich lernen sie das noch.

Trotzdem insgesamt eine hervorragende Tour.

dsc02423Nach einem Nachmittag und Abend mit Strom zum Akkuladen und Internet und den ersten beiden Bieren seit 10 Tagen (Jerry wusste, wo man Bier kaufen kann) sitze ich jetztauf der Schnellfähre nach Waigeo. Auf dieser großen Insel vor der Westküste Neuguineas werde ich jetzt mal 4 Tage am Meer wohnen, morgens im Wald Birden und nachmittags Schnorcheln in den angeblich artenreichsten Riffen der Welt. Da werde ich auch mal ein paar Bilder zusammensuchen, um diesen Beitrag nachträglich etwas zu illustrieren.

Schöne Grüße in die Kälte,

Matthias

Organisatorisches

Als ich vorgestern mit dem gleichen Miniflugzeug Numfor in Richtung Manokwari im Osten der Vogelkopf-Halbinsel verlassen habe, war ich noch guter Hoffnung. Ich dachte, ich würde es schon irgendwie schaffen, mir eine Tour nach Mupi Gunung, einem kleinen Ort auf 1100 m Höhe am Osthang der Arfak-Berge zu organisieren. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Von den 4 Kontaktpersonen, die das hätten organisieren können, hat nur 1 geantwortet. Und der wollte mehr als 1000 € für 5 Tage, mehr als das Doppelte des gängigen Preises. Das war ich nicht bereit zu zahlen, v. A. weil da sicher der Großteil nicht im Dorf ankommen würde, sondern in der Tasche des Organisators verschwinden würde.

Naja, spart mir den Aufstieg von 1100 Höhenmetern über Schlammpfade. Das ist halt der Unterschied tu einer organisierten Tour, nicht Alles funktioniert immer. Ich war gestern trotzdem morgens im Wald 25 km südwestlich der Stadt. Es gab zwar ein paar Vögel und sogar einen Lifer (Black-billed Cuckoo-Dove), aber insgesamt durch die dauernden Motorsägen, die überall im Wald laufen, nicht ganz so schön.

Nachmittags habe ich bei krachendem Donner, unglaublichen Blitzen und apokalyptischem Regen im Hotelrestaurat auf Pfählen über dem Meer gesessen. Im Wlan habe ich weiter organisiert und diesmal Glück gehabt. Von Sorong aus, wo ich gleich hinfliege, geht es am Montag nach Malagufuk, einen kleinen Ort im Klasow-Tal ca. 2 h von Sorong entfernt. Der Ort setzt ebenfalls auf Birding-Tourismus und es wird schon jahrelang nicht mehr gejagt. Man muss zwar hinlaufen und alles Essen mitbringen und es gibt weder Strom noch Handyemplang. Aber dafür gute lokale Guides und massig coole Vögel rundrum. Jerry, einer von Shitas Fahrern beim Papua Bird Club hat Kontakte zu den Leuten im Ort und regelt das für mich. Er fährt mich auch hin, und die Preise hören sich alle fair an. Bin schon sehr gespannt. Morgen werde ich für den Trip einkaufen, aber morgens erstmal in die Mangroven südlich der Stadt birden gehen. Hoffe, ich kann nem Ojek-Fahrer begreiflich machen, wo ich hinwill.

So, eben kommt mein Flieger.