Nachdem wir Freitag morgen noch etwas rund um das Namutoni Camp gebirdet hatten sind wir dann gegen 10 Uhr zur langen Fahrt in den Caprivistreifen aufgebrochen. Das ist der schmale Landzipfel, der sich von Nordost-Namibia 350 km nach Osten zwischen Sambia und Botswana bis zur Grenze mit Zimbabwe am Zambezi hinzieht.
Das war eine eklig lange Fahrt von fast 650 km über Landstraßen. Auch wenn die Straßen meist grade und leer sind, muss man doch aufpassen, weil überraschend Ziegen, Rinder, Antilopen oder Leite tüberlaufen. Oder doch auf einmal ein supertiefes Schlagloch sich auftut, fass man auch mit dem sehr sttabilen Toyota nicht treffen möchte. Am Nachmittag sind wir dann in Popa Falls am Anfang des Caprivistreifens angekommen und im sehr schönen Camp des Namibian Wildlife Service an den Stromschnellen des Okavango abgestiegen
Popa Falls am Okavango
Da schwamm dann auch gleich der African Finfoot, eine Binsenralle, auf die Jochen sehr scharf war, über den Fluß.
Am nächsten Morgen sind wir sofort ins nur 20 km südlich annder Grenze zu Botswana gelegene Mahango Game Reserve gefahren. Das ist groß, fast menschenleer und voller Säugetiere. Besonders bei den Antilopen gibt es da ein paar Spezialitäten wie die Roten Lechwe, eine hübsche Feuchtgebietsantilope
Red Lechweund nochmal ein Bock der Art
Aber auch die beiden seltenen Arten Pferdeantilope und die superhübsche Rappenantilopen kommen vor.
PferdeantilopeRappenantilope
Aber auch immer noch viele der Blach-faced Impalas, die laut underem Guide in Etosha das M von McDonnalds auf dem mit sich Hintern rumtragen.
Auch sonst war der Park mit riesigen Schilf- und Papyrusflächen am Okavango gut für Säugetiere, unsere ersten Kaffernbüffel und Flußpferde des Trips und eine Herde von mindestens 83 Elefanten. Die kreuzten den Fluss und nutzten das ausgiebig zum Baden. Besonders die vielen kleinen Kälber hatten dabei offenbar einen Höllenspaß, so wie sie im Wasser herumtobten.
Ein Teil der großen Elefantenherde
Die Wildhunde, die hier manchmal gesehen werden, haben wir leider nicht gefunden. Dafür insgesamt 125 Vogelarten mit Highlights wie 3 Klunkerkranichen und dem hübschen Rufous-bellied Heron, der neu für mich war.
Abends haben wir uns dann ein leckeres Essen im Restaurant und einige Biere gegönnt.
Nach drei Nächten im mittleren Camp Halali sind wir Mittwoch weiter zum östlichen Hauptcamp Namutoni gefahren. Das waren ungefähr 70 km nach Osten, durch Savanne und Buschwald voller Tiere. Auf dem sehr schönen Campingplatz dort haben wir erstal provisorisch aufgebaut, Mittagessen gemacht und Bekanntschaft mit der örtlichen Population der Zebramanguste geschlossen. Allerdings kamen die so nahe an meine Füße ran und schauten mit so großer Begierde auf meine nackten Zehen in den Sandalen, dass ich sie doch verscheuchen musste.
Dann sind wir nochmal losgefahren zur Fishers Pan, einem kleineren See nordöstlich der riesigen Etoshasalzpfanne. Die ist normalerweise auch trocken, momentan aber flach überstaut, weil durch den Regen vor ein paar Wochen die Zuflüsse wieder Wasser führten.
Auf dem Weg sind wir über 3 Geparden gestolpert, die einen Springbock erlegt hatten, und den grade verspeisten.
Mit den Geparden hat das hier also wirklich gut funktioniert. An der Fishers Pan waren massig Zwergflamingos und kleinere Menen von Großen Flamingos, aber auch jede Menge Watvögel aktiv, die Salzkrebschen in der Brühe hatten sich also schon entwickelt.
Zwergflamingosund sogar mit RegenbogenGoldschnepfe
Zwischen den normaleren Limikolen hat Jochen im Gestrüpp am Gewässerrand zwei der normalerweise schwierig zu entdeckenden Goldschnepfen gefunden, sehr willkommen für die Tripliste.
Und dabei läuft dann im Hintergrund mal wieder ein Nashorn vorbei.
In der 2. Nacht hier haben wir noch einen Nightdrive gemacht, wieder als einzige Gäste. Diesmal war der Fahrer/Guide leider nicht so gut, und es hat auch nicht geholfen, dass ich die Wärmebildkamera mithatte, und deshalb die meisten Viecher vor ihm gesehen habe. Das Pulsar erkennt die Tiere auf eine wesentlich größere Entfernung als die Rotlichtfunzel des Fahrers.
Aber wir haben 6 Elefanten und endlich Jochens erste Löwen gefunden.
Und außerdem nach mehr als 30 Spitzmaulnashörnern die ersten drei Breitmaulnashörner des Trips. Insgesamt war das also kein verschwendetes Geld.
Ansonsten war Namutoni ok, auch wenn uns das letzte Camp besser gefallen hat.
Etosha ist insgesamt ein toller Nationalpark, mit über 20.000 Quadratkilometern riesig und jetzt in der Nebensaison hat man als Selbstfahrer meist die Gelegenheit, die Weite und die Tierherden alleine zu genießen.
So, wir sind vorgestern im mittleren der drei großen Camps im Etosha Park angekommen, das heißt Halali. Ich bin also nicht unter die Jäger gegangen. Das Camp ist hübsch mit viel heißem Buschwald und auch einigen großen Bäumen innerhalb des Zauns.
Jochen vor der Rezeption des Camps
Es gibt ein gutes Restaurant, einen Shop, eine Tankstelle und einen Swimmingpool, an dem wir gestern die Mittagshitze verbracht haben. Und natürlich ein beleuchtetes Wasserloch, an dem wir am 1. Abend 8 (!) verschiedene Spitzmaulnashörner gesehen haben. Das Wasserloch ist direkt hinter dem Zaun und die Tiere sind habituiert, man kann also toll die Interaktionen beobachten. Die Balz war manchmal etwas ruppig.
Wir haben uns an die etwas beengten Verhältnisse im Wohnmobil gut gewöhnt, das war klar die bessere Entscheidung, da fahrzeugmäßig nochmal upzugraden. Der Toyoto fährt Klasse und nimmt sich Fahrfehler kaum übel, und es ist wieder genauso genial wie in Südafrika, alleine durch diese riesigen Nationalparks fahren zu können. Perfekt, auch für jeden kleineren Vogel sofort anhalten zu können.
Lannerfalke
Gestern haben wir tagsüber zwar wenige spektakuläre Säuger ( außer 2 weiteren Spitzmaulnashörnern) gesehen, dafür u.A. massig Falken wie den hübschen Lanner oben. Und massig Rotfuß- und Rötelfalken, und dazwischen hat Jochen einen männlichen Amurfalken ( hier selten) herausgefischt. Als Highlight noch einen nahen Red-headed Falcon, leider ohne Fotos. Dafür ein paar fotogene sonstige Greife wie dieser Singhabicht.
Aber auch Schreitvögel wie Trappen, Störche und Paradieskraniche sind gut vertreten.
RiesentrappeParadieskranich
Huftiere gibt es zwar viele, aber nicht unbedingt die Massen, wie in der Masai Mara. Aber immerhin ca. 1000 Springböcke haben wir schon gesehen.
Nur die dazu gehörenden Prädatoren ( bis auf die hier häufige Tüpfelhyäne) fehlten noch. Wie in SA darf man die Camps nach Sonnenuntergang nicht mehr alleine verlassen, deswegen haben wir gestern abend einen 3-stündigen Nightdrive gebucht. Der ging gleich mit ein paar netten Säugern los.
zuerst 2 weitere Spitzmaulnashörnerdann ein Stenbok, die zweitkleinste Antilope hierund schließlich die erste Miezekatze,!eine afrikanische Wildkatze
Aber es gab auch ein paar Vögel wie den hüschen Fleckenuhu
Besonders bemerkenswert ist hier wirklich die Nashorndichte, als ob es hier keine Wilderei gäbe. Wir haben insgesamt 10 unterschiedliche Exemplare auf der dreistündigen Tour gesehen, dabei vier Muttertiere mit Kälbern. offenbar scheinen die hier ein Mittel gegen das Abschlachten gefunden zu haben.
Heute morgen sind wir dann wieder zur Zeit aussichtsreichsten Stelle für Großkatzen gefahren, um endlich Löwe oder Gepard für Jochen zu finden. Das har für den Gepard auch gut funktioniert, als wir durch ein paar andere Autos auf ein einzelnes Tier aufmerksam wurden. Im Buschwald neben der Straße hätte man den sonst auch gut verpassen können.
Den haben wir dann eine Weile beobachtet, bis er aufgestanden ist und etwas Stretching am Baumstamm begonnen hat.
Immer wieder ein wahnsinnig tolles und elegantes Tier !!!
Ja, und hübsche Wirbellose Tiere gibt es auch, wie diesen Nachtfalter.
Insgesamt gefällt mir dieses mittlere Camp noch besser als das trockenere im Westen.
Die Aussicht vom Hügel im Camp am Morgen
Morgen fahren wir dann in den Osten des Parks ins Camp Namutoni, für zwei weitere Nächte. Aber erstmal geht es gleich nochmal auf Löwensuche.
Nach ca. fünf Stunden Fahrt mit einer längeren Tank-und Einkaufspause sind wir gestern im Etosha-Nationalpark angekommen. Die Straßen sind leer und ziemlich gut und auf den Leitungen daneben sitzen Blauracken, verschiedene Würger und Falkenbussarde. Wir sind vom südlichen Tor sofort die 20 km zum Hauptkamp Okaukuejo gefahren und haben einen netten Campingplatz bezogen. Mit massig zutraulichen Bodenhörnchen
und den Riesennestern der Siedelweber in den Akazien darüber. Nach einem leckeren Essen und zwei Bier im Restaurant waren wir noch an der beleuchteten Wasserstelle direkt neben dem Camp.
Da kamen nach massig Zebras und ein paar Springböcken auch große Trupps von Doppelbinden-Flughühnern zum Trinken und vor der Dämmerung jagte ein Lannerfalke nach Singvögeln. Nach Einbruch der Dunkelheit kam dann eine Schleiereule sls Wachablösung und später dann auf einmal drei Spitzmaulnashörner, sehr eindrucksvoll.
Spitzmaulnashorn im Dunkeln mit 12500 ISO
Danach b wir im Camper unser Bett gebaut. Das ist unter dem aufstellbaren Klappdach, hat eine schöne feste Matratze und ist groß genug, dass wir uns nicht zu nahe kommen. Wir haben dann auch beide prima geschlafen, nachts wurde es tatsächlich so kalt, dass wir die Schlafsäcke gebraucht haben.
Man darf wie in Südafrika die Camps erst bei Sonnenaufgang verlassen, deswegen konnten wir gemütlich bis 6 Uhr ausschlafen und dann noch in Ruhe Kaffee trinken, bevor wir um 6:49 Uhr in den Park durften.
Wir sind dann erstmal an der Westseite der riesigen Salzpfanne ( mehr als 5000 Quadratkilometer), die das Herz des Nationalparks bildet, nach Norden gefahren. Da ist die Vegetation niedrige Steppe mit großen offenen Bodenstellen und ideal für Rennvögel. Hier lebt der einzige für mich auf dem Trip mögliche, neue Watvogel, der Doppelbinden-Rennvogel, eine meiner Haupt-Wunscharten.
Zuerst gab es wieder massig Springböcke
Springbock
ein paar Gnus
aber auch einzelne Giraffen
und ca 10 Black-backed Jackals.
Nur die Rennvögel haben sich etwas geziert, dafür Sekretär, Riesentrappen, Strauße, massig Lerchen und die sehr hübsche Northern Black Korhan, eine mittelgroße Trappe.
Die Vegetation wurde immer schütterer und es sah immer besser aus für Rennvögel. Schließlich haben wir auch endlich einen gefunden, und es war auch der Richtige, leider ewig weit weg. Danach erstmal ein Temminks Rennvogel, die zweite von drei Rennvogelarten, die hier vorkommen. Dann wurde es immer offener, und der Double-banded wurde immer häufiger, am Ende haben wir mindestens 8 gesehen, und einige auch sehr schön nah.
Double-banded Courser
Da gibt es auch noch bessere Bilder, bin aber noch nicht zum Hochladen gekommen. Das war definitiv das Highlight des Tages für mich.
Bei einer kurzen Pause haben wir uns dann noch einen Rüffel von einem Ranger eingefangen, weil wir an einem Halteplatz kurz neben dem Auto standen. Das ist hier noch verbotener als in Südafrika.
Nachmittags war es heiß und ruhiger als am Morgen, aber mehrere Schwärme von insgesamt 2500 Abdimstörchen, 3 Tüpfelhyänen, die in einem Rohr unter der Straße geschlafen hatten und 2 Ohrengeier waren trotzdem wert, rausgefahren zu sein. Nach einem schnellen Nudelessen waren wir noch kurz am Wasserloch, diesmal nur ein Nashorn. Jetzt falle ich ins Bett.
So, nach einem unerfreulichen Winter, in dem es lange so aussah, als ob ich überhaupt nicht fahren könnte, sitze ich jetzt in der Mittagshitze vor unserem Bungalow am Rand des Waterberg Plateus im Norden Namibias.
Jochen und ich haben uns Mitte Januar kurzfristigst entschlossen, doch am 14.02. für 4 Wochen nach Namibia zu fahren. Warum Namibia ? Weil das sicher, einfach zu bereisen, landschaftlich spektakulär und auch kurz vor dem Start noch zu organisieren war. Da da momentan Nebensaison ist haben wir sowohl den Flug als auch ein kleines Wohnmobil von Toyota und die ersten Unterkünfte problemlos gebucht.
unser Wohnmobil vor dem schon vorgebuchten Bush-ChaletDas Plateudes Waterberg, davor kreisten heute die Kaffeenadler
Als wir uns entschlossen hatten, doch wegen der Unabhängigkeit vom normalen Auto auf den Camper zu wechseln, hatten wir die ersten beiden Nächte in Waterberg schon gebucht. Das war aber auch sehr gut, weil wir am 15.2. erst um 13:30 Uhr vom Flughafen los gekommen sind. Dann haben wir uns noch mit einem sehr netten Namibier, einem Freund eines Freundes getroffen. Hanjo hat uns noch tonnenweise Tipps gegeben und ist mit uns einkaufen gegangen. Wir mussten uns dann sputen, die knapp 300 km zum Waterberg vor der Dunkelheit noch zu schaffen. Da angekommen sind wir dann nach einem leckeren Antilopensteak und einem kalten Bierinds Bett gefallen.
Gestern bin ich bei tollem Wetter knapp 50 km nach Süden in den Trans-Golan gefahren, das ist das deutlich niedrigere und flachere Hochplateau, das sich südlich ans Mt Hebron Massiv anschließt. Auch das haben die Israelis im 6-Tage Krieg erobert, und nicht mehr hergegeben. Strategisch klug, weil vorher die Syrer immer von hier Raketen ins Jordantal geschossen haben. Die eine oder andere verfallene Siedlung mit zerschossener Minimoschee erinnert immer noch an die früheren Bewohner.
Gamla
Mein Ziel war der Canyon von Gamla, wo die Israelis ein sehr erfolgreiches Geierschutzprokekt initiert haben. Der Hügelrücken oben im Bild war der Standort der jüdischen Stadt Gamla, die nach langem Wiederstand 67 n. Chr. durch 3 römische Legionen erobert und vollkommen zerstört wurde. Die Ruinen wurden erst nach den 6-Tage Krieg entdeckt und eindeutig zugeordnet.
In den Wänden des tiefen Canyons daneben brüten Gänse- und Schmutzgeier und Habichts- und Schlangenadler. Die kann man von mehreren Aussichtsplattformen schön beobachten.
GänsegeierRüttelnder Schlangenadler fast auf Augenhöhe Adulter, etwas zerrupfter Schmutzgeier
Zwischendurch zogen auch ein paar Adler, Bussarde und wenige Störche durch, besonders die Storchenzahlen waren aber weit vom gestrigen Hammertag entfernt.
Ziehende Schreiadler
Durch die Regenfälle war der gesamte Trans-Golan ein Blütenmeer, was auch von verschiedenen Singvögeln gerne als Rast- oder schon Brutgebiet angenommen wird.
Blaumerle in der Bildmitte
Ich habe da allerdings nicht allzu genau gesucht, weil ich mich doch meist auf die Greifvögel konzentriert habe. Alles in allem auch ein sehr schöner Ausflug.
Heute war ich dann auf dem Mt Hermon, mit meinem vorbestellten und von meinem netten Wohnungsbesitzer organisierten Ticket für die Seilbahn bin ich dann problemlos durch die Kontrollen bis zum unteren Parkplatz auf 1450 m Höhe gekommen. Ab da wird man dann mit Shuttlebussen bis zur Seilbahnstation gefahren und dann geht es mit der Gondel auf 2200 m hoch.
Oben war es dann doch recht frisch, die Israelis tummelten sich mit Ski oder Snowbord auf den Pisten, die Kinder rodelten, bauten Schneemänner oder machten Schneeballschlachten. Das perfekte Wintervergnügen also. Für mich leider nicht so erfreulich, denn Vögel gab es keine.
Ich hatte gehofft, dass der hübsche Rotflügelgimpel, auf den ich schon lange scharf bin, auf den wenigen schneefreien Stellen rund um die Bergstation zu sehen wäre. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht, und auch sonst war es vollkommen vogelfrei da oben. Rund um die Talstation sah es nicht viel besser aus, mit viel Suchen bin ich auf 6 Arten gekommen Amsel, Nebelkrähe, Eichelhäher, Hausrotschwanz, Kohl- und Balkanmeise. Auch die längere Wanderung bergab zum unteren Parkplatz brachte nicht viel ein. Der große Schneeeinbruch vom Freitag hat die Vögel hier offenbar in weiter entfernte Gebiete vertrieben. Ich bin dann noch zu einem hübschen Wald in der Nähe der alten Kreuzfahrerburg Nimrods Fortress gefahren.
Nimrods Fortress
Da gab es zwar Vögel die andere Zielart der Gegend für mich, der Zederngirlitz, ließ sich aber leider auch nicht blicken. Und ein paar normale Girlitze waren zwar genau wie der Zaunkönig neu für den Trip, aber sonst auch nur ein schwacher Trost. Naja, es kann halt nicht immer Alles klappen.
Ich bin vorgestern morgens in Dimona aufgebrochen und habe ohne Birdingstops fast 8 Stunden für die Fahrt in den Norden Israels gebraucht. Obwohl das nur 350 km sind. Aber ab Ber Sheva gab es katastrophale Staus auf der Autobahn wegen häufiger Unfälle. Es hat ab dort teilweise heftig geregnet, mit manchmal flach überflutetet Fahrbahn. Eine Situation mit der manche Israelis offenbar überfordert waren. Ich bin zwar heil durchgekommen auch wenn man mich wegen meiner im Vergleich ziemlich defensiven Fahrweise häufiger mit bösen Blicken bedenkt. Im Großraum Tel Aviv/Jerusalem habe ich mich dann trotz doppeltem Navi mit Google Maps und Mapsme mehrfach krass verfahren. Da ist es ungünstig, alleine im Auto zu sein und sich gleichzeitig auf den chaotischen Verkehr konzentrieren zu müssen. Bei drei gleichzeitig möglichen Abfahrten trifft man dann schnell die falsche. Und der Fehler muss dann erst wieder korrigiert werden, blöd nur, wenn man sich dabei dann nochmal vertut.
Am Ende bin ich dann einfach nur nach Norden aus dem Ballungraum rausgefahren und habe mich dann neu orientiert. Da war ich aber schon auf der westlichen Seite der Carmel-Berge, über die ich dann noch rübermusste, um ins Jordantal und Richtung des Sees Genezareth zu kommen. Bei einer Pause, an der es mal nicht geschützet hat zogen dann mehrere Hundert Weißstörche über mir nach Norden. Wenig später hat ein neuer Starkregen die alle runtergedrückt und die Hänge beidseitig der Straße waren wie weiß überzuckert von rastenden Störchen. Die hatten auch keinen so tollen Reisetag erwischt.
Zumindest war der Verkeht jetzt deutlich leichter dafür wurde das Wetter immer schlimmer, als ich mich ab Kiryat Shemona nach Osten in Richtung Golan und Mt Hermon bewegte. Ab ca. 600 Höhenmeter schneite es und kurz darauf blieb der Schnee auch liegen. In meinem Ziel, der Drusenortschaft Majdal Shams 14 km vom Mt Hermon entfernt lag dann überall außer auf der Hauptstraße 20 – 30 cm Schnee oder Schneematsch und die steilen Nebenstraßen zu meiner Unterkunft mit dem kleinen Nissan hochzukommen, war absolut unmöglich. Glücklicherweise hatte mein sehr netter Vermieter, Majdi, ein weit gereister und sehr sympatischer junger Druse, mir seine Telefonnummer geschickt. Er kam sofort mit seinem großen Auto zu meinem Standort hat mir einen sicheren Parkplatz organisiert und mich und mein Gepäck in die superhübsche und mollig warme Ferienwohnung in seinem Haus verfrachtet.
Da konnte ich dann etwas darüber nachdenken, ob es wirklich schlau gewesen ist, die Unterkunft im Norden nicht im Hula Tal auf 100 Meter Höhe sondern hier am Berg auf 1100 m zu wählen. Aber sowohl Majdi als auch der Wetterbericht sagen, dass es morgen besser werden soll, die Straße zum Mt Hermon wird aber erst übermorgen wieder geöffnet. Majdi hat mir geholfen, für Sonntag morgen ein Ticket für den Skilift zu besorgen, das geht auf der Webseite irgendwie nur mit einer israelischen Kreditkarte.
Nach einer sehr angenehmen Nacht und einem schnellen Frühstück bin ich dann Freitag morgen im Schneetreiben aufgebrochen und wieder ins Tal Richtung Hula Nature Reserve (bzw. Agamon Hula) aufgebrochen. Hier haben die Israelis sehr perfekt einen Teil des ursprünglichen, riesiegen Sumpfgebietes im Jordantal wieder hergestellt, um den Grundwasserspiegel in diesem extrem wichtigen Ackerbaugebiet zu stabilisieren, und den Millionen hier rastenden Wasservögeln wieder einen wichtigen Trittstein zum Auftanken anzubieten.
Ein Teil des Sees und das Wetter war immer noch bedrohlichDas futuristische Besucherzentrum in Agamon Hula von Osten aus gesehen
Im Besucherzentrum war ich offenbar der erste Besucher des Tages kein Wunder bei dem Regen. Ich habe mir erstmal die Ausstellung angeschaut und einen großen Cafe Latte getrunken, dann hörte es wie durch ein Wunder auf zu schütten. Es gibt hier drei Optionen, man kann den See auf einem ca. 11 km langen Rundweg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem elektrischen Golfkarren umrunden, meist auf getrennten Wegen. Es gibt mehrere gute Aussichtspunkte mit Beobachtungshütten. Die waren bei den immer wieder auftretenden starken Schauern zum Teil mit Gewitter und Hagel ( siehe Bild oben) sehr hilfreich. Die Temperaturen ließen selbst hier im Tiefland immer noch zu wünschen übrig, und ich war doch sehr froh über lange Thermounterwäsche und dicke Handschuhe.
Und Vögel gab es natürlich auch. Die hier zu Tausenden rastenden Kraniche überwintern jetzt auch hier und mästen sich in den Erdnussfeldern. Ansonsten ist das Gebiet nicht nur für Wasservögel, sondern auch für rastende Greifvögel extrem wichtig. Es ist wieder nett Kaiser-, Schell-und Schreiadler direkt nebeneinander zu sehen, dazu immer mal wieder einen Fischadler, aber natürlich auch massig Bussarde, Weihen, Gleitaare etc.
RosapelikanBrauliest einer von drei Eisvogelarten im GebietSpornkiebitz, der absolute Krachmacher hierUnd ein Brauner Sichler (extra für Kerstin)
Gegen Mittag waren die garstigen Gewitter und Schauer abgezogen, die Sonne kam heraus und dann ging der Zug los. So etwas hatte ich bisher noch nie gesehen ! Überall im Süden stiegen große bis riesige Schwärme von Weißstörchen auf und zogen dann langsam über die Ebene nach Norden. Teilweise waren da keine Pausen dazwischen, am Anfang habe ich noch versucht zu zählen aber dann bin ich irgendwann zum groben Schätzen übergegangen.
Ein paar Störche vor den Schneebergen des GolanZwischendurch zogen auch ein paar Kraniche
Grob geschätzt sind zwischen 12 und 16 Uhr mindestens 20.000 Weißstörche über mich gezogen wahrscheinlich waren es aber viel mehr. Ich habe natürlich auch die anderen Arten angeschaut und dabei sicher viele Weißstörche verpasst. Und da sind die Tausenden von Störchen, die gleichzeitig über den Golanhöhen östlich des Jordantales entlangzogen noch nicht mitgerechnet.
Es gab außerdem einige andere ziehende Arten dazwischen, einzelne Adler, Bussarde und immer wieder kleine Kranichtrupps. Aber besonders spannend war eine Thermik mit ca. 300 Schwarzmilanen und 25 Schwarzstörchen dazwischen, die wollten offenbar nicht mit ihren weißen Kollegen mitziehen. Insgesamt auf jeden Fall der tollste Zugtag den ich bisher erlebt habe.
Und auf dem Rückweg habe ich dann sogar den Mt Hermon zum ersten Mal zumindest zum Teil gesehen. Und ich habe es geschafft, durch die engen, megaultrasteilen Gassen tatsächlich bis zu meiner Unterlagen hochzufahren, auch wenn mich das einige Schweißtropfen gekostet hat. Von dem gestrigen Schnee ist eine Menge weggeschmolzen, teilweise fühlte es sich so an, als ob man in einem Fluss stromaufwärts fuhr.
Am Montag war ich schon früh morgens auf dem Mount Amassa, einem netten Gebiet ca. 30 min nördlich von Dimona. Das ist eine Hügellandschaft mit jeder Menge alten Ruinen direkt südlich des palästinensischen Westjordanlandes. Glücklicherweise noch außerhalb, weil ich mit meinem Mietwagen nicht in die Palästinensergebiete fahren darf ( nicht, dass ich dazu so große Lust hätte). Deswegen sagten auch alle, man sollte bloß nichts im Auto liegen lassen, und ich war grade beim Spektivaufbauen, da hielt auch schon die israelische Polizei neben mir. Sie sahen aber sofort, dass ich nur ein harmloser Touri bin und fuhren sofort wieder weiter.
Die Gegend sieht erstmal nach nicht alzu viel aus, aber alle israelischen Birder, der nette englische Orni, mit dem ich in Eilat unterwegs war und auch Jochen meinten, dass wäre besonders für Steinschmätzer das absolute Supergebiet. Es war auf jeden Fall voller Vögel, die Ruinen krabbelten nur so von Blaumerlen, normalen und Mittelmeerstenschmätzern und auch mein erster Felsensteinschmätzer hüpfte da herum. Das war die Hauptzielart hier, der erste war aber sehr scheu und nicht fotogen.
Dafür gab es insgesamt drei sehr vertraute Steinkäuze der extrem hellen Nahost-Unterart lilith, die in den Ruinen regelrecht geposed haben.
Auf der Westseite der Straße gab es etwas mehr Vegetation in den Tälern und da sausten vier Grasmückenarten herum unter anderem eine tolle männliche Schuppengrasmücke, erst die 2. für mich auf der Welt. Und weitere vier Felsensteinschmätzer, von den einer mich sogar etwas näher herangelassen hat.
Obendrüber zogen ab und zu ein paar Steppenadler, Schwarzmilane und Falkenbussarde und ein Adlerbussard mit immer wieder kleinen oder größeren Gruppen von Weißstörchen.
Aber auch ein paar nette Säugetiere waren unterwegs zuerst ein am Tag jagender Goldschakal und dann meine erste Edmingazelle. Die lebt in den Bergen im nördlichen Israel und war leider zu schnell für ein Foto. Dafür bin ich dann am Ende noch fast über ein Pärchen Triele gestolpert, insgesamt ein sehr netter Vormittag.
Nachdem ich am 19.03. die Flughühner angeschaut hatte, bin ich mit ein paar kürzeren Stopps zu meiner nächsten Unterkunftin Dimona in der nördlichen Negev weitergefahren. Da sind zwar keine besonderen Stellen in der Nähe, aber es liegt stategisch günstig zwischen dem Toten Meer im Osten, Nizzana im Westen, dem sehr guten Berg Mount Amassa im Norden und dem Avdat Canyon im Süden. Da es mit Unterkünften schwierig war, und ich z. B. rund um Nizzana überhaupt nichts Bezahlbares gefunden hatte, habe ich diese für 5 Nächte gebucht. Da muss ich nicht dauernd umziehen aber etwas mehr Fahren.
Das Hadassa Desert Inn liegt günstig und das Zimmer mit Küchenzeile ist ruhig und bezahlbar.
Morgens bin ich am nächsten Tag früh aufgebrochen und war bei Sonnenaufgang und 2 Grad plus an der bekannten Stelle für die Steppenkragentrappen in der Wüste südlich von Nizzana. Da haben sie einen alten Eisenbahnwagon als Hide zum Trappenbeobachen hingestellt, in eins der besten Trappenreviere.
Von dem aus hat man einen tollen Blick auf die Wüste allerdings braucht man schon ein Spektiv um da etwas zu finden.
Auf dem ersten Bild ist die Trappe drauf, aber so nicht zu erkennen. Die Art mit dem irren Balztanz ist überall nahe am Aussterben, außer in Israel. Sie ist die Lieblingsbeute der superreichen arabischen Falkner, die sie überall mit den unglaublichsten Techniken aufspüren und niedermetzeln. Eine der attraktivsten Seiten der Israelis ist es ja grade dass sie überhaupt nicht jagen und praktisch sämtliche Wildtiere dadurch vollkommen geschützt sind. Das heißt hier hat man noch eine gute Chance, die zu Gesicht zu bekommen. Das hatte ich vorher nur einmal im Wüstennationalpark in Gujarat in NW-Indien, wo ein paar davon überwintern, wenn sie denn auf dem Weg dahin in Pakistan den hinterherreisenden Falkneridioten entkommen.
So, um 6:20 Uhr, eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang hatte ich einen Trappenhahn gefunden, auf ca. 600 m Entfernung. Und dann ging die Balz auch schon los. Es muss also irgendwo ein Weibchen zugeschaut haben die konnte ich aber nicht entdecken. Der Hahn steht ruhig in der Wüste und entfaltet langsam die langen weißen Schmuckfedern auf seiner Brust und spreizt die ringförmig nach außen. Dann legt er auf einmal den Kopf nach hinten und versteckt den im Rückengefieder. Der weiße Federkranz zeigt jetzt nach oben und sieht aus wie ein flauschigweißer Federring auf Beinen. Und so rennt der Hahn jetzt im Zickzack für eine Weile durch die Gegend. Keine Ahnung, warum er dabei nicht in Büsche oder Felsen reinrennt, wo er doch eigentlich nichts sehen kann ? Sieht auf jeden Fall ziemlich skurril aus, die Beschreibung der Engländer im Titel triff es ziemlich gut.
Ja, es gab natürlich auch noch ein paar andere Vögel, die näher dran waren und sich besser fotografieren ließen.
Raubwürger Chukarhuhn
Nachdem die Trappenbalz gegen 8 Uhr zu Ende war und der Hahn spurlos verschwand, war ich doch sehr froh, dass ich so früh da war, auch wenn es schweinekalt war. Ich war dann noch an einer aussichtsreichen Stelle in der Sandwüste Wüstenrennvögel suchen. Nach einer Weile und einigen auf den Sandpisten etwas kniffligen Fahrsituationen habe ich dann tatsächlich eine Achtergruppe gefunden, leider ebenfalls zu scheu für halbwegs vernünftige Fotos. Auf dem Rückweg bin ich dann noch am eindrucksvollen En Avdat Canyon im gleichnamigen Nationalpark vorbeigefahren.
Da sprudelt eine Quelle im Canyon und der entstehende Bach hat eine grüne Oase mitten in der Wüste entstehen lassen. Leider von mehreren Busladungen sehr lauter Schulkinder besetzt so dass außer unglaublichen Echos nicht viel zu erleben war.
Abends war ich dann noch auf den Feldern des Kibbutz Sede Bokher neben dem Nationalpark spotlighten.nDie Felder sind mir als aussichtsreiche Stelle für Wölfe genannt worden. Allerdings ist es anspruchsvoll, selber gleichzeitig Auto zu fahren und mit der Lampe auf den Felder nach leuchtenden Augen zu suchen. Ich habe da mehrfach sehr schöne tiefe Löcher mit den Reifen gefunden und der Unterboden sah wahrscheinlich auch schon mal besser aus. Es war außerdem wieder extrem kalt ( mit der Lampe geht das ja nur mit offenem Fenster) und windig, so dass ich nach 1 Stunde aufgegeben habe. Und nur ein einzelner Fuchs war das ganze Ergebnis.
Von dort war es dann noch eine halbe Stunde bis zur Unterkunft insgesamt ein langer Tag.
Am Samstag morgen bin ich schon um 5:30 endgültig aus Eilat abgefahren. Tat mir etwas leid, die sehr schöne und ruhige Ferienwohnung zu verlassen, wo der Zug nach dem Abflauen des Nordwindes grade richtig loszugehen scheint. So früh bin ich gefahren, damit ich rechtzeitig an ein paar Klärteichen in der Wüste nördlich der Shizzafon Kreuzung ca. 60 km von Eilat sein konnte. Die sind mir von Klil als sichere Stelle für Tropfen- und Kronenflughuhn genannt worden. Die Kronenflughühner hatte ich in Ovda ja toll gesehen, aber Tropfenflughühner bisher nur zweimal kurz gehört. Die kommen regelmäßig einmal am Tag aus der Wüste an die gleichen Wasserstellen zum Trinken. Klil meinte, es würde so ab 7:30 Uhr losgehen, deswegen war ich zur Sicherheit um 7 Uhr in Position. Die mit Folie ausgelegten Teiche sahen erstmal nicht besonders einladend aus.
Es waren auch außer ein paar Spornkiebitzen, die zuerst einen Höllenlärm veranstalteten, und ein pasr trinkenden Felsentauben kaum Vögel da. Das änderte sich ab 8:15 Uhr dann aber schlagartig, als erst eine Gruppe von 20 Kronen- und dann auch die ersten Tropfenflughühner auftauchten.
TropfenflughühnerKronenflughühner Und nochmal Tropfen, oben das Männchen.
Dann ging es aber richtig los mit einem ständigen Kommen und gehen von teilweise großen Trupps. Insgesamt waren es sicher mindestens 40 Kronen- und deutlich über 150 Tropfenflughühner. Das war wieder eine Stelle, die wirklich geliefert hat. Um kurz nach 9 Uhr war die Show dann vorbei, und ich habe mich auf den Weg nach Norden zu meiner 2. Unterkunft gemacht.